Carsten Preuß, Co-Landesvorsitzender des BUND Brandenburg ermahnt:
„Der Zustand unserer Wälder ist alarmierend. Die Landesregierung muss endlich aufwachen und den Brandenburger Wald schützen. Dafür braucht es ein modernes Jagdgesetz, welches die Naturverjüngung ermöglicht und die Jägerinnen und Jäger beim Waldumbau stärker in die Pflicht nimmt. Die aktuelle Jagdgesetznovelle hat für den Wald keine Verbesserungen gebracht. Stattdessen wurden Wünsche der Jagdlobby umgesetzt. Ich erwarte, dass das Umweltministerium noch in diesem Jahr eine zweite Novelle mit klarem Fokus auf den Wald startet.“
Ein Großteil (85 Prozent) der Waldverjüngung passiert natürlich, also ohne menschliche Pflanzung und Einsaat. Das ist nicht nur kostengünstiger, sondern auch erfolgsversprechender. Im Gegensatz zu gepflanzten Setzlingen entwickeln Bäume aus natürlicher Verjüngung ein stabileres Wurzelsystem, was sie deutlich widerstandsfähiger gegenüber Trockenperioden und späteren Windwürfen macht. Hinderlich ist der Wildverbiss: 26 Prozent der Jungbäume werden vom Wild wieder verbissen, bei den schmackhaften Laubbäumen ist der Verbiss sogar noch höher.
Carsten Preuß dazu: „Der effektivste und günstige Weg beim Waldumbau ist die Natur für uns arbeiten zu lassen. Doch das geht nur, wenn die Wildbestände mittels Jagd klein gehalten werden und die Wildverbissraten runtergehen. Ziel des Waldumbaus muss es insbesondere sein, die Kiefernmonokulturen zu widerstandsfähigen Mischwäldern zu entwickeln. Wenn aber gerade junge Laubbäume auf dem Speiseplan des Schalenwildes stehen, kann das nicht gelingen. Deshalb braucht es endlich einen Paradigmenwechsel bei der Jagd!“
Waldzustandsbericht 2025 des Landes Brandenburg: https://mleuv.brandenburg.de/sixcms/media.php/9/Waldzustandsbericht-BB-2025.pdf