Die Europäische Wildkatze kann in immer mehr Regionen Brandenburgs nachgewiesen werden. So zuletzt im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe - Brandenburg, im Schlaubetal und im Wildnisgebiet Jüterbog, wo auch Wildkatzen-Nachwuchs genetisch bestätigt werden konnte. Jetzt im Frühjahr können daher in immer mehr Wäldern junge Europäische Wildkatzen gesichtet werden. Das ist eine gute Nachricht. Doch gleichzeitig wächst eine neue Gefahr: Immer wieder werden Wildkatzenjungtiere von Spaziergänger*innen mit vermeintlich ausgesetzten Hauskätzchen verwechselt und aus dem Wald mitgenommen. Das kann tödliche Folgen haben. Der BUND Brandenburg appelliert daher eindringlich: Graugetigerte Kätzchen im Wald bitte nicht anfassen oder mitnehmen.
Semra Serhadli, Leiterin des Projekts „Wildkatzenwälder für Brandenburg“ beim BUND Brandenburg: „Wir können die Wildkatze in immer mehr Regionen Brandenburgs nachweisen. Das ist ein großer Erfolg für den Arten- und Naturschutz! Doch damit wächst auch die Gefahr, dass Spaziergänger*innen Jungtiere im Wald finden und sie mitnehmen, weil sie sie für ausgesetzte Hauskatzen halten. “
Wildkatzen sind aber keine davongelaufenen Hauskatzen. Sie sind zwar nah verwandt mit unseren Hauskatzen, sind jedoch eine eigene Art und ein echtes Wildtier. Ihre Anwesenheit gilt als wichtiger Indikator für naturnahe und artenreiche Wälder.
Wildkatzen sind aber keine davongelaufenen Hauskatzen. Sie sind zwar nah verwandt mit unseren Hauskatzen, sind jedoch eine eigene Art und ein echtes Wildtier. Ihre Anwesenheit gilt als wichtiger Indikator für naturnahe und artenreiche Wälder.
Zum Verwechseln ähnlich
Wildkatzen sehen graugetigerten Hauskatzen ähnlich. Zudem lässt das alleinerziehende Muttertier seine Jungen während der Mäusejagd im Versteck zurück. Werden die neugierigen Jungtiere beim Spielen entdeckt, wirkt es oft so, als seien sie hilflos verlassen.
Semra Serhadli dazu: „Natürlich meinen die Menschen es nur gut, wenn sie aus Unwissenheit ein junges Kätzchen aus dem Wald mitnehmen. Doch häufig überleben selbst gesunde Wildkatzenjungen diese vermeintliche „Rettungsaktion“ nicht. Denn sie vertragen kein herkömmliches Katzenfutter, sind extrem anfällig für Krankheiten, die durch Hauskatzen übertragen werden und stehen als sehr scheues, gefangenes Wildtier unter enormem Stress.“
Die Europäische Wildkatze kehrt in ihre ursprünglichen Verbreitungsgebiete zurück. Doch gerade in Brandenburg sind es noch kleine, instabile Bestände. Hier kann jede Entnahme die Ausbreitung der Art gefährden.
Wildkatze entdeckt, was ist nun zu tun?
Wenn Sie vermeintlich verlassene Jungtiere finden, entfernen Sie sich leise. Prüfen Sie nach etwa sechs bis zwölf Stunden, ob die Kätzchen noch da sind. Wenn das der Fall ist, rufen Sie das BUND-Notfalltelefon oder eine örtliche Wildtierauffangstation an.
Nur wenn Jungtiere offensichtlich in Not sind, sollte man direkt eingreifen. Das kann nötig sein, wenn sie beispielsweise verletzt sind oder laut schreiend Waldbesuchenden hinterherlaufen. Wildkatzen sind deutschlandweit streng geschützt. Die Mitnahme von Jungtieren aus der freien Natur und ihre Haltung in Privathaushalten ist daher verboten.
Hinweis: Hilfe zur richtigen Entscheidung
Um Verwechslungen zu vermeiden, hat der BUND Informationsmaterialien, Videos und einen Handlungsleitfaden zur Verfügung gestellt. Diese zeigen, wie Wild- und Hauskatzen unterschieden werden können und was im Ernstfall zu tun ist.
- Notfalltelefon im Wildkatzendorf Hütscheroda: Täglich von 10 bis 18 Uhr erreichbar unter: 036254 / 86 51 80
- BUND-Tipp: Wildkatze entdeckt! Was ist jetzt zu tun?
- BUND-Handlungsleitfaden zum Umgang mit Wildkatzen
- BUND-Videoreihe auf YouTube: