Europäische Wildkatze im Schlaubetal – BUND Ehrenamtlicher erbringt Nachweis

07. November 2025 | Artenschutz, BUND, Naturschutz, Umweltbildung, Wildkatze, Wolf, Biber, Elch und Co

Ein Lichtblick für die biologische Vielfalt: Im Schlaubetal gelang der genetische Nachweis der Europäischen Wildkatze (Felis silvestris). Möglich machte dieser Erfolg das Engagement eines ehrenamtlichen Naturfreundes vom BUND Brandenburg.

Der Naturschutz-Engagierte und Hobbyfotograf Mario Bortel ist seit drei Jahren beim
sogenannten Lockstock-Monitoring des BUND aktiv. Dabei werden Holzlatten mit Baldrian
besprüht, um Wildkatzen anzulocken. Ziel dieser wissenschaftlichen Methode ist es, dass
vorbeiziehende Tiere von dem Geruch angelockt werden und Haare an dem Stock
hinterlassen. Die Haare werden dann eingesammelt und genetisch analysiert.


Das Monitoring ist Teil des Projektes „Wildkatzenwälder von morgen“, das im Rahmen des
Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert wird. Ziel ist es, die Verbreitung der
Wildkatze zu dokumentieren und ihre Lebensräume aufzuwerten, damit sich die Art wieder
dauerhaft in ihren angestammten Gebieten ansiedeln kann. Das Monitoring vom BUND
Brandenburg ist eine Kooperation mit dem Landesamt für Umwelt Brandenburg (LfU).
In den letzten Jahren war die Suche im Schlaubetal leider erfolglos, aber nun verkündete das
LfU die erfreuliche Nachricht: Die eingesendeten Proben aus dem Frühjahr 2025 sind
tatsächlich Haare der Europäischen Wildkatze!
 

„Dieser Fund ist ein bedeutender Baustein der Rückkehr der Wildkatze nach Brandenburg“,
erklärt Carsten Preuß, Landesvorstand des BUND Brandenburg. „Dank engagierter
Menschen wie Mario können wir den scheuen Tieren auf die Spur kommen und ihre
Rückkehr in unsere Wälder begleiten. Solche Erfolge zeigen, welchen Beitrag das
ehrenamtliche Engagement für den Naturschutz leistet. Dadurch, dass das Gebiet seit
Jahren beobachtet wird, wissen wir, dass die Wildkatze erst in jüngerer Zeit hier ins
Schlaubetal zurückgekommen ist.“
 

Auch Nico Brunkow, Ranger im Naturpark Schlaubetal, freut sich über den Nachweis: „Die
Wildkatze ist ein Symbol für naturnahe, wilde Wälder. Dass sie nun wieder im Schlaubetal
gesichtet wurde, ist ein großartiges Zeichen für die ökologische Entwicklung der Region.“
Der BUND Brandenburg lädt Naturinteressierte ein, sich am Wildkatzenmonitoring zu
beteiligen. „Nur gemeinsam können wir die Rückkehr dieser faszinierenden Tiere begleiten
und ihre Lebensräume sichern“, so Carsten Preuß.
 

Interessierte können sich beim BUND Brandenburg melden: wildtiere-brb(at)bund.net
 

Hintergrund
 

Das Projekt „Wildkatzenwälder von morgen“ wird von Oktober 2022 bis Oktober 2028 im
Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des
Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit
gefördert.
 

Wildkatze:
Die Europäische Wildkatze (Felis silvestris) lebt zurückgezogen in strukturreichen Laub- und
Laubmischwäldern. Ursprünglich in ganz Deutschland heimisch, leben heute etwa 6000 bis
8000 Tiere überwiegend in Mittel- und Süddeutschland. Mit dem Projekt „Wildkatzenwälder
von morgen“ zielt der BUND darauf ab, dass sich die Wildkatze neue Lebensräume erobern
und wieder ausbreiten kann. Sie steht dabei stellvertretend für viele andere Waldbewohner.
Dort, wo sich die Wildkatze wohlfühlt, sind die Bedingungen für viele Arten wie
Bechsteinfledermaus, Mittelspecht oder Schwarzstorch optimal. www.bund.net/wildkatze
 

Wildkatzenmonitoring:
Um die Europäische Wildkatze nachweisen zu können nutzt der BUND das
sogenannte Lockstock-Monitoring. Freiwillige bringen Holzstöcke in Gebieten aus, in denen
die scheue Wildkatze vermutet wird. Sie besprühen die Stöcke mit Baldrian. Der Geruch ist
den Sexuallockstoffen der Wildkatze sehr ähnlich und zieht die Tiere magisch an. Die Katzen
reiben sich am rauen Holz und hinterlassen einzelne Haare. Die Naturschützer*innen
sammeln dies ab. Anschließend schicken sie die Proben für eine genetische Untersuchung
zur Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung.


Weitere Informationen:
www.bund.net/wildkatzenwaelder
www.bund-brandenburg.de/wildkatze/wildkatzenwaelder/

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