Sie ertasteten diesen seltsamen Matsch, der sich Torf nennt und der alte Geschichten erzählt. Sie beobachteten Tiere in freier Wildbahn oder im Lupenbecher und lernten charakteristische Pflanzen kennen. Auch eine Quelle wurde besucht und der Frage nachgegangen, woher kommt das Wasser und welche Rolle spielt es für das Moor?
Verbunden mit Spiel und Spaß wie Stelzenlauf umrundete die Gruppe einmal komplett das Rambower Moor. Der Rundwanderweg umfasst 12 km. Ein nachtaktiver, scheuer Bewohner des Lebensraums und Baumeister von Stauflächen konnte in Form eines Präparats befühlt und bestaunt werden - der Biber.
" Die Vorschulkinder brachten viel Abenteuerlust mit ins Moor. Und Moor ist nicht gleich Moor. Jedes ist individuell gestaltet und unseres setzt sich aufgrund seiner Entstehungs- und Nutzungsgeschichte aus vielen verschiedenen Lebensräumen zusammen. Wie ein Mosaik. Und das haben wir gemeinsam erforscht. Die Kinder entnahmen in der Feuchtwiese Torfproben mit einem Bohrstock, spürten den Moorboden unter den Füßen, der wie ein Wackelpudding bebte wenn eine Gruppe in die Luft sprang und die andere ihn spürte. Sie buddelten mit einem kleinen Spaten Torf aus der Wiese und drückten anschließend das Wasser heraus. Die Bestätigung für den vorherigen Schwammtest, der ihnen zeigte, dass ein Moorboden immer nass ist.
Dann lernten sie einen Torfstich kennen, der noch vor 30 Jahren der Torfentnahme diente und kescherten in den Moorgräben nach spannenden Wasserinsekten, Fischen und Schnecken. Am Ende ging es noch an die Moorquellen, durch deren Anblick die Mädchen und Jungen nachvollziehen konnten, woher das Rambower Moor sein Wasser bekommt. An den Moorgräben haben wir anhand der sichtbaren Landbewirtschaftung auch kurz die Nutzung von Mooren thematisiert. Meine Kollegin Marion und ich haben einige Impulse von den Kindern und Erzieherinnen bekommen. Ihre Begeisterung steckt natürlich an, so dass dieser Tag eine Bereicherung für uns war", Ricarda Rath, Rangerin.
" Unser Moortag war ein super schönes Erlebnis für alle Kinder und für uns Pädagoginnen. Wir hatten super schönes Wetter mit Sonnenschein und waren von 09:00 Uhr bis 14:00 Uhr einmal um das Moor herum", Cornelia Schmidt, Kitaleiterin.
Das Rambower Moor ist Teil des UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe und wurde 2014 durch die Sielmann Stiftung als eines von Deutschlands schönsten Naturwundern ausgezeichnet. Es umgibt ein Rundwanderweg mit Lehrpfad-Elementen. Jahrzehntelang wurde hier Torf abgebaut. Zurzeit wird es vor allem landwirtschaftlich genutzt. Im Herbst ziehen unzählige Kraniche durch das Gebiet. Rohrdommel und Fischotter zählen ebenfalls zu den schützenswerten Lebewesen im Moor.