BUND Landesverband Brandenburg

BUND: Kohleabbau gefährdet Berliner Trinkwasser und zerstört Brandenburger Gewässer

24. Juni 2015 | Flüsse & Gewässer, Kohle

Am 24. Juni werden Abgeordnete Brandenburgs und Berlins eine gemeinsame Besichtigungsfahrt der Vattenfall Tagebaue unternehmen und anschließend in einer gemeinsamen Sitzung über die länderübergreifenden Konsequenzen des Braunkohletagebaues -und seiner Auswirkungen auf die Gewässer - debattieren. Auslöser ist die zunehmende Sulfatbelastung der Spree und die damit verbundenen Gefährdung der Berliner Trinkwasserversorgung. 

Anlässlich dieses bilateralen Politikereignisses, fordern BUND Brandenburg und BUND Berlin die Parlamentarier auf, endlich Anstrengungen zu unternehmen, den immer drängender werdenden Ausstieg aus der Kohle schnellstmöglich zu organisieren und entsprechend konkrete Handlungsoptionen zu erarbeiten.

Die aktuellsten Probleme des Braunkohletagebaues für Berlin und-Brandenburg sind die Eisenoxid- und die Sulfatbelastung der Spree, die sowohl als Altlast, als auch durch die aktiven Vattenfall - Tagebaue die Gewässerqualität beider Bundesländer gefährdet. Der BUND fordert dazu auf, endlich geeignete Maßnahmen zu ergreifen, damit die Qualität des Trinkwassers der Bundeshauptstadt gewährleistet werden kann Der steigende messbare Trend der Sulfatwerte muss umgekehrt  werden. Der Grenzwert von 250 mg/l wird mit 280 mg/l bei Rahnsdorf am Müggelsee bei Weitem überschritten. Damit ist mittelfristig die Trinkwasserversorgung von drei Millionen Berlinern bedroht. Außerdem drohen massive wirtschaftliche Schäden an Brücken und Rohrleitungssystemen durch Betonfraß.

In der Lausitz und im Spreewald sind dagegen die „braune“ Spree und die toten, mit Eisenschlamm verseuchten Fließgewässer rund um die Tagebaue zum Synonym für die Verantwortungslosigkeit der Kohlelobby geworden. „Ungeachtet der immer größer werdenden Probleme, die wir sowohl durch die aktiven Tagebaue und Kohlekraftwerke auf uns zukommen sehen, als auch durch die Altlasten, die Ewigkeitskosten, die intransparenten Haftungsfragen und unzureichenden Rückstellungen für Bergbauschäden, die uns mindestens die nächsten 200 Jahre begleiten werden, ist sofortiges Handeln bei den drängendsten Fragen unumgänglich“ sagt Matthias Krümmel, Energiereferent des BUND Berlin.

Winfried Lücking, Gewässerexperte des BUND, stellt fest: „Das Trinkwasser wird aus Havel und Spree gewonnen. Wer die Grundlage unseres Trinkwassers belastet, gefährdet die Gesundheit der wachsenden Millionen-Metropole Berlin und treibt die Kosten für die Trinkwasserversorgung hoch. Die Problematik ist seit Jahren bekannt, doch es fehlen entsprechende Maßnahmen, um dieser Gefährdung zu begegnen. Vattenfall scheint das Problem auf Kosten der Bevölkerung aussitzen zu wollen.“

Von daher fordert der BUND, dass nach dem Verursacherprinzip alle erforderlichen Maßnahmen von Vattenfall übernommen werden, die die Einhaltung der Wasserrahmenrichtlinie – insbesondere die Beachtung des Verschlechterungsverbots – nötig machen. Zudem müssen allgemein gültige Grenzwerte für die Einleitung der Grubenabwässer aus Tagebaugebieten festgelegt und das Monitoring durch ein geeignetes Netz an Messstellen ausgeweitet werden. Außerdem müssen die überholten Prognosen dringend aktualisiert werden, damit weder die Brandenburger noch die Berliner Wasserwerke wieder von steigenden Frachten „überrascht“ werden. Matthias Krümmel: „Die Parlamentarier müssen konkret auf geeignete Rückstellungen für Schäden drängen, die durch die Kohleindustrie verursacht worden sind. Am Strukturwandel, der nur ohne Kohle gelingen wird, müssen Brandenburg und Berlin ein gemeinsames Interesse haben.“ 

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