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BUND Landesverband Brandenburg

Bunte Wiese

Die Artenvielfalt verbessern und dabei gleichzeitig etwas für sich tun. Mit unserem Projekt "Bunte Wiese" wollen wir Menschen anregen, sich für mehr Artenvielfalt auf städtischen Grünflächen einzusetzen aber genauso ihre eigenen Gärten oder Balkone artenreicher zu gestalten.

Was sind Bunte Wiesen

Bunte Wiesen zeichnen sich vor allem durch eine Eigenschaft aus - sie sind reich an Pflanzen- und Tierarten. Anders als beispielsweise Rasenflächen sind sie in der Regel auch bedeutend höherwüchsig. Je nach Pflanzenvorkommen und Bodenbeschaffenheit kann so eine Bunte Wiese durchaus bis zum Knie oder zur Hüfte gehen. Man nennt diese Wiesen deshalb auch Langgraswiesen.

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Mario Sitte


E-Mail schreiben Tel.: 0331-703997 22

Warum Bunte Wiesen

Landkärtchen (Mario Sitte)

Reine Rasenflächen, wie sie oft städtische Grünflächen darstellen, bestehen aus nur wenigen Pflanzenarten. Viele Tiere, insbesondere Insekten wie Schmetterlinge, sind jedoch auf ein reiches Arteninventar angewiesen. So brauchen Ihre Raupen oftmals eine bestimmte Futterpflanzen, um sich satt zu fressen. Erwachsene Schmetterlinge wiederum freuen sich über Pflanzenarten, die als Nektarquelle dienen. Artenreiche Bunte Wiesen können diesen Anspruch abdecken.

Aber nicht nur Insekten profitieren von diesen Flächen. Vögel freuen sich über den reich gedeckten Tisch an Insekten und können gerade im Frühjahr ihre Jungen mit ausreichend Nahrung versorgen.

Bunten Wiesen sind aber auch für uns Menschen nützlich. Zum einen bieten sie etwas fürs Auge, da man, je nach Wiese, fast das ganze Jahr die verschiedenen blühenden Farbakzente der Wiese beobachten kann. Allerdings sind Bunte Wiesen natürlich nicht so formschön, wie sie eine Rasenfläche sein kann. Nicht jede*r wird diese Form der Flächennutzung daher immer besonders ästhetisch empfinden.

Langgraswiesen filtern zudem kleine Staubpartikel aus Luft und beeinflussen positiv das Kleinraumklima. Gerade im städtischen Bereich kann dies die Lebensqualität verbessern.

Und im kleineren Maßstab sind Bunte Wiesen natürlich auch gute Lieferanten für einen schönen Wildblumenstrauß.

Konzept

Mahd

Um eine Bunte Wiese zu gestalten, gibt es verschiedene Ansätze. Ausgangspunkt und Hauptaugenmerk ist dabei die Veränderung der Mahdzeiten. Wo z. B. städtische Rasenflächen oft vier bis sechsmal im Jahr gemäht werden, werden Bunte Wiesen nur noch maximal zweimal im Jahd gemäht (zweischürige Mahd). Somit haben auch Pflanzen eine Chance aufzuwachsen, zu blühen und Samen zu bilden, die bei häufigeren Mahdintervallen im wahrsten Sinne des Wortes zu kurz kommen.

Gemäht wird dabei einmal im Juni und einmal im September. Wichtig nach jeder Mahd ist, dass das Mahdgut einige Tage nach der Mahd von der Fläche geräumt wird. Dies führt dazu, dass mit dem Mahdgut Nährstoffe aus der Fläche geholt werden und der Boden somit über die Zeit weniger Nährstoffe enthält. Das hört sich vielleicht erst einmal unlogisch an, jedoch sind unsere Böden in vielen Teilen Brandenburgs sehr nährstoffreich. Diese sogenannten fetten Böden führen dazu, dass oft nur wenige schnellwachsende Arten eine Fläche einnehmen und andere Arten verdrängen. Gut zu beobachten ist das auf "Löwenzahnwiesen". Sieht zwar zur Blütezeit sehr schön aus, aber außer Löwenzahn gibt es hier auch kaum andere Pflanzen und spätestens nach der Blüte auch kaum noch Nahrung für nektarliebende Insekten.

Durch den Entzug von Nährstoffen und der Änderung der Mahdintervalle können sich auch wieder langsamwachsende Pflanzenarten ansiedeln. Die Biodiversität steigt. 

Mähtechnik

Aufgrund der Höhe einer Bunte Wiese ist es oft gar nicht mehr möglich, mit einen normalen Rasenmäher zu mähen. Davon mal abgesehen, werden viele kleine Tiere durch das Mähwerk eines Rasenmähers getötet, was der Artenvielfalt schadet. Für die Mahd bei Bunten Wiesen werden daher oft ganz klassische Handsensen angewendet. Diese haben den Vorteil, dass sie sehr leise arbeiten, für die Tierwelt sehr schonend agieren und man bei der Arbeit fit bleibt. Es kann auch sehr entspannend sein, an einem ruhigen Morgen nur das Geräusch der Sense zu hören, die durch die Wiese saust. Ebenfalls sehr schonend sind sogennante Balkenmäher. Diese sind motorbetrieben und gerade größere Flächen bekommt man schneller gemäht. Diese Maschinen sind jedoch oft sehr teuer und gerade für Einzelpersonen nicht unbedingt erschwinglich. Als Kompromiss sind auch Motorsensen/Freischneider einsetzbar, die die Tierwelt jedoch etwas mehr zusetzen.  

Saatgut

Je nach Fläche und den eigenen Vorstellungen reicht es, wenn man die Mahdintervalle auf 1 bis 2 Einsätze im Jahr reduziert, um die Artenvielfalt nach und nach zu fördern. Hier ist jedoch Geduld gefragt. Wenn man schneller Ergebnisse erzielen möchte oder die umzuwandelne Fläche kaum noch verschiedene Pflanzenarten enthält, dann kann man Saatgut einsäen. Hier sollte man vor allem darauf achten, dass das Saatgut einheimische Arten abdeckt. Zudem gibt es Zulieferer, die Regional-Saatgut anbieten wie Rieger-Hofmann oder Saaten Zeller. Dieses Saatgut ist an die örtlichen Standortbedingungen angepasst und typisch für bestimmte Regionen in Brandenburg bzw. in Deutschland. 

Bevor man Samen einsäen kann, muss man jedoch die Fläche vorher vorbereiten. Die Empfehlungen geben die Saatgutzulieferer mit.  

 

 

 

 

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