Angesichts der angekündigten Allgemeinverfügung zur Einschränkung der Wasserentnahme aus Oberflächengewässern in Cottbus (Webseite des MLEUV, 16.07.2026) macht der BUND Kreisverband Cottbus mit seinem Jugendprojekt RevierUPGRADE deutlich: Der Schutz der Gewässer ist richtig und notwendig, doch Verbote für Bürgerinnen und Bürger allein werden die Wasserkrise nicht lösen.
Die anhaltende Trockenheit, sinkende Grundwasserstände und niedrige Wasserstände der Spree zeigen deutlich: Wasser wird auch in der Lausitz zu einer knappen Ressource. Bereits mehrere Landkreise in Brandenburg haben deshalb Wasserentnahmeverbote erlassen. Die Verantwortung zum Ressourcenschutz müsse jedoch fair unter allen Akteuren aufgeteilt werden.
Neben kurzfristigen Einschränkungen braucht es eine Stadtentwicklung, die Wasser speichert statt ableitet. Die Stadt Cottbus selbst kann mit Entsiegelung von Flächen, einer wassersensiblen Stadtentwicklung sowie den Erhalt und der Pflege naturnaher Gewässer den Wasserhaushalt in der Region verbessern. Ziel muss es sein, Regenwasser länger in der Landschaft zu halten. Gerade deshalb müsste jede kommunale Planung darauf ausgerichtet sein, dass Schwammstadt-Prinzip konsequent umzusetzen. Auch sollten auf städtischer Seite Einsparpotenziale besser genutzt werden. Öffentliche Grünflächen bedürfen einer gezielten und effizienten Bewässerung, bei der wertvolle Bäume priorisiert werden. Schutzmaßnahmen für Gewässer und Feuchtgebiete müssen frühzeitig greifen.
„Eine Schwammstadt entsteht nicht auf dem Papier. Sie entsteht dort, wo Flächen entsiegelt, Bäume gepflanzt, Grün erhalten und Regenwasser in den Boden geleitet wird. Dafür braucht es jetzt den politischen Willen und ein konsequentes Handeln. Stattdessen sehen wir in der Stadt, dass Grünflächen weiter verschwinden“, kritisiert Bastian Ascher, Projektreferent bei RevierUPGRADE im Cottbuser BUND-Büro.
Vor diesem Hintergrund sieht der Umweltverband mit seinem Projekt aktuelle Planungen am Stadtfeld an der Lagune sowie im Ernst-Heilmann-Weg kritisch. Sie zeigen, dass der Schutz von Stadtgrün und natürlichem Wasserrückhalt in der Stadtentwicklung noch immer nicht den Stellenwert erhalten, den ein gerechter sozial-ökologischer Wandel erfordert. Wo weitere Flächen versiegelt werden, reichen Dach- und Fassadenbegrünungen als Ausgleich allein nicht aus.
Pressekontakt:
Bastian Ascher, BUND Kreisverband Cottbus
instagram: @bundjugendcottbus @revierupgrade
0355 477 939 52
* RevierUPGRADE ist ein gemeinsames Projekt der BUNDjugend Brandenburg und des Unabhängigen Instituts für Umweltfragen (UfU) gefördert durch das BMUKN. Es stärkt die Beteiligung junger Menschen am Strukturwandel in der Lausitz und im Mitteldeutschen Revier und entwickelt gemeinsam mit ihnen Ideen für eine sozial-ökologische und lebenswerte Zukunft. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Thema Wassergerechtigkeit sowie einer klimaangepassten Stadtentwicklung.