BUND Landesverband Brandenburg

Grünes Band soll UNESCO-Welterbe werden – Landesregierung muss bei neuer Bundesregierung werben

09. Dezember 2021 | Grünes Band

Die neue Bundesregierung hat ihre Unterstützung für das Grüne Band Europa im Koalitionsvertrag festgeschrieben. Der Landesverband Brandenburg des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßt dieses Bekenntnis. Als Anrainerland hat Brandenburg eine besondere Verantwortung für die Erinnerungskultur und die ökologische Vielfalt. Die Landesregierung muss sich deshalb bei der Bundeskoalition für eine zügige Nominierung als UNESCO-Welterbestätte einsetzen.

Die Brandenburgischen Elbtalauen sind Teil des Grünen Bandes  (Daniela Leitzbach / Fachbereich Grünes Band)

Carsten Preuß, Vorsitzender des BUND-Landesverbandes Brandenburg: „Der BUND Brandenburg befürwortet die Idee, das Grüne Band als UNESCO-Weltnatur- und -kulturerbe vorzuschlagen  Wir werden die brandenburgische Landesregierung bitten, sich, wie der Freistaat Thüringen,  beim Bund dafür einzusetzen, dass das Grüne Band auf die deutsche Vorschlagsliste (Tentativliste) gesetzt wird.“  Im Zuge der Bewerbung müssen in Abstimmung mit den anderen Anrainer-Bundesländern die universellen Herausstellungsmerkmale ausgearbeitet werden, um eine positive Bewertung durch die nationalen Gremien im Kultur- und Umweltbereich zu erreichen.

Auf Einladung des BUND kamen am 9. Dezember 1989 erstmals über 400 Natur-schützer*innen aus Ost und West im oberfränkischen Hof zusammen und hoben das Grüne Band aus der Taufe. Mit dem Grünen Band hat der BUND eines der größten und bedeutendsten Naturschutzprojekte Deutschlands geschaffen. Der ehemalige innerdeutsche Grenzstreifen ist heute nicht nur ein Refugium für mehr als 1.200 seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten, sondern auch ein Ort, der an Demokratie, Freiheit und Frieden erinnert.

Carsten Preuß: „Auf beiden Seiten der ehemaligen Grenze gibt es neben der wertvollen Natur auch Relikte der Zeitgeschichte. Das Grüne Band ist also auch ein Kulturprojekt. Es ist wichtig, diese kulturellen Relikte mit Hilfe des UNESCO-Welterbe-Status zu erhalten und sichtbar zu machen.“

Das Grüne Band Europa, das sich im Schatten des Eisernen Vorhangs auf über 12.500 Kilo-metern entwickelte, ist ein lebendiges Symbol der jüngeren Zeitgeschichte. Seit dem Jahr der Grenzöffnung 1989 sind Generationen herangewachsen, die über keine Erinnerung mehr an die Teilung Europas und die innerdeutsche Grenze verfügen. Daher nimmt die Bedeutung der Erinnerungslandschaft Grünes Band weiter zu, das wie keine andere Initiative für die Idee eines gemeinsamen, friedlichen und grenzüberschreitenden Europas steht.

 

Mehr Informationen:
Der BUND setzt sich seit über 30 Jahren für den Schutz des innerdeutschen Grünen Bandes ein. Vier Fünftel
des Grünen Bandes sind bereits als Nationales Naturmonument geschützt. Der BUND hat 2002 ein Grünes Band durch Europa erstmals vorgeschlagen und ist ein Initiator der Grüne Band Europa Initative, die sich für Schutz und Entwicklung des Lebensraumverbundes entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs von Eismeer bis zum Schwarzen Meer einsetzt. Der BUND Fachbereich Grünes Band ist seit 2004 Regionalkoordinator für den zentral-europäischen Abschnitt von der Ostsee bis zur Adria. In der paneuropäischen Initiative arbeiten Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen aus 24 Anrainerstaaten zusammen. Der BUND ist Gründungs- und Vorstandsmitglied des 2014 gegründeten Vereins Grünes Band Europa („European Green Belt Association e.V.“). Das Grüne Band Deutschland gilt als „Rückgrat“ im Bundeskonzept der Grünen Infrastruktur und als „Leuchtturmprojekt“ in der Nationalen Strategie der Bundesregierung zur Biologischen Vielfalt.

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb