t3://file?uid=3686„Wer aus einem kurzfristigen Rückgang einzelner Strecken eine Zusammenbruchserzählung konstruiert, ignoriert die langfristige Entwicklung“, erklärt Regina Schwarz Co-Vorsitzende des BUND Brandenburg. „Die Daten zeigen seit Jahrzehnten hohe und schwankende Jagdstrecken – von einem Bestandskollaps kann seriös keine Rede sein.“
Langfristige Auswertungen der Jagdstrecken für Rot-, Dam- und Rehwild seit den 1970er Jahren belegen, dass die Schwankungen in der Vergangenheit deutlich größer waren als in den letzten rund 25 Jahren. Die aktuelle Entwicklung liegt im Rahmen dieser natürlichen und jagdlich bedingten Variation. Jagdstrecken sind zudem kein direkter Beleg für Bestandsgrößen, sondern Ergebnis vieler Faktoren: Populationsdichte, Jagdintensität, Abschussplanung, Witterung, Krankheiten und Lebensraumveränderungen.
„Panikmache auf der Basis selektiv ausgewählter Daten bringt uns in der Wildtierpolitik keinen Schritt weiter“, so Carsten Preuß Co-Vorsitzender des BUND Brandenburg. „Wer Wölfe zum Sündenbock für jede Veränderung bei Rot-, Dam- und Rehwild macht, vereinfacht komplexe ökologische Zusammenhänge und lenkt von den eigentlichen Herausforderungen wie Lebensraumqualität, Landnutzung und Klimafolgen ab.“
Der BUND Brandenburg fordert eine Versachlichung der Debatte: Grundlage für Entscheidungen im Wildtiermanagement müssen transparente, fachlich anerkannte Monitoringdaten sein – nicht zugespitzte Einzelzahlen und alarmistische Schlagworte. Nur auf dieser Basis lassen sich tragfähige Lösungen für Landnutzung, Forstwirtschaft, Jagd und den Umgang mit streng geschützten Arten finden.
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