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BUND Brandenburg: Abschussquote auf Wölfe ist fachlich falsch und rechtlich hochriskant

11. August 2025 | BUND, Naturschutz, Wolf, Wolf, Biber, Elch und Co

Staatssekretär Gregor Beyer kündigt an, binnen vier Wochen die Eckpunkte für die Wolfsjagd festzuzurren. Ab Herbst solle die Jagd auf Wölfe in Brandenburg starten. Er nennt erstmals eine konkrete Zielgröße: „Im ersten Jahr werden wir daher zunächst eine Abschussquote von 15 Prozent festlegen“. Laut BUND Brandenburg ist mit diesen Absichten der rechtssichere und fachlich akzeptable Debattenraum verlassen.

zwei Wölfe  (pixabay)

Die B.Z. meldet unter der Überschrift „Brandenburg will 330 Wölfe schießen“ Pläne des Landes, bereits im ersten Jahr eine Abschussquote von 15 Prozent festzulegen; zitiert wird Umweltstaatssekretär Gregor Beyer (B.Z. Berlin (1)). Der BUND Brandenburg weist diese Vorgehensweise entschieden zurück. „Eine pauschale Quote, die auf einen relevanten Anteil der Population zielt, ist wissenschaftlich nicht zu rechtfertigen und eröffnet erhebliche Rechtsrisiken“, erklärt Carsten Preuß, Landesvorsitzender des BUND Brandenburg. „Statt Schlagzeilenpolitik braucht es Management nach Datenlage: wirksamer Herdenschutz, konsequente Strafverfolgung illegaler Tötung und solides Monitoring.“

Eine aktuelle Populationsgefährdungsanalyse des Bundesamtes für Naturschutz (2) zeigt: Der Wolf ist als Rückkehrer etabliert, doch die noch junge Population reagiert empfindlich auf zusätzliche Verluste; Stabilität erfordert insbesondere den fortgesetzten genetischen Austausch mit Nachbarpopulationen sowie die Minimierung anthropogener Mortalität. Mehr noch: Die Studie kommt zu dem klaren Schluss, dass eine Entnahme über Quoten das Wieder-Aussterben in Deutschland begünstigen kann – genau das Gegenteil eines verantwortbaren Managements. „Wer Quoten festlegt, ohne die ökologischen Folgen für Rudelstrukturen, Reproduktion und Genfluss zu berücksichtigen, handelt wider besseres Wissen“, so Carsten Preuß weiter. „Das ist ein klarer Verstoß gegen das Europarecht.“

Der BUND Brandenburg fordert die Landesregierung auf, die Quote umgehend fallen zu lassen und stattdessen die nachweislich wirksamen Instrumente zu priorisieren: Prävention an der Weide (Zäune, Herdenschutzhunde) mit verlässlicher Förderung, Ausbau von Wildtierkorridoren sowie Transparenz und Aufklärung, um gesellschaftliche Akzeptanz zu stärken. „Wir stehen jederzeit bereit, an einem rechtssicheren, fachlich sauberen Wolfsmanagement mitzuwirken – aber nicht an einem Schnellschuss, der Artenschutz und Rechtsstaatlichkeit gleichermaßen untergräbt“, betont Preuß vom BUND Brandenburg abschließend.

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