Massiver Eingriff in geschützte Allee geplant – Umweltverträglichkeitsprüfung unterlassen. BUND Brandenburg legt Klage ein.

29. Juli 2025 | Alleen, Bäume, Naturschutz

Landesbetrieb plant Baumfällungen ohne rechtlich vorgeschriebene Umweltverträglichkeitsprüfung – über 60 alte Alleebäume betroffen – BUND Brandenburg fordert Stopp der Planungen und echte Prüfung von Alternativen. BUND Brandenburg legt Klage ein.

Foto: Anke Jenssen

Der geplante Ausbau der Bundesstraße B167 zwischen Gusow und Seelowdurch den Landesbetrieb Straßenwesen gefährdet ein einzigartiges Naturdenkmal: eine gesetzlich geschützte Allee mit über 60 alten Stieleichen – einige davon bis zu 250 Jahre alt. Ohne die gesetzlich notwendige Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) will der Landesbetrieb den Eingriff durchsetzen. Die Bürgerinnen und Bürger aus Gusow und Umgebung sowie die Naturschutzverbände BUND Brandenburg, NABU und Haus der Naturpflege schlagen Alarm und fordern einen sofortigen Planungsstopp. Zur Untermauerung Ihrer Forderung wurde vom BUND Brandenburg Klage eingelegt.

Die gesetzlich vorgeschriebene UVP wurde einfach übergangen. Dabei ist das Vorhaben ganz klar UVP-pflichtig nach §5 UVPG – und zwar nicht nur wegen der Dimension des Eingriffs, sondern auch wegen der besonders geschützten Biotope, Arten und des Landschaftsbildes, erklärt Anke Jenssen vom Haus der Naturpflege. Hier soll Fakten geschaffen werden, ohne die rechtlich gebotene Prüfung von Alternativen oder Auswirkungen. Das kann nur noch vor Gericht gestoppt werden.

Die betroffene Allee stellt nach aktueller Kartierung ein ökologisch hochbedeutsames Habitat dar – sowohl für Fledermäuse als auch für zahlreiche Insekten- und Vogelarten. In einer alten Stieleiche können über 1000 Arten leben. Ein Verlust ist ökologisch nicht ausgleichbar.

Diese alten Bäume sind weit mehr als nur Straßenbegleitgrün – sie sind gewachsene Ökosysteme und prägende Elemente der Kulturlandschaft. Einen 200-jährigen Baum kann man nicht durch zwei junge Pflanzungen an anderer Stelle ersetzen“, so Carsten Preuß Landesvorsitzender des BUND Brandenburg. Wenn wir solche Lebensräume jetzt nicht konsequent schützen, verlieren wir unwiederbringlich biologische Vielfalt – mit voller Ansage.

Die Begründung für die Fällung: eine Straßenverbreiterung auf 6,50 Meter plus Bankette. Doch laut Bürgerinitiative gäbe es zahlreiche Alternativen, die bisher nicht ernsthaft geprüft wurden – von Tempo-50-Zonen, über eine geplante Umgehungsstraße bis hin zu Ampellösungen oder Lkw-Beschränkungen.

Die Gefahr geht nicht von den Bäumen aus – sondern von unangepasstem Fahrverhalten,“ betont Susanne Altvater vom NABU Oberbarnim. Hier wird Sicherheit vorgeschoben, aber keine Unfallstatistik belegt die Notwendigkeit. Es ist schlicht nicht verhältnismäßig.

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb