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BUND Landesverband Brandenburg

BUND: Weidetierprämie notwendig

26. April 2018 | Landwirtschaft, Naturschutz

Zur Sicherung der Schaf-, Ziegen- und Mutterkuhhaltung in Brandenburg ist es notwendig spätestens 2019 eine Weidetierprämie einzuführen. Der BUND Brandenburg fordert deshalb den Landtag auf, sich dafür einzusetzen.

Schafherde  (Foto: H.D.Volz / pixelio.de)

Ob in unseren Heiden oder auf den Deichen – Schafe leisten einen unschätzbaren Beitrag zur Pflege unserer Kulturlandschaften, zur Biodiversität und zum Hochwasserschutz. Der schlechte Erhaltungszustand einer Vielzahl von Lebensraumtypen in Brandenburg ist auf die fehlende Beweidung zurückzuführen. Die Schäferei ist eine der letzten, weitestgehend artgerechten Nutztierhaltungen in Deutschland. Doch der traditionsreiche Berufsstand – und mit ihm der Schafsbestand – ist bedroht. Allein vom Verkauf der Produkte (Fleisch, Milch, Wolle etc.) können die Schäferinnen und Schäfer nicht leben.

Daher ist es aus Sicht des Umwelt- und Naturschutzes folgerichtig, dass sie mit öffentlichen Mitteln unterstützt werden. Der BUND Brandenburg unterstützt die Forderung der Schäferinnen und Schäfer nach Einführung einer Weidetierprämie. Diese sollte ebenfalls für Ziegen- und Mutterkuhhaltung gelten.

Im Rahmen der 1. Säule der EU-Agrarpolitik könnten bis zu 8 Prozent der Direktzahlungen für so genannte 'gekoppelte Prämien' genutzt werden (Verordnung 1307/2013, Artikel 52 und 53). „Gekoppelte Prämien sind explizit geschaffen worden, um Agrarbranchen in  wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu unterstützen. Deutschland ist bedauerlicherweise der einzige EU-Mitgliedstaat, der das Instrument gekoppelter Prämien nicht nutzt“, so Carsten Preuß, Landesvorsitzender des BUND Brandenburg. 22 EU-Mitgliedstaaten nutzen die gekoppelte Prämie zur Unterstützung der Weidetierhaltung.

Der Antrag der Regierungsfraktionen im Landtag ist nicht ausreichend, um die Weidetierhaltung in Brandenburg langfristig zu sichern, da auf die Einführung der Weidetierprämie verzichtet wird“, so Carsten Preuß weiter. „Wenn die Politik nicht handelt, wird es mittelfristig keine Schäferinnen und Schäfer mehr geben. Ihre wichtige Landschafts- und Deichpflege würde wegfallen und dadurch enorme Probleme für den Hochwasser- und Naturschutz entstehen.

Wenn die Bundesregierung bis zum 1.8.2018 einen entsprechenden Beschluss nach Brüssel kommuniziert, dann könnten solche Prämien ab dem 1.1.2019 eingeführt werden. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Bundesländer, also auch Brandenburg, sich entsprechend positionieren.

 

 

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