Landesbauernverband verlässt gesellschaftlichen Konsens

22. März 2024 | Chemie, Flüsse & Gewässer, Nachhaltigkeit, Wasser, Landwirtschaft

Anlässlich der geplanten Proteststernfahrt und der Demonstration des Bauernverbandes in den kommenden Tagen fordert der BUND Brandenburg gemeinsame Anstrengungen für einen verbesserten Schutz der Grund- und Oberflächenwassers in Brandenburg. Der BUND Brandenburg fordert insbesondere den Landesbauernverband auf, konstruktiv beim Ressourcen- und Wasserschutz mitzuarbeiten.

 

Mit seiner Forderung nach Abschaffung der Stoffstrombilanzverordnung verlasse der Landesbauernverband den gesellschaftlichen Konsens, die großen Schäden durch Überdüngung zu verhindern.

Jedes Kilogramm Stickstoff pro Hektar, das in der Stoffstrombilanz als Überschuss auftaucht und in die Umwelt gelangt, verursacht rechnerisch externe Schäden und Kosten von rund 16 Euro pro Jahr1. Die in ganz Deutschland geltende Stoffstrombilanzverordnung ermöglicht Betrieben, Dünger effizienter einzusetzen und damit betriebliche und externe Kosten zu sparen.

Die Pflicht zur Bilanz der Nährstoffströme veranlasst Betriebe mit Überdüngung, etwa in Folge von zu hoher Dichte an Massentierhaltung, weniger Stickstoff auszubringen und somit die Umwelt wirksam zu entlasten.

In Brandenburg sind noch weniger als 2% der Agrarfläche als überdüngte „rote“ Gebiete ausgewiesen. „Das wichtigste Instrument um die Nitratbelastung im Griff zu behalten, ist die vollständige betriebliche Stoffstrombilanz. Ausgerechnet die Pflicht zur Bilanz will der Bauernverband abschaffen. Das aber würde der Überdüngung Tür und Tor öffnen,“ warnte Carsten Preuß, Landesvorsitzender des BUND Brandenburg.

Der BUND Brandenburg appelliert an die Landesregierung, die Nachhaltigkeitsziele konsequenter zu verfolgen als bisher und den Schutz unseres Wassers vor Überdüngung, Pestizidbelastungen mit wirksameren Maßnahmen zu verbessern. „Wir haben noch keine Nitrat-Überschreitungen bei den Trinkwasserversorgern, aber bei privaten Brunnennutzern schon. Viele Menschen im ländlichen Raum sind auf die Nutzung von Brunnen zur Trinkwasserversorgung angewiesen. Das Wasser aus diesen Brunnen ist oft zu stark nitratbelastet,“ so Preuß.

Von den 42 Grundwasserkörpern in Brandenburg sind mindestens 6 wegen diffuser Nitratbelastungen in schlechtem Zustand. Außerdem sind nach Angaben des VSR-Gewässerschutz e.V. in mindestens sechs Landkreisen bei 20 bis 40 % der Messungen von Brunnenwasser Nitratwerte über 50 mg/l festgestellt worden.2 Vielfach sind die Menschen auf diese Brunnen angewiesen, weil sie nicht an die zentrale Trinkwasserversorgung angeschlossen werden können.

Für Rückfragen:

Carsten Preuß, Landesvorsitzender BUND Brandenburg, Funk: 0177 8224731,

Axel Kruschat, Geschäftsführer BUND Brandenburg, Funk: 0179 5911 698, axel.kruschat(at)bund.net

Quellen:

1)https://www.bmuv.de/fileadmin/Daten_BMU/Pools/Forschungsdatenbank/fkz_3717_11_260_integrierte_stickstoffminderungsstrategie_bf.pdf

2)https://vsr-gewaesserschutz.de/regionales/brandenburg-berlin

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