BUND Landesverband Brandenburg

BUND äußert Bedenken gegen Behandlung von Eichenalleen mit dem Biozid Foray ES

30. April 2020 | Alleen, Bäume, Lebensräume, Schmetterlinge, Umweltgifte

Der Landesverband Brandenburg des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) spricht sich gegen die Behandlung von Eichenalleen im Nordwesten Brandenburgs mit dem Insektizid Foray ES zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners aus.

Foto: Klenske

BUND-Landesvorsitzender Carsten Preuß: „Das Bacillus-thuringiensis-Präparat Foray ES greift in das ökologische Wirkungsgefüge ein und tötet nicht nur den Eichenprozessionsspinner, sondern auch andere Insektenarten.“ Insbesondere andere Schmetterlingsarten werden als Nichtzielorganismen von der Wirkung des Mittels erfasst. Der BUND Brandenburg schlägt das Absaugen der Gespinste anstelle des Insektizideinsatzes vor. Die Härchen der Gespinste können allergische Reaktionen beim Menschen hervorrufen. Daher sollten die Nester abgesaugt werden.  Da das allergene Potenzial von nicht entfernten Raupennestern über Jahre erhalten bleibt, gewährleistet die mechanische Entfernung den besten Gesundheitsschutz.

Der Landesbetrieb Straßenwesen hat angekündigt, dass vom 27. April bis zum 15. Mai Straßenbäume in den Landkreisen Prignitz, Ostprignitz-Ruppin und Oberhavel mit Foray ES behandelt werden sollen. In der Zeit vom 4. bis 20. Mai soll das Insektizid in den Landkreisen Potsdam-Mittelmark und Havelland eingesetzt werden.

Der BUND hält die Aussage des Landesbetriebes Straßenwesen, dass ein Kahlfraß durch die Raupen des Eichenprozessionsspinners zu einem Absterben der Eichen führen könnte, für sehr unwahrscheinlich. Ein Absterben von Bäumen ist höchstens im Komplex mit anderen Stressfaktoren, wie der Dürre, denkbar.

Preuß weist darauf hin, dass das Insektizid auch in einer Reihe von Naturschutzgebieten eingesetzt werden soll. So sollen in dem, in den Landkreisen Teltow-Fläming und Potsdam-Mittelmark gelegenen NSG „Nuthe-Nieplitz-Niederung“ die Eichen an der Straße zwischen Stücken und Fresdorf behandelt werden. Außerdem sind die NSG „Elbdeichvorland“, „Elbdeichhinterland“, „Lenzen-Wustrower Elbniederung“, „Gandower Schweineheide“, „Werder Besandten“ und „Wittenberge-Rühstädter Elbniederung“ betroffen. Dort kommen die seltenen Schmetterlinge Wegerich-Scheckenfalter, Brauner Eichen-Zipfelfalter und Ulmen-Zipfelfalter sowie der nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie geschützte Große Feuerfalter vor.

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