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BUND Landesverband Brandenburg

BUND sieht Zaun gegen Schweinepest kritisch

11. Mai 2020 | Wolf, Biber, Elch und Co, Wolf, Naturschutz, Biber, Lebensräume, Landwirtschaft

Der Landesverband Brandenburg des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hält die Errichtung eines festen Zaunes an der Ostgrenze von Brandenburg für ungeeignet, um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern.  Gegenwärtig bereitet die Task Force Tierseuchenbekämpfung beim Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit den Bau des Zaunes parallel zur Grenze nach Polen vor, um das Eindringen von infizierten Wildschweinen zu verhindern.

Foto: Addicks - Wikimedia

Der Landesverband Brandenburg des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hält die Errichtung eines festen Zaunes an der Ostgrenze von Brandenburg für ungeeignet, um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern.
Gegenwärtig bereitet die Task Force Tierseuchenbekämpfung beim Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit den Bau des Zaunes parallel zur Grenze nach Polen vor, um das Eindringen von infizierten Wildschweinen zu verhindern.
BUND-Landesvorsitzender Carsten Preuß: „Die geplante Errichtung eines Zaunes berücksichtigt die tatsächlichen Verbreitungswege der Afrikanischen Schweinepest nicht. Der Erreger wird viel eher mit Salami- oder Schinkenbrot eingeschleppt. Der Zaun würde hingegen alle Bemühungen zur Vernetzung von Lebensräumen zunichte machen.“

Es gibt immer wieder Berichte, dass sich an einem ähnlichen Zaun an der deutsch-dänischen Grenze Hirsche und Rehe verletzen und verenden. Aber auch für Fischotter, Biber, Wölfe, Wisente und Elche wäre der Zaun eine Gefahr und ein Hindernis. Wisent, Fischotter, Biber und Wolf sind nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie geschützt. Entlang der Grenze zu Polen gibt es eine Reihe von Schutzgebieten, in denen keine baulichen Anlagen errichtet werden dürfen. Außerdem stellt sich die Frage, wie die Zustimmung der betroffenen Grundstückseigentümer eingeholt werden soll.
Da Mais für die Wildschweine eine gute Deckung und Nahrungsgrundlage darstellt, schlägt der BUND Brandenburg vor, in 5 bis 10 Kilometer Entfernung zu Oder und Neiße den Maisanbau zu reduzieren. Verbleibende Maisanbauflächen sind mit 15 bis 20 Meter breiten Bejagungsschneisen zu versehen. Außerdem empfiehlt der BUND großräumige Drückjagden. Die verstärkte Bejagung ist auch ohne ASP notwendig, weil die Besatzdichten von Wildschweinen in vielen Gebieten so hoch geworden sind, dass erhebliche Schäden in den landwirtschaftlichen Kulturen entstehen und die Gefahr besteht, dass die heimische Schweinepest entsteht und übertragen wird. Die natürliche Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest über Wildschweine liegt bei höchstens 20 km im Jahr.
Für andere Tierarten und den Menschen ist die Afrikanische Schweinepest ungefährlich. Der Erreger stammt ursprünglich aus Afrika und befällt dort afrikanische Warzenschweine. 2017 ist der Erreger in Georgien aufgetaucht, vermutlich wurde er durch die Entsorgung von Speiseabfällen eingeschleppt. Inzwischen hat er Westpolen erreicht.

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