Weltbodentag: BUND-Landesverband fordert konkrete Anstrengungen für Bodenschutz in Brandenburg

05. Dezember 2016 | Boden, Ressourcen & Technik

Anlässlich des Weltbodentags, der jährlich am 5. Dezember begangen wird, fordert der BUND Brandenburg von der Landesregierung konkrete Maßnahmen zum Schutz dieser wertvollen und begrenzten Ressource.

Anlässlich des Weltbodentags, der jährlich am 5. Dezember begangen wird, fordert der BUND Brandenburg von der Landesregierung konkrete Maßnahmen zum Schutz dieser wertvollen und begrenzten Ressource. Der Weltbodentag oder Tag des Bodens wurde 2002 von der Internationalen Bodenkundlichen Union (IUSS) ins Leben gerufen.

Böden nehmen vielfältige Funktionen wahr: Sie puffern und filtern Schadstoffe, speichern Wasser und Nährstoffe und sind Lebensgrundlage und Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen. Böden stellen außerdem eine gigantische Senke für Kohlenstoffe dar - hier wird 80 Prozent des terrestrischen Kohlenstoffs gebunden.

Der Zustand der Böden ist daher auch entscheidend für die Entwicklung des Klimas und damit auch für den Klimaschutz. Nach den Weltmeeren und den fossilen Energieträgern sind unversiegelte Böden der drittgrößte CO2-Speicher der Erde. Sie binden deutlich mehr Kohlenstoff als die Pflanzendecke und sind dabei auch effektiver.

Immer mehr Böden werden jedoch geschädigt und können diese Funktionen nicht mehr erfüllen. Ursachen sind eine Vielzahl von anthropogenen Belastungen, sei es durch Verdichtung, Entwässerung, Nähr- und Schadstoffeinträge, Versauerung oder Erosion.

Durch den anhaltenden Flächenverbrauch – etwa für Siedlungen, Gewerbe oder Verkehr – wird die Menge Volumen an natürlichem, aufnahmefähigem Boden hierzulande ständig geringer. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Flächenverbrauch bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu senken. Von dem Ziel ist Deutschland noch weit entfernt.

"Auch in Brandenburg ist der Flächenverbrauch noch viel zu hoch. Derzeit gehen hierzulande täglich mehr als 8 ha fruchtbarer Boden verloren - für Straßen, Siedlungen und auch den Braunkohletagebau. Dabei liegt der Zielwert bei 1,3 ha pro Tag. Die Landesregierung muss hier dringend gegensteuern. Boden ist ein kostbares und endliches Gut", erklärt Carsten Preuß, Vorsitzender des BUND Brandenburg.

Die Ackerböden müssen zudem vor Verdichtung und Erosion geschützt werden. Nur durch eine Umsteuerung hin zu einer nachhaltigen Landwirtschaft können Boden, Wasser und Luft geschützt sowie die Bodenfruchtbarkeit und biologische Vielfalt erhalten bzw. verbessert werden.

"Die Landesregierung muss endlich Grundsätze und Handlungsempfehlungen zur guten fachlichen Praxis der landwirtschaftlichen Bodennutzung definieren,", so Carsten Preuß. Fatal sei es auch, wenn vermeintliche Klimaschutzmaßnahmen den Boden schädigen, etwa wenn Grünland für den Energiemais-Anbau umgebrochen wird. Extensive Rinderhaltung sei dagegen weniger klimaschädlich, als vielfach angenommen wird.

Bislang hat der Bodenschutz auch in der EU-Politik nicht den Stellenwert, der ihm eigentlich zukommen müsste. Die Europäische Bürgerinitiative "People4Soil" (P4S) will das ändern. Die in ihr vereinten Umwelt- und Verbraucherschützer wollen innerhalb eines Jahres mehr als eine Million Unterschriften sammeln, um so die EU-Kommission zu einem besseren Schutz der Böden zu verpflichten. Ziel sei es, erstmals ein EU-weit einheitliches Bodenschutzgesetz zu erreichen.

Der BUND Brandenburg unterstützt die Initiative und ruft dazu auf, diese Aktion zu unterstützen. Eine Unterschrift reicht dafür aus. Dies kann online geschehen auf www.people4soil.eu. Oder auf einer Unterschriftenliste, die auf der Kampagnen-Webseite heruntergeladen und ausgedruckt werden kann. Bis September 2017 sollen die geforderten eine Million Unterschriften zusammenkommen.  

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