ÖKOTIPP: Querungshilfen vorschlagen

06. November 2025 | BUNDzeit, Verkehr

Stehen Sie manchmal minutenlang am Straßenrand, weil die Fahrbahn schwer zu Fuß zu kreuzen ist? Wenn Sie Orte kennen, an denen es dringend eine Querungsmöglichkeit geben sollte, dann schlagen Sie dort eine vor! 

Grundsätzlich kommen drei verschiedene Querungshilfen infrage: Mittelinseln, Zebrastreifen (im Behördenjargon Fußgängerüberweg) und Gehwegvorstreckungen (auch Gehwegnasen genannt: Stellen, an denen die Fahrbahn verengt wird, um die zu querende Fahrbahnfläche zu reduzieren und Sichtkontakt zwischen den Verkehrsteilnehmern zu erleichtern). Selbstverständlich können Sie auch Ampeln (offiziell: Lichtsignalanlagen) fordern, allerdings sind diese wesentlich teurer zu bauen und zu unterhalten. 

Zebrastreifen kommen in einigen Situationen nicht infrage. Etwa wenn es mehr als eine Fahrspur pro Richtung gibt, wenn eine Tram auf der Straße fährt oder die zu querende Stelle in einer Kurve liegt. Rechnen Sie auch mit dem Einwand, das Fußverkehrsaufkommen sei an dieser Stelle zu niedrig oder das Kraftverkehrsaufkommen zu hoch für einen Übergang. Mit einer eigenen Verkehrszählung stärken Sie Ihre Position. Das beste Argument für Zebrastreifen, Mittelinseln und Gehwegvorstreckungen ist immer die Verhütung von Unfällen. 

Im Prinzip sind in Berlin die Straßenämter der Bezirke für die Querungshilfen zuständig. Es schadet aber nicht, auch den übergeordneten Behörden auf Landesebene zu schreiben. Das sind folgende Abteilungen der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt: querungsstellen(at)SenMVKU.berlin.de und verkehrsmanagement(at)SenMVKU.berlin.de.

Detaillierte Informationen zu Planung, Recht und Kosten von Querungshilfen bietet FUSS e. V.

Dieser Artikel erschien in der BUNDzeit 4/2025. Mehr zum Schwerpunktthema Verkehr:
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