BUND Brandenburg kritisiert Kehrtwende bei der CO2-Deponierung

14. Oktober 2026 | Klimawandel, Wasser

Mit einem Antrag auf der morgigen Landtagssitzung öffnen die Regierungsfraktionen Tür und Tor für künftige Vorhaben zur CO2-Speicherung in Brandenburg. Nachdem der Bundestag mit dem sog. CCS-Gesetz im November 2025 bereits den Weg frei für landeseigene Regelungen zur CO2-Speicherung im Boden gemacht hat, wird die Landesregierung mit dem Antrag nun aufgefordert bis zum 2. Quartal 2027 ein eigenes Landesgesetz vorzulegen. In der letzten Legislaturperiode hat sich Kenia-Koalition noch klar gegen die unterirdische CO2-Deponierung positioniert. Nun soll Brandenburg das erste Bundesland werden, welches die CO2-Speicherung an Land ermöglicht, trotz erfolgreichen Gegenprotesten in der Vergangenheit. 

Carsten Preuß, Co-Landesvorsitzender des BUND Brandenburg mahnt kritisch an: „Die Pläne von SPD und CDU, Brandenburg erneut für die unterirdische CO₂-Speicherung zu öffnen, sind umweltpolitisch hochproblematisch! CCS ist eine risikohafte Technologie: Mögliche Leckagen, die Gefährdung des Grundwassers und die langfristig ungeklärte Verantwortung für die Speicherstätten werfen erhebliche Fragen auf. Die Risiken werden vor Ort getragen, während die erhofften Vorteile vor allem der Industrie zugutekommen. Die Landesregierung darf auch nicht vergessen, dass die Menschen in Brandenburg schon einmal mit großem Nachdruck gegen CO₂-Endlager vor ihrer Haustür protestiert haben. Damals wurde ihnen versprochen, dass es keine CO₂-Speicherung in Brandenburg geben wird.“

Bereits 2010 hat der BUND ein ausführliches Gutachten zu den möglichen Auswirkungen der dauerhaften Lagerung von CO2 im Untergrund erstellen lassen, welches nach wie vor aktuell ist. Besonders risikohaft ist die Nutzung von salinaren Aquiferen. Dabei handelt es sich um tiefliegende, mit Salzwasser getränkte Sandsteinschichten. Bei der Einlagerung verdrängt das CO2 einen Teil des Salzwassers aus den Gesteinsporen. Es kommt zwangsläufig zu ausgedehnten Versalzungen höherer Süßwasser-Stockwerke – wertvolle Grundwasserressourcen, die in Zukunft unsere Versorgung sichern könnten. Eine Karte mit 20 potenziellen Speicherstandorten des LBGR aus dem Jahr 2009 steht nun wieder zur Debatte und zeigt vor allem diese salinaren Aquifere in Brandenburg. 

 „Wir dürfen nicht zulassen, dass für die Entsorgung industrieller CO₂-Emissionen unsere kostbaren Grundwasserreserven aufs Spiel gesetzt werden. Trinkwasserschutz muss Vorrang vor den wirtschaftlichen Interessen der CO₂-Speicherindustrie haben. Die Landesregierung muss erklären, wie sie solche langfristigen Gefährdungen ausschließen will, bevor sie die Tür für neue CO₂-Endlager öffnet. Statt neue Risiken in den Untergrund zu verlagern, muss Klimaschutz vor allem konsequent über die Reduzierung von Treibhausgasemissionen, den Ausbau Erneuerbarer und einen echten Wandel in der Industrie vorangetrieben werden. CCS darf kein Trittbrett für fossile Geschäftsmodelle sein“, so Carsten Preuß.

Hintergrund: BUND-Gutachten

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