Millionen fürs Töten? BUND Brandenburg warnt vor teurer Waschbären-Prämie

14. April 2026 | Artenschutz, Landwirtschaft, Lebensräume, Naturschutz

Waschbärenjagd ist kein wirksames Mittel der Bestandsregulierung. BUND Brandenburg kritisiert die Forderung nach einer Abschussprämie und fordert zielgenauen Artenschutz statt teurer Symbolpolitik.

Nach Auswertung der wissenschaftlichen Literatur der vergangenen zehn Jahre gibt es keine überzeugenden Belege dafür, dass eine flächendeckende Bejagung den Waschbärenbestand in Brandenburg dauerhaft senkt. Trotz hoher Jagdstrecken breitet sich die Art weiter aus.

Besonders kritisch sieht der BUND Brandenburg die Forderung nach einer Abschussprämie, die vom Landesjagdverband erhoben wurde und von einzelnen Landespolitikern unterstützt wird. Eine solche Regelung würde öffentliche Mittel an eine Maßnahme binden, deren Nutzen für die allgemeine Bestandsbegrenzung nicht nachgewiesen ist. Nach Berechnungen des BUND würde eine Prämie von 25 Euro pro erlegtem Waschbären bei einer Jagdstrecke von 43.694 Tieren in Brandenburg bereits rund 1,09 Millionen Euro pro Jahr kosten – zusätzliche Verwaltungs- und Kontrollkosten noch nicht eingerechnet. „Eine Abschussprämie für den Waschbären wäre lediglich ein Geschenk an die Jägerschaft, ohne dabei Probleme mit zu hohen Beständen zu lösen. Besser kann man Steuergelder nicht verschwenden. Dass diese Forderung gerade jetzt, bei angespannter Haushaltsituation aufgemacht wird, ist nicht nachzuvollziehen“, so Regina Schwarz, Co-Vorsitzende des BUND-Landesverbandes.

Der BUND Brandenburg betont zugleich, dass es eng begrenzte Ausnahmefälle geben kann. Wo besonders gefährdete Arten in kleinen, klar abgrenzbaren Schutzgebieten akut durch den Waschbären bedroht sind, kann eine gezielte Entnahme im Einzelfall vertretbar sein. Voraussetzung dafür sind jedoch ein klar benanntes Schutzziel, eine räumlich begrenzte Maßnahme und eine nachvollziehbare Erfolgskontrolle. Nach Auffassung des Verbandes sollte Brandenburg dabei aber auch weitere Maßnahmen in Betracht ziehen, wie beispielsweise Zäune und Klettersperren, sowie ein besseres Monitoring. Entscheidend sei nicht die Zahl getöteter Tiere, sondern der nachweisbare Nutzen für bedrohte Arten und ihre Lebensräume.

„Die Waschbärenjagd ist nur in Ausnahmefällen sinnvoll. Echten Artenschutz können wir nur durch eine Änderung der Flächennutzung erreichen, sowohl in der Landwirtschaft als auch bei der Siedlungsentwicklung. Der Waschbär kann nur zur Bedrohung für geschützte Arten werden, weil diese schon erheblich durch Lebensraumvernichtung und Landnutzung in ihrem Vorkommen geschwächt sind“, so Regina Schwarz vom BUND Brandenburg weiter. 

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