BUND Landesverband Brandenburg

Schwarzstorch als Brutvogel im Spreewald ausgestorben

14. September 2020 | Flüsse & Gewässer, Lebensräume, Naturschutz

BUND fordert Artenschutzprogramm zur Wiederherstellung des Lebensraumes Nach Angaben der Ortsgruppe Lübben/Spreewald des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gibt es bereits seit zwei Jahren in der gesamten Spreewaldregion kein Brutpaar des Schwarzstorches mehr.

Foto: Hobbyfotowiki  (Hobbyfotowiki)

Der vom Aussterben bedrohte und daher streng geschützte Schwarzstorch ist eine attraktive Tierart, mit der im Spreewald gegenüber Touristinnen und Touristen geworben wird. So ist er auf zahlreichen Informationstafeln des Biosphärenreservates „Spreewald“ als Charakterart dargestellt.

Thomas Liebsch von der BUND-Ortsgruppe Lübben/Spreewald: „Wir haben festgestellt, dass die Anzahl der Brutpaare in der Spreewaldregion immer mehr abnahm. Im Jahr 2005 waren es noch acht Brutpaare, 2014 nur noch vier. In 2019 und 2020 konnte aufgrund des Verlustes ihres Hauptnahrungshabitats keine Brut des Schwarzstorches im Spreewald mehr festgestellt werden.“

Der Vorsitzende des BUND Brandenburg Carsten Preuß ergänzt: „Wir haben uns an das Landesamt für Umwelt gewandt und dort die Aufstellung eines Artenschutzprogrammes Schwarzstorch für den Spreewald gefordert. Teil des Artenschutzprogrammes sollte die Implementierung eines naturnahen Wasserregimes mit periodischen Überflutungen sein, um die Spreewaldaue, Feuchtwiesen und Vernässungsflächen als Lebensraum des Schwarzstorches wiederherzustellen. Die Gewässerunterhaltung muss so geändert werden, dass fischreiche, flache Gräben als zusätzliche Nahrungshabitate entstehen. Teichgebiete sind unbedingt zu erhalten.“

Um die Wiederbesiedlung des Biosphärenreservates Spreewald zu ermöglichen, sollten nach Meinung des BUND Brandenburg Rückzugsräume für den Schwarzstorch geschaffen werden, damit er an seinen Brut- und Nahrungsplätzen nicht gestört wird. Es wird gefordert, dass kurzfristig drei Prozent, langfristig zehn Prozent der Fläche des Biosphärenreservates als Kernzone ausgewiesen werden.

Außerdem fordert der BUND Brandenburg die Erarbeitung eines Managementplanes für das Vogelschutzgebiet „Spreewald und Lieberoser Endmoräne“, um mit geeigneten Maßnahmen den Erhaltungszielen gerecht zu werden und damit die schnelle Rückkehr des Schwarzstorches zu ermöglichen. Dabei werden für die Hartmannsdorfer Teiche Erhaltungsmaßnahmen zur Wiederherstellung des ehemaligen Hauptnahrungshabitats des Schwarzstorches entsprechend der naturschutzrechtlich verbindlichen Erhaltungs- und Schutzziele vorgeschlagen. Es muss dringend ein Niedrigwasserkonzept für die gesamte Spreewaldregion erstellt und umgesetzt werden, wodurch eine möglichst ganzjährige Sicherung hoher Wasserstände in den Nahrungshabitaten gewährleistet wird.

Außerdem müssen alle großflächig bodenversiegelnden und biotopzerschneidenden Maßnahmen vermieden werden. Dazu gehört der Bau der Umgehungsstraße B 87n durch das Schutzgebiet Spreewald. Die Umgehungsstraße zerstört das Hauptnahrungshabitat der Schwarzstörche und zerschneidet extrem wichtige Biotopverbünde, welche die überregionalen Schutzgebietsnetze (Natura 2000) miteinander verbinden.

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