Bei der Suche nach Schlagopfern an Windkraftanlagen im Windfeld Rietz im Oktober 2017 sichtete der BUND Brandenburg mehrere Windkraftanlagen, aus denen Schmierfett austrat. Auch Metallteile konnten im Fett gefunden werden. Trotz Meldung an den Betreiber, der Enertrag AG, und an das Landesamt für Umwelt waren die Anlagen bei einer erneuten Kontrolle 10 Monate später immer noch nicht komplett instandgesetzt worden. Eine Anlage verlor nun sogar Öl.
„Enttäuschend“, beschreibt Carsten Preuß, Landesvorsitzender des BUND Brandenburg den Zustand der Anlagen und den Ablauf der Instandsetzungsarbeiten. „Wenn Windkraftanlagen Metallteile, Öl und Schmierfette verlieren, sehen wir nicht nur die damit einhergehende Verschmutzung der Umwelt. Die Anlagen sind gerade bei der Witterung der letzten Wochen auch ein potenzieller Brandherd, zumal die Mehrheit der Anlagen im Kiefernforst steht. Ein Brand dort hätte massive Auswirkungen auf die umliegenden Felder und Siedlungen.“
Laut der Unteren Wasserbehörde Potsdam-Mittelmark ist für den ordnungsgemäßen Betrieb und die Überwachung von Windkraftanlagen in Brandenburg der Betreiber zuständig. Behördliche Kontrollen finden nur statt, wenn handfeste Meldungen für defekte Anlagen eingehen, wie im aktuellen Fall.
„Leider hat die Eigenkontrolle hier offenbar nicht funktioniert und die Behörden können aktuell scheinbar nur wenig Druck auf den Betreiber ausüben, solange er Maßnahmen wie das Wegsammeln der ausgetretenen Schmierfette ausführen lässt“, sagt Preuß. „Wir fordern daher, dass die Kontrollen von Windkraftanlagen nicht alleine beim Betreiber liegen dürfen, sondern auch unabhängige Stellen die Anlagen besichtigen. Zudem sollten Fristen eingeführt werden, die der Betreiber zur Reparatur von Anlagen einhalten muss, wenn defekte Anlagen gesichtet werden. Werden die Fristen nicht eingehalten, dann muss auch die Abschaltung der Anlage in Betracht gezogen werden“, so Preuß abschließend.
Der BUND Brandenburg spricht sich für den Ausbau der erneuerbaren Energien aus. Dieser muss jedoch so gesteuert werden, dass Auswirkungen auf Mensch, Natur und Landschaft weitestgehend vermieden werden. So sucht der BUND Brandenburg seit 2017 ehrenamtliche Helfer*innen, die Windkraftanlagen auf Schlagopfer untersuchen, um mehr Daten zu dem Thema zu erheben. Als Nebeneffekt wurden dabei die defekten Anlagen gesichtet.