BUND Landesverband Brandenburg

Rücksicht im Wald: Abstand wahren zu Wildkätzchen & Co.

12. Mai 2021 | Lebensräume, Naturerleben, Wildkatze

In diesen Wochen ruft der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) besonders zu Aufmerksamkeit und Rücksicht im Wald auf. Viele Jungtiere, auch von gefährdeten Arten wie der Europäischen Wildkatze, sind bereits in den Wäldern unterwegs.

Junge Wildkatzen bitte nicht aus dem Wald mitnehmen.  (Thomas Stephan / BUND)

Friederike Scholz, Wildtierexpertin des BUND: „Besonders bei den Wildkätzchen besteht eine große Gefahr, dass sie mit Hauskatzen verwechselt und mitgenommen werden.“ Da Wildkatzen nicht nur in abgelegenen Wäldern vorkommen, sondern mancherorts auch recht nah an Städten, empfiehlt der BUND auch hier dringend, Katzenjungen in Wäldern nicht aufzulesen.

Ein Mitnehmen bedeutet für die Tiere unnötigen Stress und große Risiken. Friederike Scholz: „In Menschenhand drohen den jungen Wildkatzen gefährliche Hauskatzen-Krankheiten. Bestenfalls steht ihnen ein langer und mühevoller Weg der Wiederauswilderung bevor. Oft gelingt dieser leider nicht. “ Als geschützte Wildtiere dürfen sie zudem nicht ohne Not aus dem Wald mitgenommen werden.

Die Zahl der aufgelesenen Wildkätzchen ist in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. „Wir gehen davon aus, dass wir in 2021 noch mehr Hinweise bekommen werden“, so Scholz. „In der Corona-Zeit haben viele Menschen die Natur vor ihrer Haustür als Erholungsort entdeckt. Doch damit wird es in den Wäldern immer voller und das Risiko der Verwechslungen von Wild- und Hauskatzenjungen steigt.“

Der BUND empfiehlt dringend, zu Jungtieren Abstand zu wahren und sie in Ruhe zu lassen. In der Regel sind die Muttertiere gerade auf der Jagd oder warten in der Nähe ab. Im Zweifelsfall ist es möglich, sich an den BUND oder an die zuständigen Förster*innen oder Jäger*innen zu wenden. „Wichtig ist außerdem, dass Hunde im Wald angeleint werden. Sie stellen für die Jungtiere eine echte Gefahr dar“, betont Friederike Scholz.

Der BUND setzt sich mit seinem Projekt „Rettungsnetz Wildkatze“ für den Schutz der gefährdeten Europäischen Wildkatze in Deutschland ein. Bundesweit untersuchen die Naturschützer*innen die Entwicklung der Bestände und setzen sich für die Vernetzung der Lebensräume der Wildkatze ein.

Mehr Informationen und Kontakt, wenn man Wildkatzenjungen gesehen hat:

www.bund.net/wildkatze

Einen Überblick über die aktuelle Wildkatzenverbreitung in Deutschland sowie die Vision für den Waldverbund für Wildkatze & Co. finden Sie unter:

www.wildkatzenwegeplan.de

 

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