Lausitzer Seenland bleibt Baustelle: BUND Brandenburg kritisiert Verschleppung beim Bau der Dichtwand

29. Juni 2026 | BUND, Energiewende, Kohle, Kohle, Wasser

Sedlitzer See bleibt trotz hohem Wasserstand auf künstliche Stabilisierung angewiesen

Dichtwandfräse am Tagebau Welzow-Süd bei Proschim, 2013 (Foto: Michaela Kruse / BUND Brandenburg) Dichtwandfräse bei Proschim am Tagebau Welzow-Süd, 2013  (Michaela Kruse / BUND Brandenburg)

Anlässlich des großen Festakts zur Freigabe des schiffbaren Fünf-Seen-Verbunds kritisiert der BUND Brandenburg den schleppenden Bau der Dichtwand am Tagebau Welzow-Süd. Nach den ausgewerteten Fortschrittsdaten kam die Dichtwand zwischen März 2024 und Mai 2026 nur um rund 839 Meter voran. Das entspricht etwa 390 Metern pro Jahr. Damit verbleiben noch rund 2,76 Kilometer Dichtwand, die noch gebaut werden müssen. Wenn es im gleichen Tempo vorangeht, würde der Bau noch über 7 Jahre dauern. Dabei ist eine Fertigstellung bis Ende 2030 vereinbart. 
Die Dichtwand ist von großer Wichtigkeit zur Stabilisierung des Lausitzer Seenlands: sie soll insbesondere den Sedlitzer See vor weiterem Grundwasserabstrom in Richtung Tagebau schützen. Der Sedlitzer See hat zwar seinen Wasserstand deutlich erhöht. Nach Auffassung des BUND Brandenburg ist das jedoch keine Entwarnung: Der Anstieg wurde wesentlich durch gesteuerte Zuführungen erreicht. Zugleich zeigen die LMBV-Jahresberichte steigende Verluste an angrenzende Grundwasserkörper, Stützwasserabgaben und eine negative Wasserbilanz im Jahr 2024.


„Der heutige Festakt verschleiert, dass das Lausitzer Seenland nur mit hohen Kosten und laufenden Pumpenbetrieb künstlich bestehen kann. Mit einer großen PR-Aktion wird suggeriert, dass die Renaturierung der Seenkette abgeschlossen ist, obwohl der Bau der Dichtwand Welzow durch die LEAG seit Jahren verschleppt wird“,  erklärt Axel Kruschat, Geschäftsführer beim BUND Brandenburg. 


Die LEAG-Bergbau ist verantwortlich für den Bau der Dichtwand. Diese sollte eigentlich schon seit 2022 fertiggestellt sein. Seit 2018 war der Bau aber unterbrochen und wurde erst 2024, nachdem der BUND den Stillstand kritisiert hatte, fortgesetzt. Rechnet man den Baufortschritt seit 2024 hoch, wird die Dichtwand auch 2030 nicht fertig.
„Als BUND Brandenburg fordern wir, dass der Grundwasserabstrom des Sedlitzer Sees in Richtung Nordwesten unabhängig im Rahmen eines hydrogeologischen Gutachtens überprüft wird. Das Landesbergamt darf Verzögerungen nicht einfach durchwinken. Wir brauchen mehr Verbindlichkeit bei der Umsetzung von Auflagen für den Bergbaubetreiber und eine Festlegung, dass die LAEAG die Folgekosten für Verzögerungen zu tragen hat“, so Axel Kruschat weiter.
 

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