Abschussquoten helfen keinem Weidetier - BUND Brandenburg fordert sachlichen Dialog beim Wolfsmanagementplan

12. August 2026 | BUND, Landwirtschaft, Naturschutz, Wolf, Wolf, Biber, Elch und Co, Artenschutz

Der BUND Brandenburg kritisiert die Forderung von Landesbauernpräsident Henrik Wendorff nach einer festen Abschussquote für Wölfe. Wer unmittelbar vor den Beratungen über den neuen Wolfsmanagementplan mit pauschalen Abschusszahlen und überzogenen Bestandsdarstellungen den Druck erhöht, gefährdet den angekündigten sachlichen Dialog.

Potsdam. Der BUND Brandenburg kritisiert die Forderung von Landesbauernpräsident Henrik Wendorff nach einer festen Abschussquote für Wölfe. Wer unmittelbar vor den Beratungen über den neuen Wolfsmanagementplan mit pauschalen Abschusszahlen und überzogenen Bestandsdarstellungen den Druck erhöht, gefährdet den angekündigten sachlichen Dialog.
Der BUND Brandenburg weist auf die klare Faktenlage hin: Die Behauptung, dass der Wolfsbestand jährlich um rund 30 Prozent wachse, ist durch amtliche Monitoringdaten nicht zu bestätigen. Das Landesamt für Umwelt bewertet den Wolfsbestand in Brandenburg als stabil, wobei der Bestand sich zunehmend auf einem Niveau einpendelt. Die Zahl geborener Welpen ist nicht mit einem jährlichen Netto-Bestandswachstum gleichzusetzen.
“Wir sind bereit einen tragbaren Kompromiss zu finden, der dazu beiträgt, die Nutztierrisse bei geschützten Herden zu reduzieren. Eine politisch gewünschte Abschusszahl, die nicht auf Fakten basiert, darf nicht am Anfang des Dialogprozesses stehen. Eine echte Dialogbereitschaft von Herrn Wendorff kann ich derzeit leider nicht erkennen“, erklärt Thomas Volpers, stellvertretender Vorsitzende des BUND Brandenburg.
Der BUND unterstützt ausdrücklich die Forderung der Weidetierhalter nach einer dauerhaft gesicherten Finanzierung des Herdenschutzes. Denn die Schadensdaten zeigen, dass Prävention weiterhin entscheidend ist: Ein erheblicher Teil der Nutztierrisse ereignet sich dort, wo kein ausreichender wolfsabweisender Herdenschutz vorhanden ist.
„Wer Nutztierrisse wirksam reduzieren will, muss Herdenschutz stärken und tatsächlich schadenstiftende Wölfe rechtssicher und schnell entnehmen. Eine pauschale Quote stellt dagegen nicht sicher, dass gerade die Tiere erlegt werden, die sich spezialisiert haben und wiederholt geschützte Weidetiere angreifen. Der Herdenschutz muss im Fokus der aktuellen Debatte um den Wolfsmanagementplan stehen und darf nicht hinten runterfallen“, so Thomas Volpers.
Der BUND warnt deshalb davor, den Wolfsmanagementplan auf einen Abschussplan zu reduzieren. Zu einem wirksamen Management gehören Monitoring, Herdenschutz, Beratung, zügiger Schadensausgleich und klare Verfahren für problematische Wölfe.
Thomas Volpers dazu: „Das gemeinsame Ziel muss sein, Nutztierrisse zu reduzieren und die Weidetierhaltung in Brandenburg zu sichern. Wie viele Wölfe dafür gegebenenfalls gezielt entnommen werden müssen, muss aus belastbaren Monitoringdaten und tatsächlichen Konflikten folgen – nicht aus einer politisch gesetzten Abschussquote.“

 

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