BUND Landesverband Brandenburg

Sumpf und Sand - Brandenburgs zwei Gesichter

Extrem feucht und extrem trocken - Trockenrasen und Moore sind typische Landschaftsräume Brandenburgs. Welche Pflanzen und Tiere leben hier? Welche Rolle übernimmt der Mensch für den Erhalt der Naturräume? Wie bedeutend sind Sie für den Klimaschutz?

Moore, Sümpfe & Trockenrasen

Erleben, entdecken, verstehen

Im September 2020 startete das zweijährige Umweltbildungsprojekt „Sumpf & Sand –Brandenburgs zwei Gesichter“ des BUND Brandenburg. Das Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (kurz: ELER) und Mitteln des Landes Brandenburg finanziert. Es schließt an das abgeschlossene Projekt „Alleskönner Moor“ an.

Ziel ist es, Menschen in Brandenburg durch unterschiedlichste Bildungsformate für die zwei landschaftsprägenden Lebensräume Moor und Trockenrasen zu sensibilisieren und zu aktivieren. Klima- und Artenschutz, spezialisierte Lebensformen, praktischer Naturschutz im Alltag und die Multiplikator*innenbildung für die grüne Branche werden durch Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) thematisiert.

 

Trockenrasen (Foto: NaturSchutzFonds/H. Rößling)

Heiß, sandig und trocken sind die Lebensbedingungen für Tiere und Pflanzen eines Trockenrasen. Überleben können hier vor allem Spezialisten. Darunter auch die Ochsenzungen-Seidenbiene,oder die Flockenblumen-Langhornbiene, gefährdete Wildbienenarten Brandenburgs.

 

Schwanenblume (Butomus umbellatus)  (Axel Heinzel-Berndt)

Das Alles oder Nichts ist das Wasser hingegen in den Mooren. Hungerkünstler, wie der Sonnentau in nährstoffarmen Übergangsmooren wie auch die anmutige Schwanenblume in nähstoffreicheren Niedermooren sind auf feuchte Standorte angewiesen.

 

 

Wo Land entwässert und Gebiete trocken gelegt werden, sind immer wieder auch Moore betroffen und in Ihrer Existenz gefährdet. Wo Trockenrasen umgebrochen und gedüngt oder die Schafbeweidung aufgegeben wird, verschwinden Lebensräume spezialisierter Insekten.

Wer gemeinsam mit uns tiefer in die Lebensräume Sumpf und Sand einsteigen möchte, kann ab 2021 an den Veranstaltungen des Projektes teilnehmen. Geplant sind ca. 26 Bildungsveranstaltungen verschiedenster Formate über das ganze Jahr.  Auf dem Programm stehen Aktionstage für Kita- und Grundschulkinder und Wochenenden für Familien. Landschaftspflegerische und gärtnerische Schwerpunkte werden mit Workshops für Erwachsene bzw. für betroffene Menschen in Konfliktregionen gesetzt. Für Landschaftsarchitekt*innen und Garten- und Landschaftsbauer*innen werden berufliche Fortbildungen angeboten.

Ansprechpartnerin Moor & Sumpf

Karoline Funk

Projektkoordinatorin
E-Mail schreiben Tel.: 0331 703997 24

Ansprechpartnerin Trockenrasen

Almut Roos

Projektkoordinatorin - zur Zeit nicht im Dienst
E-Mail schreiben Tel.: 0331 703997 23

Unsere Bildungsangebote

Sie möchten gerne eine Veranstaltung zum Thema "Sumpf & Sand" mit uns durchführen? Sie haben schon eine Idee, welches unserer Bildungsformate Sie vor Ort bei sich umsetzen wollen? Dann sprechen Sie uns an. Wir finden einen gemeinsamen Termin.
Bitte beachten Sie, dass wir Referent*innen und Kooperationspartner*innen in den jeweiligen Regionen beauftragen. Daher benötigen wir eine Vorlaufzeit von mindestens 6 bis 8 Wochen.

Die Mindestanzahl der Teilnehmenden für unsere Veranstaltungen beträgt 6 Personen.

Eindrücke aus unseren Veranstaltungen

Hier war Sense!

Altes Handwerk neu erlernen

Das Sensenblatt wird bodennah mit leicht nach oben geführter Sensenspitze in einem Halbkreis vor dem Körper geführt. In kürzester Zeit können geübte so viel Fläche bearbeiten. Und das ganz geräuschlos!

Heute, am 2. Oktober 2021 kamen sechs Menschen aus unterschiedlichen Himmelsrichtungen in dem Landschaftsgarten Christianenhof der Familie Klaus zusammen, um vom Flächeneigentümer Erwin Klaus etwas über das Handwerk des Sensens zu erfahren. Nach kurzer Einführung mit Vorstellungsrunde und Austausch darüber, inwieweit es bereits Schnittmengen mit der Materie gab, ging es sogleich zum Ausprobieren auf die im Frühjahr angelegte Trockenwiese.

Schon von Weitem sah man es flattern und hörte es summen. Es duftete nach Kräutern. Kratzdistel, Wilde Möhre, Lichtnelke und Schafgarbe & Co. zusammen mit herbstlichen Sonnenstrahlen lockten sämtliche Bestäuberinsekten wie Tagfalter, Käfer und Wildbienen an. Um diese vielfältige Flora & Fauna weiterhin zu schützen, soll die Fläche nach und nach "abgemagert" werden. Dies funktioniert durch die einmalige Mahd ganz spät im Jahr. Wichtig ist, dass das anfallende Mahdgut mit Rechen und Forke von der Fläche entnommen wird. Der Boden reichert sich so nicht mit Nährstoffen aus Umwandlungsprozessen an. Dies hätte zur Folge, dass die Wiese "verkrautet" und an Biologischer Vielfalt verliert. Sensen ist eine alte, bewährte und für Boden und Kleinstsäuger schonende Methode. Sie ist im Gegensatz zu Motorsensen oder (Roboter-)Mähern geräuscharm, sportiv und gesellig - schließlich kann nebenbei erzählt werden. Durch das Kappen der Wildpflanzen werden deren Samen verteilt und haben so die Chance im kommenden Jahr zu keimen und erneut zu erblühen. Die Insekten, Reptilien und Kleinstsäuger konnten in umliegende Hochstaudenfluren und den naturnahen Landschaftsgarten ausweichen.

Technische Inhalte zur Sensenblattlänge, zum Schleifen, zum Führen der Sense & schließlich das Dengeln wurden im Workshop vermittelt, so dass die Teilnehmer*innen das Gelernte mit nach Hause nehmen und anwenden können. Es brauch jedoch Jahre bis das Sensen leicht von der Hand geht.

Nach einer Stärkung bei Kaffee & selbstgebackenen Pflaumen-Kuchen gab es eine abschließende Führung durch den Christianenhof, in dem es so manch schön exotische Pflanze, neben "Natur-im-Garten-Praxen" wie Feldsteinmauern für Reptilien und Insektenhotels zu bestaunen gab.

Der Christianenhof und die weitere Entwicklung der Trockenwiese kann bei Interesse und im Zuge der "Offenen Gärten" besichtigt werden.
Weitere Infos: www.tourismus-uckermark.de/unterwegs/offene-gaerten-uckermark.html

 

 

 

 

Auf den Spuren von Sumpf & Sand

Familien unterwegs im Schlaubetal

Sichtlich erholsam, spaßig und lehrreich waren die Familienwochenenden im Naturpark Schlaubetal.

Vom 17. bis 19. September und vom 24. bis zum 26. September 2021 fand jeweils ein Familienwochenende mit drei Familien aus Berlin und Brandenburg im BUND Naturschutzzentrum Schlaubemühle statt. Es beinhaltete zwei Übernachtungen, Vollpension, Naturerlebnisse und abendliches Lagerfeuer. Von der Schlaubemühle aus ging es samstags und sonntags auf Entdecker*innentour durch den Naturpark Schlaubetal, der ausgestreckte Wälder und eiszeitlich geformte Landschaft mit Schluchten, Mooren und Seen, sowie Trockenrasen beherbergt. Anschaulich und spielerisch lernten Groß & Klein angeleitet durch den Landschaftsökologen und -guide Daniel Kowal die Lebensräume und deren Tier- und Pflanzenarten kennen. Was kann getan werden, um sie zu schützen? Denn Moore und Trockenrasen sind durch unterschiedliche Faktoren, vor allem durch menschliche Einflüsse wie Landnutzungsmaßnahmen stark bedrohte Lebensräume und tragen zur Klimabilanz und zur Biologischen Vielfalt bei. Die Familien konnten viel mitnehmen und manch ein Kind, wollte gar nicht wieder abreisen. 

Im kommenden Jahr sind zwei weitere Familienwochenenden im Frühjahr und im Herbst geplant. Weitere Infos finden Sie unter "Aktuelles und Termine".

Moortag im Rambower Moor

Der Biber ist das größte Nagetier Europas und legt durch Staudämme Seen und Teiche an. Er wurde lange Zeit wegen seines Fleisches und Pelzes bejagt. Seit einigen Jahren kehrt er in alte Refugien von Fluss- und Auenlandschaften zurück.

Am 6. September fand im Zuge des Umweltbildungsprojekts "Sumpf & Sand" ein unvergesslicher "Sumpftag" für 9 Kinder der Evangelischen Kindertagesstätte Perleberg im *Rambower Moor statt. Angeleitet durch Ricarda Rath und Marion Schlede, Rangerinnen der Naturwacht des Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe, erforschten die Kinder das Moor und seine Entstehung. Sie ertasteten diesen seltsamen Matsch, der sich Torf nennt und der alte Geschichten erzählt. Sie beobachteten Tiere in freier Wildbahn oder im Lupenbecher und lernten charakteristische Pflanzen kennen. Auch eine Quelle wurde besucht und der Frage nachgegangen, woher kommt das Wasser und welche Rolle spielt es für das Moor? Verbunden mit Spiel und Spaß wie Stelzenlauf umrundete die Gruppe einmal komplett das Rambower Moor. Der Rundwanderweg umfasst 12 km. Ein nachtaktiver, scheuer Bewohner des Lebensraums und Baumeister von Stauflächen konnte in Form eines Präparats befühlt und bestaunt werden - der Biber.

" [...] Die Vorschulkinder brachten viel Abenteuerlust mit ins Moor. Und Moor ist nicht gleich Moor. Jedes ist individuell gestaltet und unseres setzt sich aufgrund seiner Entstehungs- und Nutzungsgeschichte aus vielen verschiedenen Lebensräumen zusammen. Wie ein Mosaik. Und das haben wir gemeinsam erforscht. Die Kinder entnahmen in der Feuchtwiese Torfproben mit einem Bohrstock, spürten den Moorboden unter den Füßen, der wie ein Wackelpudding bebte wenn eine Gruppe in die Luft sprang und die andere ihn spürte. Sie buddelten mit einem kleinen Spaten Torf aus der Wiese und drückten anschließend das Wasser heraus. Die Bestätigung für den vorherigen Schwammtest, der ihnen zeigte, dass ein Moorboden immer nass ist. Dann lernten sie einen Torfstich kennen, der noch vor 30 Jahren der Torfentnahme diente und kescherten in den Moorgräben nach spannenden Wasserinsekten, Fischen und Schnecken. Am Ende ging es noch an die Moorquellen, durch deren Anblick die Mädchen und Jungen nachvollziehen konnten, woher das Rambower Moor sein Wasser bekommt. An den Moorgräben haben wir anhand der sichtbaren Landbewirtschaftung auch kurz die Nutzung von Mooren thematisiert.[...] Meine Kollegin Marion und ich haben einige Impulse von den Kindern und Erzieherinnen bekommen. Ihre Begeisterung steckt natürlich an, so dass dieser Tag eine Bereicherung für uns war. [...]", Ricarda Rath, Rangerin.

"[...] Unser Moortag war ein super schönes Erlebnis für alle Kinder und für uns Pädagoginnen. Wir hatten super schönes Wetter mit Sonnenschein und waren von 09:00 Uhr bis 14:00 Uhr einmal um das Moor herum.[...]" Cornelia Schmidt, Kitaleiterin.

* Das Rambower Moor ist Teil des UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe und wurde 2014 durch die Sielmann Stiftung als eines von Deutschlands schönsten Naturwundern ausgezeichnet. Es umgibt ein Rundwanderweg mit Lehrpfad-Elementen. Jahrzehntelang wurde hier Torf abgebaut. Zurzeit wird es vor allem landwirtschaftlich genutzt. Im Herbst ziehen unzählige Kraniche durch das Gebiet. Rohrdommel und Fischotter zählen ebenfalls zu den schützenswerten Lebewesen im Moor.
 

Seminare im Oberen Rhinluch

Neue Perspektiven für das Rhinluch

Zu Gast beim prämierten Klimawirten Sebastian Petri. Er betreibt auf seinen Flächen die sogenannte Paludikultur („palus“ – lat. „Sumpf, Morast“). Das ist die land- und forstwirtschaftliche Nutzung nasser Hoch- und Niedermoore. Sie erfordert durch überstaute Bedingungen bestimmter Technik wie Kettenfahrzeuge und spezieller Schneidwerke in Leichtbauweise, um bodenschonend zu wirtschaften.

Am 4. September fand pandemiebedingt aus dem Frühjahr verschoben im Niedermoorgebiet des Kremmener Rhinluchs eine gemeinsame Veranstaltung des Landschaftsfördervereins Oberes Rhinluch e.V. und des Umweltbildungsprojekts "Sumpf & Sand" des BUND Brandenburg e.V. statt.

Insgesamt 15 Teilnehmer*innen aus der Region erhielten durch das langjährige Vereinsmitglied Detlef Hase eine unterhaltsame und informierende Einführung in Form eines Fotovortrags in der Naturschutzstation Linum: Faszinierende und gestochen scharfe Naturaufnahmen gepaart mit dichten Hintergrundinformationen zum Rhinluch und seinen Schätzen, aber auch den Bedrohungen und Möglichkeiten. Dabei wurde die Rolle des Wassers besonders herausgestellt und wie sich Trockenperioden und menschliche Einflussnahme auf den Moorboden, Flora und Fauna auswirken.
Im Anschluss wurde der Raum für Fragen und zur Diskussion aufgemacht.

Hiernach ging es in Kolonne mit dem eigenen PKW zur Naturbegegnung und -beobachtung zum Unkenteich, - ein durch den Förderverein gepflegtes, geschütztes Habitat für bedrohte Amphibienarten wie die Rotbauchunke, den Kammmolch oder den Moorfrosch, sowie zahlreiche Wasservögelarten. Durch die gestellten Spektive konnten Gänse, Kraniche, ein paar Silberreiher, sogar Kiebitze, Kampfläuferweibchen und Strandläufer näher beobachtet werden. Dadurch ließ sich die vorkommende Artenvielfalt des Frühjahrs erahnen.

Eine kleine Mittagspause mit Kaffee vom "Hofladen" begleitet durch Gänsegeschnatter und Kranichrufe ermöglichte den Genuss der Umgebung.
Gestärkt fuhren die Teilnehmenden durch alte Windschutzalleen und auf Panzerplatten, um den vom Deutschen Landschaftspflegeverband ausgezeichneten Klimawirten Sebastian Petri auf seinem Land zu besuchen. Dabei machte sich die Dimension der Fläche bemerkbar. Petri berichtete kurzweilig und informativ über seine Arbeit der moorschonenden Stauhaltung: seine Motivation, die Vorteile wie die Nachteile und Herausforderungen. Es fehle vor allem an Verwertungsmöglichkeiten für Gräser und Schilf, um Anreize für weitere Landwirt*innen zu schaffen. "Nebenbei" wurde noch ein Seeadlerpärchen auf einem toten Baum in der Ferne gesichtet. Durch hohe Schnitthöhen bei der Mahd bleibt vielen Kleinstsäugern und Amphibien die Möglichkeit sich zu verstecken. Nicht selten folgen Adler und Storche der umgebauten Pistenraupe von Petri. Moorschonende Stauhaltung ist Klima- und Artenschutz.

Danach ging es weiter in den Rhinbogen. Dort hat ein weiterer Landwirt seine Rinder stehen, die das Grasland offen und vielfältig halten. Jana Albrecht vom Landschafstförderverein gab abschließend einen kleinen Einblick in ihre komplexe Arbeit: Management der Pachtflächen, Gespräche mit allen Landnutzer*innen, Gewässerschutz, Förderungen der Greifvögel durch Strukturvielfalt, Alleenpflege und Netzwerkpflege uvm..
Die Verabschiedung fand über dem Rhin auf der alten Stahlbrücke statt. Durch Moorsackung, welche vor allem durch die menschliche Nutzung der Fläche hervorgerufen wurde, fließt er ca. anderthalb Meter über Flur. Dies erfordert besonderer Instandhaltungsmaßnahmen für Dämme und Deiche.

Durch die gute Nachfrage wird diese Veranstaltung in ähnlicher oder ergänzter Form im Frühjahr 2022 erneut stattfinden. Um die Vielfalt des Rhinluchs zu gewährleisten sind jährliche Pflegeeinsätze in den Teichen notwendig. Dafür werden Menschen gesucht, die gerne an der frischen Luft und in Gemeinschaft zupacken möchten. Eine gute Gelegenheit mit der Natur im Naturschutzgebiet in Kontakt zu kommen und zu bleiben. Bitte wenden Sie sich dafür an den Förderverein (siehe Verlinkung unten).

An dieser Stelle sei allen Beteiligten, insbesondere dem Landschaftspflegeverein vertreten durch Jana Albrecht & Detlef Hase für die inhaltliche und organisatorische Ausrichtung, dem Klimawirten Sebastian Petri für sein Engagement und seine Zeit von seiner Pilotarbeit zu erzählen, der FÖJlerin Lea Brüngel für inhaltliche Zuarbeit zum Vortrag und der Naturschutzstation für die räumliche Nutzung ganz herzlich gedankt.

Weitere Informationen finden Sie hier:
Landschaftsförderverein Rhinluch e.V. : oberes-rhinluch.de
Naturwiesenheu aus Paludikultur: www.naturwiesenheu.de

Botanische Safari im FFH-Gebiet Schönwalde

Rückblick auf den Workshop am 21. August

Zunächst ging es im Anhänger über ein altes Rollfeld der ehemaligen Truppenübungsplätze der Roten Armee hinein in das große FFH-Gebiet Schönwalde. Bei einem warmen Kaffee, veganem Gebäck und bei schönstem Sonnenschein berichtete der erfahrene Naturschützer und Pflanzenkenner Stefan Weise, Vorständiger des "Natur Hennigsdorf e.V." von seiner wertvollen langjährigen Arbeit in den Feuchtwiesen. Auf der anschließenden Wanderung ins Gelände wurden den Teilnehmenden die vorkommenden und teilweise noch blühenden Pflanzen näher gebracht. Am Nachmittag wurde bei einem Pflegeeinsatz für die Artenvielfalt zugepackt.

Die Feuchtwiesen in Schönwalde, die ein halbnatürliches, durch den Menschen kultiviertes Biotop sind, beherbergen ca. 110 Pflanzenarten der Roten Liste wie Lungenenzian, Sumpfenzian, Breitblättriges Knabenkraut, Färberscharte, Sumpfschafgarbe, Heil-Betonie, Sibirischer Schwertlilie und viele mehr. Warum es so wichtig ist, diese seltenen Arten zu schützen, wurde ebenfalls diskutiert. Die Pflanzen sind nicht nur wunderschön, faszinierend und leider vom Aussterben bedroht, sondern an ihnen hängen meist ganze Ökosysteme oder Symbiosen, von denen wiederum der Mensch abhängig ist. Beispielsweise ist die Raupe des Ameisenbläulings monophag an den Blüten des Lungenenzians, von wo aus sie sich im Austausch gegen süßen Pflanzensaft & Pheromone von speziellen Ameisen in deren Bau schleppen und dort bis zum Schlüpfen durchfüttern lässt. Bestäuberinsekten wie der Bläuling helfen dabei, unsere Lebensmittel ganz natürlich & unkompliziert zu kultivieren.
Damit die Kulturlandschaft in Schönwalde mit ihrer Artenvielfalt erhalten bleibt, benötigt der "Natur Hennigsdorf e.V." ein- oder zweimal im Jahr tatkräftiger Unterstützer*innen für Pflegeeinsätze. Draußen gemeinsam aktiv sein und dabei Natur erfahren: Kommen Sie gern auf uns zu.

Mit Aufsitzmäher, Anhänger, Harke & Heugabel wurden die Feuchtwiesen gepflegt. Das Entfernen von Mulch fördert seltene Pflanzen wie den Sumpf-Enzian.

Wiesen und Wildstauden für das öffentliche Grün

Rückblick auf das Seminar "Einzug der Natur" am 19.5.2021

Warum ist naturnahes Grün in Städten und Gemeinden wichtig? Welche Argumente überzeugen Gemeindevertreter*innen? Wie sieht die Umsetzung aus? Antworten hierzu gaben am Mittwoch, 19.5.2021, die Insektenkundlerin Ariane Hofmann und die Landschaftsarchitektin Renate Froese-Genz im Rahmen des BUND-Seminars „Einzug der Natur – naturnahe Freiräume ökologisch und ästhetisch gestalten“ in Potsdam.

Wie tief ist ein Kesselmoor

Sumpftage der Naturschule Fürstenberg im Bibelsee-Moor am 26-4- und 28.4.2021

Schülerinnen und Schüler der Naturschule Fürstenberg erforschten am 26.04. und 28.4.2021 unter Leitung des Biologen und zertifizierten Natur- und Landschaftsführers Thomas Volpers das Bibelsee-Moor bei Fürstenberg.

Der Tag im Moor war abwechslungsreich. Die Kinder erforschten mit Sieb und Becherlupe die Tierwelt der Moore, fanden Zuckmückenlarven und Froschlaich des Moorfrosches und konnten Moorfrosch, Eidechse und Blindschleiche aus nächster Nähe betrachten. Sie machten Mohrbohrungen an mehreren Stellen des Moores und testeten wie tief dieses ist.

 

Praxisworkshop Trockenrasen in der Uckermark, 27. März 2021

Acht Teilnehmende legten am 27.3.2021 unter Anleitung von Uta Kietsch, Inhaberin des Saatgutproduktionsbetriebes Wildsamen-Insel, einen Trockenrasen in Christianenhof in der Uckermark an.
Uta Kietsch klärte gleich zu Beginn über die Besonderheiten von Anlage und Pflege der Trockenrasen auf. Dann legte die Gruppe 500 m² Trockenrasen auf einer sandigen Hügelkuppe an. Die Grasnarbe war zuvor abgeschält worden. Die Teilnehmenden räumten Steine, Grassoden und Wurzelreste ab und bereiteten das Saatbett vor. Das leichte Magerrasen-Saatgut streckte Frau Kietsch mit Holzhäckseln.  Jede/r Teilnehmende testete, wie sich die Mischung bei Starkwind gleichmäßig mit 10 g/m² aussäen lässt. Zügig wurde mit der Walze nachgearbeitet.
Der Workshop fand im Rahmen des BUND-Bildungsprojektes „Sumpf & Sand – Brandenburgs zwei Gesichter“ statt. Es wird aus Mitteln der EU und des Landes Brandenburg finanziert. Für die Nutzung der Fläche bedanken wir uns bei Regina und Erwin Klaus.  

Landschaftsgarten Christianenhof / Uckermark
Uta Kietsch - Wildsamen Insel / Projekte

Sandtag in der Kita Schlaufüchse in Wittenberge, 25.02.2021

Wie wird aus einem Felsen ein Stein? Und was hat der schwere Stein mit dem feinen Sand zu tun? Welche Kräfte wirken mit bei der Entstehung von Sand und welche Rolle spielt dabei das Wasser? 18 kleine Schlaufüchse aus Wittenberge machten sich am 25. Februar 2021 auf die Spuren der Entstehung von Sand. Umweltbildner und Landschaftsarchitekt Norbert Krebber schuf den Aktions-Rahmen, in dem die Kita-Kinder die geologischen Prozesse elementar miterleben konnte. Am Ende des Prozesses stellten Kinderhände aus Lehmklumpen feinsten Sand her. Diesen wiederum gestalteten sie zu Bergen und Landschaften und begrünten sie. Wie selbstverständlich hielten nach und nach die unterschiedlichsten Tiere Einzug in die neuen Lebensräume: Käfer, Bienen, Schlangen u.a.  Die Kinder erhielten Impulse, die sie kreativ und selbsttätig nach einer Pause und in den nachfolgenden Tagen spielerisch wieder aufgriffen.

Der Sand-Tag fand auf dem weitläufigen Außengelände der Kita Schlaufüchse in Wittenberge statt. Das großflächige Areal weist einen sandigen Untergrund und großflächig Trockenrasenbereiche auf. Eingebunden wurde auch das Projektgelände der Einrichtung, das als ein Naturerlebnisraum dient.

Norbert Krebber / Vitos e.V. 
Kita Schlaufüchste - SOS Kinderdorf / Wittenberge

Brandenburgs zwei Gesichter

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