BUND Landesverband Brandenburg

Ökotipp: Gießen und Wasser sparen

24. August 2020 | Bäume, BUNDzeit

Den Bäumen in Berlin und Brandenburg geht es nicht besonders gut. Vor allem die Straßenbäume sind durch Hundeurin, Autoabgase und versiegelte Oberflächen ohnehin angegriffen, sodass sie mit Trockenheit schlechter umgehen können als gesunde Bäume. Die Niederschläge im Juli konnten nichts am Grundwasserdefizit ändern, das in zwei trockenen Jahren entstanden ist.

Jetzt heißt es also gießen. Aber bitte nicht mit Trinkwasser! Da die Förderung des Trinkwassers Wälder und Moore in Berlin bedroht, sollte dieses kostbare Gut sparsam eingesetzt werden. Wasser, mit dem Gärten und Grünanlagen gewässert werden, bleibt nicht im lokalen Kreislauf. Es sickert nicht zum Grundwasser durch, weil es in den Sommermonaten komplett über die Pflanzen verdunstet.

Am einfachsten gießen lassen sich die Straßenbäume mit Wasser aus den öffentlichen Pumpen am Straßenrand. Diese pumpen kein Trinkwasser, sondern fördern unbehandeltes Grundwasser direkt vor Ort. Gelegentlich kann dieses Wasser eine bräunliche Färbung aufweisen, das schadet den Bäumen aber nicht.

Zur Übersicht der öffentlichen Wasserpumpen in Berlin

Wenn keine funktionierende Wasserpumpe in der Nähe ist, sollte Brauchwasser aus dem Haushalt zum Gießeinsatz kommen – also Wasser, das ansonsten weggekippt wird: abgestandenes Wasser aus Trinkgläsern, Wasserflaschen oder Tiernäpfen, Wasser zum Waschen oder Kochen von Obst oder Gemüse (ohne Salz und Gewürze!), altes Wasser aus Blumenvasen und Untertöpfen und schließlich auch das Wasser, das man sonst laufen lässt, während man beim Duschen auf warmes Wasser oder beim Abzapfen zum Trinken auf kaltes Wasser wartet.
Wie so vieles macht auch Bäume gießen mehr Spaß in Gesellschaft. Berlinweit haben sich Gießgruppen gebildet, die (natürlich mit ausreichendem Abstand!) gemeinsam bestimmte Straßenzüge bearbeiten.

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