BUND Brandenburg beteiligte sich in Sperenberg und Potsdam am GEO-Tag der Natur

18. Juni 2017 | Naturschutz, BUND, Lebensräume

Geo-Tag der Artenvielfalt Logo

An diesem Wochenende beteiligte sich der Landesverband Brandenburg des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) am GEO-Tag der Natur. Dabei bestimmten Expertinnen und Experten in ausgewählten Gebieten die dort lebenden Tier- und Pflanzenarten. Interessierte konnten sich spannenden Exkursionen anschließen.

Der BUND-Landesvorsitzende Carsten Preuß stellte etwa 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Sperenberg (Teltow-Fläming) das Naturschutzgebiet „Teufelssee“ vor.  Dieses Gebiet steht seit 1937 unter Naturschutz. Die Westgruppe der sowjetischen Streitkräfte hat hier 12 000 Tonnen Bauschutt verkippen lassen, die 2011 und 2014 entfernt wurden. Die Interessierten konnten sich davon überzeugen, dass sich große Teile des Moores wieder renaturiert haben. Krebsschere, Wollgras, Sumpfporst, Königsfarn und Sonnentau als seltene, für Moore typische Pflanzenarten konnten nachgewiesen werden. Insgesamt wurden im Naturschutzgebiet 75 Pflanzenarten bestimmt.

Die Renaturierung der Moore ist von großer Bedeutung, denn gegenwärtig befinden sich nur noch 10 Prozent der brandenburgischen Moore in einem naturnahen Zustand. Lediglich 2 Prozent des Gesamtmoorbestandes bilden noch Torf. Hauptgefährdung für das Moor Teufelssee war die zunehmende Anreicherung mit Nährstoffen (Eutrophierung), aber auch ein gesunkener Moorwasserstand.

Der BUND Brandenburg widmet sich dem Moorschutz aktuell auch mit dem Projekt „Alleskönner Moor: Klimaschützer und Arche Noah der Biodiversität“. Mitwirken kann jeder an dem Projekt als MoorpatIn.

In diesem Jahr stand der GEO-Tag unter dem Motto „Stadtnatur – Wie grün sind unsere Städte und Gemeinden?“ Der BUND-Kreisverband Potsdam betreut seit Jahren im Volkspark Potsdam die zur Bundesgartenschau angelegten Wildnisinseln. Diese Bauminseln werden als Naturwaldzellen ohne menschliche Eingriffe geschützt. Ein Dutzend Interessierte untersuchte, wie sich Flora und Vegetation dieses „Mini-Nationalparks“ in den letzten 15 Jahren entwickelt haben. Bemerkenswert ist, dass sich hier auch fremdländische Arten, wie die Kanadische Goldrute oder die Robinie ausgebreitet haben. Die als Einfriedung der Wildnisinseln dienenden Schichtholzhecken sind auch Lebensraum für viele bemerkenswerte Käferarten. Insgesamt wurden in diesem Teil des Parkes 80 Pflanzenarten, 14 Vogelarten und 10 verschiedene Käfer gefunden. 

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