Wolf in Brandenburg
(Foto: BUND Brandenburg e.V.)
Karl-Heinz Marschka, stellvertretener Vorsitzender des NABU Brandenburg sagt dazu: „Die Landesregierung möchte bei der Jagd auf den Wolf Nägel mit Köpfen machen. Wissenschaftliche Erkenntnisse zur Wolfsentwicklung und dem Wolfsverhalten spielen dabei keine Rolle. Besonders kritisch sehen wir, dass es keinen erwiesenen Zusammenhang zwischen dem pauschalen Abschuss von Wölfen und der Reduzierung von Weidetierrissen kommt. Eine Quotenjagd könnte sogar Probleme verschärfen, wenn dadurch Rudelstrukturen zerstört werden und aus Not bevorzugt Weidetiere als Beute dienen. Deshalb lehnen wir eine Wolfsabschussquote für Brandenburg entschieden ab! Dazu haben wir Umweltverbände konkrete Vorschläge für die Entnahme von sogenannten Problemwölfen auf den Tisch gelegt.“
Carsten Preuß, Landesvorsitzender des BUND Brandenburg ergänzt: „Eine Abschussquote für den Wolf ist reine Symbolpolitik und ist mit vielen offenen und bisher unbeantworteten Fragen verbunden. Es ist vollkommen unklar, wie die praktische Umsetzung durch die Jägerschaft funktionieren soll und wie das ganze rechtskonform gestaltet werden kann. Als Umweltverbände unterbreiten wir stattdessen einen pragmatischen Kompromiss, der die Interessen des Artenschutzes und denen der Nutztierhaltenden vereint. Und das ganz ohne Überführung des Wolfes ins Jagdrecht! Ein schneller Schutz von Weidetieren in Brandenburg gelingt vor allem durch eine zielgerichtete und vereinfachte Entnahme von problematischen Einzelwölfen nach einem Riss. Dafür brauchen wir qualifizierte Jägerinnen und Jäger, die Revierübergreifend handeln können und ein effizientes Zusammenspiel der Behörden.“
Nicole Kronauer, 1. Vorsitzende der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe unterstützt die Position und betont: „Der Herdenschutz ist die essentielle Voraussetzung dafür, dass Weidetiere effektiv geschützt und die Zahl der Wolfsübergriffe reduziert werden. Das belegen auch die Zahlen. Im Jahr 2024 waren in 88 Prozent der Wolfsübergriffen die Weidetiere nicht gemäß den Empfehlungen des Landesamtes für Umwelt geschützt. Der Herdenschutz muss flächendeckend ausgebaut werden, indem Weidetierhaltende ausreichend unterstützt und beraten werden. Dafür müssen in den Ländern aber auch im Bund genügend Mittel bereitgestellt werden, die unbürokratisch an die Weidetierhaltenden ausgezahlt werden können.“
Gemeinsames Positionspapier: hier