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BUND Landesverband Brandenburg

Spannende Exkursion zum NSG "Teufelssee" am GEO-Tag

16. Juni 2018 | Naturschutz

Der BUND-Landesvorsitzende Carsten Preuß berichtet vom GEO-Tag am 16. Juni:

Auch in diesem Jahr stieß die Exkursion zum NSG "Teufelssee" bei Sperenberg auf großes Interesse. Eingeladen hatte der BUND Brandenburg aus Anlass des Geo-Tages der Natur. Als BUND-Landesvorsitzender stellte ich den knapp 40 Teilnehmer*Innen das Naturschutzgebiet "Teufelssee" vor. Die Kernfläche von 4 Hektar bildet eines der ältesten Naturschutzgebiete der Region, das NSG "Teufelssee" das schon seit 1937 unter Naturschutz steht. Es handelt sich um ein Moor mit Torfmoos- und Wollgrasvegetation sowie einem bedeutenden Krebsscherenbestand. Auch bestandsbedrohten Tierarten wie Glattnatter, Ringelnatter, Zauneidechse, Moorfrosch und verschiedenen Libellenarten dient das Gebiet als Lebensraum.

Ralf Schwarz, Botaniker und Kenner des Gebietes, erläuterte den Gästen die botanischen Besonderheiten. Für die Besucher war es beeindruckend, wie viele seltene Pflanzen zu sehen waren: Krebsschere, Wollgras, Sumpfporst, Wasserschlauch, Fieberklee, Königsfarn und Rundblättrigen Sonnentau.

Die Westgruppe der sowjetischen Streitkräfte hatte im Naturschutzgebiet 12.000 Tonnen Bauschutt verkippen lassen. Das mittlerweile große Teile Teueflsseemoor renaturiert wurden, davon konnten sich die Teilnehmer*Innen der Exkursion überzeugen. In zwei Bauphasen 2011 und 2014 wurde der Bauschutt wieder entfernt. Die Renaturierung der Moore ist von großer Bedeutung, denn gegenwärtig befinden sich nur noch 10 Prozent der brandenburgischen Moore in einem naturnahen Zustand. Lediglich 2 Prozent des Gesamtmoorbestandes bilden noch Torf. Hauptgefährdung für das Moor Teufelssee war die zunehmende Anreicherung mit Nährstoffen (Eutrophierung), aber auch ein gesunkener Moorwasserstand. Der BUND Brandenburg widmet sich dem Moorschutz aktuell auch mit dem Projekt "Alleskönner Moor: Klimaschützer und Arche Noah der Biodiversität". Mitwirken kann jeder an dem Projekt als MoorpatIn.

Der Förderverein Museum Kummersdorf e.V. hatte zur Stärkung der Besucher*Innen Kaffee und Kuchen mitgebracht. Der Verein bietet regelmäßig Führungen über das ehemalige WGT-Gelände an bei denen die Geschichte der Heeresversuchsstelle Kummersdorf und des Flugplatzes Sperenberg erläutert wird (www.museum-kummersdorf.de).

Der Teufelssee gehört zur ehemaligen 3.500 ha großen WGT-Liegenschaft Sperenberg/Kummersdorf-Gut. Das Gelände wurde von 1875 bis 1994 militärisch genutzt. Bei der Liegenschaft handelt es sich um weit mehr als einen ehemaligen Truppenübungsplatz. Die einstige Heeresversuchsstelle Kummersdorf war ein Technologiezentrum und wahrscheinlich die vielfältigste Militärtechnikerprobungsstelle der Welt. Das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege und archäologische Landesmuseum hat deshalb einen Großteil des Areals als größtes technisches Denkmal Brandenburgs erfasst und in die Denkmalliste eingetragen. Die mehr als 100 Jahre andauernde militärische Nutzung des Waldgeländes, das als Entwicklungs- und Erprobungsstätte für Militärtechnik begann und als sowjetischer Militärflugplatz im Jahr 1994 endete, bewirkte, dass sich auch nach der Auflassung des Geländes hier eine sehr wertvolle Naturausstattung erhalten und entwickeln konnte.

Beim jährlich stattfindenden GEO-Tag der Natur bestimmen Expert*Innen in ausgewählten Gebieten die dort lebenden Tier- und Pflanzenarten. Interessierte können sich spannenden Exkursionen - wie zum Teufelssee - anschließen. Gemeinsames Ziel aller Beteiligten ist es Natur und Artenvielfalt zu schützen und über das Naturerleben, Verständnis für die Belange von Natur und Arten zu wecken. 

Eine Liste der gefundenen Arten finden Sie hier.

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