BUND Landesverband Brandenburg

Forderung des BUND Brandenburg erfüllt: Grünes Band erhält besseren Schutz

26. Mai 2022 | Flüsse & Gewässer, Grünes Band, Lebensräume, Naturschutz

Anlässlich der Gedenkveranstaltung zur Schließung der innerdeutschen Grenze vor 70 Jahren wird Umweltminister Axel Vogel das Nationale Naturmonument Grünes Band Brandenburg vorstellen. Der BUND Brandenburg begrüßt, dass das Grüne Band Brandenburg nun als Nationales Naturmonument gesichert ist. Damit ist eine langjährige Forderung des Naturschutzverbandes erfüllt und eine wichtige Voraussetzung dafür geschaffen, dass das Grüne Band Europa als UNESCO-Welterbestätte nominiert werden kann.

Elbe Auenlandschaft Naturschutz Auenwald Lenzen Wittenberge Biosphärenreservat  (Michaela Kruse / BUND Brandenburg)

Carsten Preuß, Landesvorsitzender des BUND Brandenburg: „In Brandenburg erstreckt sich das Grüne Band in der Prignitz entlang der Elbe. Die Auenlandschaft ist hier noch sehr naturnah und vielfältig. Offenlandbereiche wechseln sich ab mit Gewässern und Wäldern. Auch einige Feuchtgebiete und Moore befinden sich noch in einem guten ökologischen Zustand. Insgesamt ist die Auenlandschaft ein wichtiger Wanderkorridor für seltene und bedrohte Pflanzen und Tiere wie zum Beispiel Mittelspechte, Fledermäuse, Seeadler und Biber. Wir freuen uns sehr, dass dieser besondere Lebensraum nun als Nationales Naturmonument gesichert ist.“

Das Grüne Band ist in Brandenburg zudem eine wichtige Teilfläche der Natura 2000-Gebiete im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe und enthält mit dem Vogelschutzgebiet „Unteres Elbtal“, dem Fauna-Flora-Habitat-Gebiet „Lenzener Elbniederungen“, dem „Landschaftsschutzgebiet Brandenburgische Elbtalaue“ und vier Naturschutzgebieten geschützte Rückzugs- und Lebensräume für viele Arten.

Mit der Ausweisung als Nationales Naturmonument ist ein weitreichender Schutzstatus festgelegt, der auch die Voraussetzung dafür ist, das Grüne Band Europa in den Stand eines UNESCO-Welterbes in den Kategorien Natur und Kultur zu heben.

Carsten Preuß: „An der ehemaligen Grenze gibt es neben der wertvollen Natur auch bedeutende Relikte der Zeitgeschichte. Es ist wichtig, diese kulturellen Relikte mit Hilfe des

UNESCO-Welterbe-Status zu erhalten und einen Ort zu schaffen, der an Demokratie, Freiheit und Frieden erinnert.“

Hintergrund:

Der BUND setzt sich seit über 30 Jahren für den Schutz des innerdeutschen Grünen Bandes ein, das für für mehr als 1.200 seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten einen rückzugsort bietet. In den Elbtal-Auen am Grünen Band führt der BUND zahlreiche Renaturierungsprojekte durch.

2002 hat der BUND erstmals ein Grünes Band durch Europa vorgeschlagen und ist ein Initiator der Grüne Band Europa Initative, die sich für Schutz und Entwicklung des Lebensraumverbundes entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs von Eismeer bis zum Schwarzen Meer einsetzt.

Nach § 24 Bundesnaturschutzgesetz sind Nationale Naturmonumente rechtsverbindlich festgesetzte Gebiete, die aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, kulturhistorischen oder landeskundlichen Gründen und wegen ihr Seltenheit, Eigenart oder Schönheit von herausragender Bedeutung sind.

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