Am 4. September 2021 fand pandemiebedingt aus dem Frühjahr verschoben im Niedermoorgebiet des Kremmener Rhinluchs eine gemeinsame Veranstaltung des Landschaftsfördervereins Oberes Rhinluch e.V. und des Umweltbildungsprojekts "Sumpf & Sand" des BUND Brandenburg e.V. statt.
Insgesamt 15 Teilnehmer*innen aus der Region erhielten durch das langjährige Vereinsmitglied Detlef Hase eine unterhaltsame und informierende Einführung in Form eines Fotovortrags in der Naturschutzstation Linum: Faszinierende und gestochen scharfe Naturaufnahmen gepaart mit dichten Hintergrundinformationen zum Rhinluch und seinen Schätzen, aber auch den Bedrohungen und Möglichkeiten. Dabei wurde die Rolle des Wassers besonders herausgestellt und wie sich Trockenperioden und menschliche Einflussnahme auf den Moorboden, Flora und Fauna auswirken.
Im Anschluss wurde der Raum für Fragen und zur Diskussion aufgemacht.
Hiernach ging es in Kolonne mit dem eigenen PKW zur Naturbegegnung und -beobachtung zum Unkenteich, - ein durch den Förderverein gepflegtes, geschütztes Habitat für bedrohte Amphibienarten wie die Rotbauchunke, den Kammmolch oder den Moorfrosch, sowie zahlreiche Wasservögelarten. Durch die gestellten Spektive konnten Gänse, Kraniche, ein paar Silberreiher, sogar Kiebitze, Kampfläuferweibchen und Strandläufer näher beobachtet werden. Dadurch ließ sich die vorkommende Artenvielfalt des Frühjahrs erahnen.
Eine kleine Mittagspause mit Kaffee vom "Hofladen" begleitet durch Gänsegeschnatter und Kranichrufe ermöglichte den Genuss der Umgebung.
Gestärkt fuhren die Teilnehmenden durch alte Windschutzalleen und auf Panzerplatten, um den vom Deutschen Landschaftspflegeverband ausgezeichneten Klimawirten Sebastian Petri auf seinem Land zu besuchen. Dabei machte sich die Dimension der Fläche bemerkbar. Petri berichtete kurzweilig und informativ über seine Arbeit der moorschonenden Stauhaltung: seine Motivation, die Vorteile wie die Nachteile und Herausforderungen. Es fehle vor allem an Verwertungsmöglichkeiten für Gräser und Schilf, um Anreize für weitere Landwirt*innen zu schaffen. "Nebenbei" wurde noch ein Seeadlerpärchen auf einem toten Baum in der Ferne gesichtet. Durch hohe Schnitthöhen bei der Mahd bleibt vielen Kleinstsäugern und Amphibien die Möglichkeit sich zu verstecken. Nicht selten folgen Adler und Storche der umgebauten Pistenraupe von Petri. Moorschonende Stauhaltung ist Klima- und Artenschutz.
Danach ging es weiter in den Rhinbogen. Dort hat ein weiterer Landwirt seine Rinder stehen, die das Grasland offen und vielfältig halten. Jana Albrecht vom Landschafstförderverein gab abschließend einen kleinen Einblick in ihre komplexe Arbeit: Management der Pachtflächen, Gespräche mit allen Landnutzer*innen, Gewässerschutz, Förderungen der Greifvögel durch Strukturvielfalt, Alleenpflege und Netzwerkpflege uvm..
Die Verabschiedung fand über dem Rhin auf der alten Stahlbrücke statt. Durch Moorsackung, welche vor allem durch die menschliche Nutzung der Fläche hervorgerufen wurde, fließt er ca. anderthalb Meter über Flur. Dies erfordert besonderer Instandhaltungsmaßnahmen für Dämme und Deiche.
Durch die gute Nachfrage wird diese Veranstaltung in ähnlicher oder ergänzter Form im Frühjahr 2022 erneut stattfinden. Um die Vielfalt des Rhinluchs zu gewährleisten sind jährliche Pflegeeinsätze in den Teichen notwendig. Dafür werden Menschen gesucht, die gerne an der frischen Luft und in Gemeinschaft zupacken möchten. Eine gute Gelegenheit mit der Natur im Naturschutzgebiet in Kontakt zu kommen und zu bleiben. Bitte wenden Sie sich dafür an den Förderverein (siehe Verlinkung unten).
An dieser Stelle sei allen Beteiligten, insbesondere dem Landschaftspflegeverein vertreten durch Jana Albrecht & Detlef Hase für die inhaltliche und organisatorische Ausrichtung, dem Klimawirten Sebastian Petri für sein Engagement und seine Zeit von seiner Pilotarbeit zu erzählen, der FÖJlerin Lea Brüngel für inhaltliche Zuarbeit zum Vortrag und der Naturschutzstation für die räumliche Nutzung ganz herzlich gedankt.
Weitere Informationen finden Sie hier:
Landschaftsförderverein Rhinluch e.V. : oberes-rhinluch.de
Naturwiesenheu aus Paludikultur: www.naturwiesenheu.de