BUND Landesverband Brandenburg

BUND Brandenburg fordert Verbot von Schottergärten

13. Oktober 2020 | Naturschutz, Lebensräume, Schmetterlinge, Boden

 (Carsten Preuß)

Bei seiner jährlichen Landesdelegiertenversammlung am Samstag hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Brandenburg seine Forderung erneuert gesetzlich gegen sogenannte Schottergärten vorzugehen. Der Antrag „Schottergärten verbieten – ein wirksamer Beitrag zum Umweltschutz“, den die in diesem Jahr neu gegründete Ortsgruppe Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf eingebracht hatte, wurde mit großer Mehrheit angenommen.

Auch wenn in § 8 der Brandenburgischen Bauordnung bereits festgelegt ist, dass nicht überbaute Grundstücksflächen wasseraufnahmefähig zu belassen und zu begrünen oder zu bepflanzen sind, nimmt die Anzahl von Schottergärten auch in Brandenburg rasant zu. Gründe hierfür sind, dass es hinsichtlich der Auslegung dieses Paragraphen unterschiedliche Meinungen gibt und dass sich weder die Kommune noch der Landkreis wirklich dafür zuständig bzw. mit der Kontrolle überfordert fühlen. Eine gesetzliche Regelung würde hier Abhilfe schaffen und die Kommunen mit dem Problem nicht allein lassen, so die Antragssteller. 

Zur Begründung heißt es im Antrag unter anderem: „Schottergärten sind biologisch tot und widersprechen allem, wofür sich der BUND einsetzt. Insekten, Vögel und andere Gartentiere finden weder Nahrung noch Lebensraum.“ Der Einsatz von Pestiziden sei nötig, der Boden werde zerstört, Wasser könne gar nicht oder nur schwer versickern und der Schotter heize sich im Sommer stark auf – letzteres ist besonders in Zeiten von Hitzewellen und Starkregen ein Problem.

Carsten Preuß, Vorsitzender des BUND Brandenburg, erklärt: „Wir dürfen natürlich nicht aus den Augen verlieren, wo die großen Ursachen des Artensterben liegen: bei der industriellen Landwirtschaft mit ihren ausgeräumten Landschaften und dem hohem Pestizid- und Düngereinsatz. Nichtsdestotrotz müssen wir durch Aufklärung und Verbote auch im Siedlungsbereich für ein Umdenken sorgen. Auch naturnahe Gärten können und müssen einen Beitrag leisten, wenn wir die hier lebenden Tier- und Pflanzenarten schützen wollen.“ Auch eine bessere personelle Ausstattung der Behörden für die Kontrolle der Vorschriften sei notwendig.

Der BUND Brandenburg ist momentan am Verhandlungsprozess der Volksinitiativen „Artenvielfalt retten – Zukunft sichern“ der Umweltverbände mit der Volksinitiative der Landnutzerverbände und den Landtagsfraktionen beteiligt. Auch hier solle das Thema eingebracht werden, so Preuß.

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