BUND Landesverband Brandenburg

EWP verhindert Klimaneutralität in Krampnitz - BUND legt Widerspruch ein

17. Mai 2021 | Energiewende, Klimawandel

Der BUND Brandenburg hat gegen die Genehmigung des Blockheizkraftwerks am Standort Krampnitz Widerspruch eingelegt. Gründe dafür sind die mangelhafte Klimaneutralität der beantragten Blockheizkraftwerke (BHKW) und die fehlende Umweltverträglichkeitsprüfung.

 (Emanuel Balanzategui / flickr)

Die Stadtverordneten Potsdams haben sich eindeutig für einen klimaneutralen Stadtteil Krampnitz ausgesprochen. Das im Rahmen der Masterplanung vorgelegte Energiekonzept der Energie und Wasser Potsdam (EWP) erfüllt diese Anforderungen nicht. So hat der Klimarat Potsdam in einer Stellungnahme errechnet, dass das Ziel der Klimaneutralität mit jährlichen pro Kopf Emissionen von 451 kg CO2-Äquivalente allein aus der Wärmeversorgung mit dem vorgelegten Energiekonzept um einen Faktor 2,5 verfehlt wird.

Mit der Genehmigung der erdgasbetriebenen Blockheizkraftwerke ist es ausgeschlossen, dass das Ziel der Klimaneutralität in den kommenden 30 Jahren erreicht werden kann. Im Gegenteil: Sollten die regenerativen Komponenten des Energiekonzeptes nicht realisiert werden können, wird sich der Faktor der Pro-Kopf-Emissionen noch erheblich gegenüber den Berechnungen des Klimarates verschlechtern.

Gegen die Genehmigung der drei erdgasbetriebenen Blockheizkraftwerkemodule hat der BUND jetzt Widerspruch eingelegt. „Die Stadt hat ein Klimaschutzkonzept erarbeitet, einen Klimarat eingesetzt und den Klimanotstand ausgerufen. Die Stadtwerke, zu denen auch die EWP gehört, tut aber so als hätte all dies für sie überhaupt keine Bedeutung“, so Axel Kruschat vom Kreisvorstand Potsdam.

Besonders ärgerlich ist, dass EWP-Vertreter*innen am 3. Mai gegenüber der Presse versicherten, dass die Kritik des Klimarates in den Planungen berücksichtig werde. Zu diesem Zeitpunkt lag die Genehmigung der erdgasbetriebenen Blockheizkraftwerke aber schon vor. Außerdem verweigert die EWP die Akteneinsicht in verfahrensrelevante Genehmigungs-unterlagen insbesondere zur Umweltverträglichkeit des Vorhabens.

„Einmal mehr zeigt sich die klimapolitische Unzuverlässigkeit der SPD geführten Rathauskooperation“, so Axel Kruschat. Der BUND erwartet von den Partner*innen der Rathauskooperation, dass diese Fehlentwicklung korrigiert wird."

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