BUND Landesverband Brandenburg

Waldzustandsbericht zeigt: Kiefernmonokulturen sind nicht dürretolerant. BUND Brandenburg fordert, den Umbau zu Laubwäldern zu beschleunigen und Waldbewirtschaftung naturnäher zu gestalten.

14. Dezember 2021 | Bäume, Klimawandel, Wälder

Potsdam. Lange galt die Kiefer als trockentolerante Baumart. Doch davon kann nicht mehr die Rede sein. Der am vergangenen Donnerstag von Umweltminister Axel Vogel vorgestellte Waldzustandsbericht 2021 belegt: Die Schäden an den Kiefern haben nach den Dürrejahren 2018 und 2019 deutlich zugenommen.

Kiefernplantage in Brandenburg  (Annette Littmeier / BUND Brandenburg)

Lag der Anteil deutlich geschädigter Kiefern 2018 noch bei 9 Prozent, sind im diesen Jahr bereits 20 Prozent deutlich geschädigt. Die Trockenphasen und die Folgeschäden haben die Vitalität der Kiefern entscheidend gemindert.

Laubmischwälder haben einen deutlich günstigeren  Wasserhaushalt. Während in Nadelwäldern ein Großteil des Niederschlags in den Nadeln hängen bleibt und dort direkt verdunstet, fließt das Wasser in Laubwälder entlang der Äste und des Baumstammes ab, versickert im Boden und kann dort gespeichert werden. 

Carsten Preuß, Vorsitzender des BUND Brandenburg: „Die Landesregierung darf jetzt keine Zeit mehr verlieren, trockenresistentere Wälder zu schaffen. Dafür muss der Umbau zu Laubmischwäldern deutlich schneller erfolgen als bisher. Derzeit werden in Brandenburg jährlich etwa 1.500 Hektar Kiefernwald in Landesbesitz sowie 640 Hektar Privat- und Körperschaftswald in Mischwald umgewandelt. Bei dieser Geschwindigkeit bräuchten wir noch mehr als 230 Jahre bis der Brandenburger Wald umgebaut ist. Die Natur ist da – wenn  man sie lässt - viel effektiver.“ Zunächst, so Preuß, müsse aber der Verbiss durch Wildtiere durch verstärkte Jagd reduziert werden, denn Ziel muss eine Naturverjüngung ohne Zäune im Wald sein. 

Insgesamt weisen allerdings Buchen und Eichen in Brandenburg mehr Schäden auf als die Kiefer. Das führt der BUND Brandenburg unter anderem auf die Bewirtschaftungsformen zurück.

Preuß: „Um den günstigen Wasserhaushalt von Laubwäldern zu erhalten, ist eine schonende Bewirtschaftung notwendig, bei der das Kronendach weitgehend geschlossen bleibt, um die Verdunstung zu minimieren. Auch sollte der Boden nicht durch schwere Holzerntemaschinen verdichtet werden, denn dadurch sinkt die Wasserspeicherkapazität des Bodens.“

Der BUND Brandenburg fordert daher eine nachhaltige Waldwirtschaft, die eine selbstregulierende Waldentwicklung ermöglicht. Zum einen sind natürlich verjüngte Baumbestände stresstoleranter und zum anderen ist die Vielfalt baumarten- und strukturreicher Wälder ausschlaggebend dafür, dass sich Wälder an klimatische Veränderungen anpassen können. 

Diese Ziele müssen Kern der seit langem angekündigten Novellierungen des brandenburgischen Jagd- und Waldgesetzes werden.

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