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BUND Landesverband Brandenburg

BUND: Braunkohlestudie beantwortet falsche Fragen

06. April 2018 | Klimawandel, Kohle

Laut dem BUND Brandenburg zeigt die vor einigen Tagen veröffentlichte BTU-Studie zur Nutzung der Braunkohlekraftwerke vor allem, dass diese ungeeignet sind, um die nötigen Systemdienstleistungen für den Netzbetrieb im Rahmen der Energiewende zu erbringen.

 (Michaela Kruse/BUND Brandenburg)

In der Studie „Betrachtungen zur Mindesterzeugung von Braunkohlekraftwerken im Kontext des Netzbetriebes“ der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus - Senftenberg wurde im Auftrag des brandenburgischen Wirtschaftsministeriums versucht, die Notwendigkeit von Systemdienstleistungen der Braunkohlekraftwerke zur Gewährleistung des sicheren Netzbetriebes darzustellen. Aus Sicht des Umweltverbandes ist die Frage jedoch vollkommen falsch gestellt.

Richtig sei, dass man nicht sofort auf konventionelle Kraftwerke verzichten kann und entsprechende Strukturen geschaffen werden müssen. Den Nachweis, dass dafür aber nur die brandenburgischen Braunkohlekraftwerke Jänschwalde und Schwarze Pumpe bzw. in Sachsen Boxberg und Lippendorf geeignet sind, bleibt die Studie schuldig. Im Gegenteil: „Die Studie zeigt auf, dass die Braunkohlekraftwerke mit umfangreichen Maßnahmen nachgerüstet werden müssen, um tatsächlich die geforderten Systemdienstleistungen erbringen zu können. Dass die LEAG diese Investitionen vornehmen wird, ist eher unwahrscheinlich – dies stellen die Autoren sogar selbst fest“, erklärt Axel Kruschat Geschäftsführer des BUND Brandenburg. In der Studie werden umfangreiche Maßnahmen aufgelistet, um die Flexibilität der Lausitzer Großkraftwerke zu erhöhen. So wird beispielsweise vorgeschlagen, für die Kraftwerke Stromspeicher in Form von Großbatterien anzuschaffen. Es ist aber aus Sicht des BUND völlig widersinnig Kohlestrom in Batterien zu speichern, denn dann könnte man diese auch gleich für die regenerativen Energien nutzen.

Die Fragestellung der Studie ist völlig unzeitgemäß und damit falsch. Die Frage ist doch nicht, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, damit Braunkohlkraftwerke in Zukunft noch einen Sinn machen, sondern, was getan werden muss, damit die Stromversorgung bis 2030 ohne brandenburgische Kohlekraftwerke auskommt. Denn nur so sind die Klimaschutzziele zu erfüllen“, so Kruschat weiter.

Die Aussage von Wirtschaftsminister Albrecht Geber, dass die Braunkohlekraftwerke mittelfristig unverzichtbar sind, könne man seriös anhand dieser Studie gar nicht treffen. Vielmehr zeigten die zahlreichen Maßnahmen, die notwendig sind um die Flexibilität der Kraftwerke zu erhöhen, dass Kohlekraftwerke gerade nicht als Brückentechnologie geeignet sind. Und auch mit flexiblen Kohlekraftwerken können die Klimaschutzziele nicht erfüllt werden. „Schon gar nicht kann diese Studie zur Rechtfertigung neuer Tagebaue und damit zur Umsiedelung ganzer Dörfer dienen“, so Kruschat abschließend.

Darüber hinaus habe die Studie mehrere methodische Schwächen. So wird die Stromversorgung in Deutschland nicht anhand der Übertragungsnetze, sondern nur summarisch betrachtet. Dieses führe zu der falschen Schlussfolgerung, dass ein Braunkohlekraftwerk in der Lausitz wesentlich zum Ausgleich der wegfallenden atomaren Stromerzeugungskapazitäten in Bayern oder Baden-Württemberg beitragen könnte.

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