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BUND Landesverband Brandenburg

Wölfe managen statt jagen

Erst seit wenigen Jahren fühlt sich der Wolf in Brandenburg wieder heimisch. Gesehen wurde das extrem scheue Tier bisher nur von sehr wenigen Menschen. Ängste und Vorurteile gibt es dennoch. Um das neue Miteinander von Mensch und dem unter Natur- und Artenschutz stehenden Wolf zu verbessern, engagiert sich der BUND Brandenburg auf Einladung des Brandenburger Umweltministeriums bei der Überarbeitung des veralteten Wolfsmanagementplans von 1994.

Dabei ist es wichtig, dass Ängste und Probleme, die mit der Rückwanderung des Wolfes nach Brandenburg einhergehen, ernst genommen werden. Der BUND Brandenburg wendet sich jedoch vehement gegen eine Aufnahme des Wolf in das brandenburgische Jagdgesetz, denn die Erfahrungen anderer Bundesländer zeigen: Managen ist besser als jagen! 

Das Brandenburger Umweltministerium erstellt nun gemeinsam mit Umweltverbänden wie dem BUND einen aktualisierten Wolfsmanagementplan für Brandenburg, in dem u.a. die Schutzmaßnahmen für Nutztiere und der Schadensausgleich geregelt sind und der einem konfliktvermeidenden Umgang mit dem Wolf gerecht wird.
Der Plan beinhaltet beispielsweise eine genaue Bestandsanalyse mitsamt einer Prognose der Entwicklung und deren Folgen, die Festlegung von Standards für die Fortbildung für die Bestandserfasser, Präventionsmaßnahmen und vieles mehr. Der Managementplan lehnt sich stark an das Bespiel Sachsens an.

 

Die Anforderungen des BUND Brandenburg an einen Wolfsmanagementplan für Brandenburg sind:

Grundsatz
Der Wolf besiedelt nach über hundertjähriger Abwesenheit altes Territorium neu. Dies wird vom BUND begrüßt. Dass dies nicht ohne Konflikte stattfindet wird, haben die letzten Jahre in Brandenburg bereits bewiesen. Der BUND glaubt, dass diese Konflikte lösbar sind, wenn alle Betroffenen konstruktiv zusammenarbeiten. Der Wolfsmanagementplan dient dazu, ein konfliktarmes Zusammenleben von Mensch und Wolf im Land Brandenburg zu gewährleisten. Dies geschieht auf der Grundlage der bestehenden Gesetze und wissenschaftlichen Erkenntnisse.

Schutz
Der Wolf steht unter dem Schutz internationaler, europäischer und nationaler Arten- und Naturschutzgesetze. Eine zusätzliche Aufnahme ins Jagdgesetz ist daher abzulehnen.

Tierhaltung
Die Ängsten und Sorgen der gewerblichen Nutztierhalter und Hobbytierhalter sind ernst zu nehmen. Sie müssen bei der Umstellung und Anpassung ihrer Tierhaltung an die neuen Bedingungen unterstützt und beraten werden. Die gewerblichen Nutztierhalter und Hobbytierhalter sind hingegen ebenso verpflichtet die Umstellung und Anpassung ihrer Tierhaltung schnellst möglich durchzuführen.

Schadensausgleich
Das Land Brandenburg erstellt verbindliche Regelungen für den Ausgleich von Schäden bei gewerblichen Nutztierhaltern und Hobbytierhaltern. Der Schadensausgleich hat zeitnah und für die Betroffenen transparent zu erfolgen.

Prävention
Das Land Brandenburg unterstützt gewerbliche Nutztierhalter und Hobbytierhalter mit finanziellen Mitteln bei der Prävention zur Vermeidung von Schäden.

Monitoring
Das Land Brandenburg sorgt für ein landesweites und dauerhaftes Monitoring wie in der FFH-Richtlinie verbindlich festgelegt. Die gewonnen Daten sind öffentlich zu machen. In Gebieten mit territorialen Tieren, Paaren oder Rudel sind die Bevölkerung - und hier speziell die gewerblichen Nutztierhalter und Hobbytierhalter - umgehend zu informieren und eine weitergehende Betreuung (Beratung, Öffentlichkeitsarbeit etc.) ist zu gewährleisten.

Öffentlichkeitsarbeit
Eine vorausschauende und an Fakten orientierte Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ist von allen Mitgliedern des Wolfsmanagements zu gewährleisten.

Zusammenarbeit national/international
Da der Wolf sich weder an Landes- noch an Staatsgrenzen hält, ist es dringend erforderlich grenzüberschreitend zusammenzuarbeiten. Hierfür wäre ein Wolfsmanagementplan für die gesamte Bundesrepublik dringend vonnöten. Darüber hinaus muss ein enger Kontakt mit Behörden und Institutionen in Polen gesucht, bzw. ausgebaut werden.

Populationgröße / wolfsfreie Gebiete
Zu einem derart frühen Zeitpunkt der Rückeinwanderung des Wolfes in Deutschland und Brandenburg ist eine Festsetzung einer Populationsgröße nicht möglich. Gebiete die „wolfsfreie“ gehalten werden sollen sind abzulehnen.

„Problemtiere“
Die Einstufung von sogenannten „Problemtieren“ steht nur Fachleuten zu. Dabei handelt es sich um Wölfe die dem Menschen gefährlich werden können. Eine erhöhte Anzahl von Nutztierrissen macht aus einem Wolf noch kein „Problemtier“. Grundsätzlich sind zur Abwendung derartiger Schäden die vorhandenen Möglichkeiten der Prävention und Vergrämung ausreichend.  

 

 

 

Unsere Forderungen für einen Wolfsmanagementplan in Brandenburg

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