BUND Brandenburg: Akzeptanz braucht nachvollziehbare Maßnahmen – Quotenjagd ist kein Beleg für mehr Zustimmung

12. September 2025 | Landwirtschaft, Naturschutz, Wolf, Wolf, Biber, Elch und Co

Der BUND Brandenburg begrüßt, dass das MLEUV mit dem „Dialog Wildtiermanagement Wolf“ einen Beteiligungsprozess gestartet hat, mahnt jedoch wissenschaftliche Fundierung, Transparenz und überprüfbare Wirksamkeit an.

Foto Martin Hahn

Ministerin Hanka Mittelstädt erklärte, Ziel sei es, die gesellschaftliche Akzeptanz für den Wolf und den Artenschutz zu stärken. Welche konkreten Maßnahmen Akzeptanz tatsächlich erhöhen, blieb in der Veranstaltung jedoch offen. Insbesondere wurde nicht belegt, dass eine Abschussquote – gleich in welcher Ausgestaltung – zur Verbesserung der Akzeptanz beiträgt.

„Akzeptanz entsteht nicht durch pauschale Quoten, sondern durch verlässlich finanzierten Herdenschutz, transparente Verfahren im Einzelfall und sachliche Kommunikation“, sagt Axel Kruschat, Geschäftsführer des BUND Brandenburg. „Wer Akzeptanz steigern will, muss wirksame Maßnahmen definieren, erproben und evaluieren – nicht Erwartungen an die Jagd wecken, für die es keinen Nachweis der Wirkung gibt.“

Nach Angaben des Ministeriums soll der Wolf in das brandenburgische Jagdrecht aufgenommen und eine überarbeitete Wolfsverordnung in Kraft gesetzt werden. Zugleich wird an einem Wolfsmanagementplan gearbeitet. Der BUND kritisiert die vorgezogene Aufnahme ins Jagdrecht: Ob die Maßnahmen Akzeptanz erhöhen, ist bisher nicht belegt.

Die öffentliche Debatte zeigt zudem, wie umstritten pauschale Quoten sind. Fachpraxis und Weidetierhaltung betonen, dass wirksamer Herdenschutz Risse reduziert, während pauschale Abschüsse Rudelstrukturen destabilisieren und neue Konflikte erzeugen können. Auch rechtlich sind Quoten problematisch: Der Wolf ist eine streng geschützte Art; Eingriffe müssen sich auf klar belegte Einzelfälle stützen und rechtskonform begründet sein.

„Wenn die Steigerung der Akzeptanz das erklärte Ziel ist, brauchen wir konkrete, überprüfbare Maßnahmenpakete – von Herdenschutz-Förderung über Beratung und Ausbildung bis zur klar geregelten, eng begrenzten Entnahme im Einzelfall“, erklärt Thomas Volpers, stellvertretender Vorsitzender des BUND Brandenburg. „Eine Quote, deren Wirkung auf Akzeptanz unklar ist, darf kein politischer Ersatz für belastbare Lösungen sein.“

Der BUND Brandenburg fordert:

  • Evidenzbasierte Akzeptanzstrategie: Konkret darlegen, welche Maßnahmen Akzeptanz messbar erhöhen sollen – inklusive Zeitplan, Indikatoren und Evaluation.
  • Priorität für Prävention: Vollständig finanzierter Herdenschutz (Zäune, Herdenschutzhunde, Beratung, Schulungen) als erste Linie der Konfliktvermeidung.
  • Rechtssichere Einzelfall-Entnahmen statt Quoten: Klare Kriterien und transparente Verfahren für Entnahmen in konkret belegten Schadenslagen.
  • Beteiligung und Nachvollziehbarkeit: Vollständige Einbindung der Naturschutz- und Weidetierhalter-Verbände sowie öffentliche Dokumentation der Entscheidungsgrundlagen.

 

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb