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BUND Landesverband Brandenburg

Moorpate Frank - Heidemoor Hennersdorf

27. März 2018 | Alleskönner Moor, Moorpaten, Moorschutz

Die erste Begehung mit dem neuen Moorpaten Frank und Herrn Wolf von der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) des Landkreises Elbe-Elster zeigt eine deutlich positive Entwicklung des Moores.

Mit Axel Kruschat, Herr Wolf (UNB Elbe-Elster), Moorpate Frank und Juliane Kostowski im Heidemoor Hennersdorf.  (Foto: Michaela Kruse)

Ein hoher Wasserstand und die Ausbreitung von Torfmoos und Wollgras zeigen eine positive Entwicklung des Moores. Trotz des hohen Wasserrückhalts sind erfreulicherweise Besenheide (Calluna vulgaris) und Moor-Glockenheide (Erica tetralix) an den höher gelegenen Stellen zu finden.

Augen und Ohren für dieses wertvolle Moorgebiet wird nun Frank als Moorpate für den BUND Brandenburg sein. Als anerkannter Naturschutzhelfer der UNB wird er u.a. den Pegel im Moor dokumentieren.

Wir freuen uns sehr Frank als Moorpaten begrüßen zu dürfen!

Aktuell sind wir auf der Suche nach weiteren Moorpaten. Wer also gern ein Moor in seiner Nähe regelmäßig beobachten möchte, kann sich gern bei uns melden.

 

Das Heidemoor Hennersdorf befindet sich nordöstlich des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft zwischen den Orten Hennersdorf (nordwestlich des Kiesabbaugebietes) und Finsterwalde in der Gemeinde Doberlug-Kirchhain im Landkreis Elbe-Elster. Das Moor ist kein ausgewiesenes Schutzgebiet nach Naturschutzrecht. 2013 wurden Sohlschwellen in das Moorgebiet gebaut, um naturnahe Wasserstände langfristig zu sichern. Der Erfolg der Maßnahmen war schon sehr frühzeitig daran erkennbar, dass die neuen Sohlschwellen bereits wenige Tage nach Abschluss der Bauarbeiten überströmt wurden. Auch der positive Einfluss auf den Grundwasserspiegel konnte anhand der langjährigen Pegelmessungen der Märkischen Kies- und Kalksandsteinwerke GmbH belegt werden. Durch seine besondere Naturausstattung ist das Gebiet aber besonders wertvoll und als § 32-Biotop BbgNatschG geschützt.

Schützenswerte Lebensräume und Lebensgemeinschaften:

  • Moor-, Bruch- und Sumpfwälder
  • Flaches Grundwasseranstiegs-Versumpfungsmoor
  • Torfmoos-Seggen-Wollgras-Ried

Bedeutende Tier- und Pflanzenarten:

  • Vögel: Baumpieper, Buchfink, Fitis, Mönchsgrasmücke, Pirol, Singdrossel, Zilpzalp
  • Reptilien: Waldeidechse, Zauneidechse
  • Amphibien: Wasserfrosch, Moorfrosch, Grasfrosch, Rotbauchunke
  • Pflanzen: Schmalblättriges Wollgras, Glocken-Heide, Sumpf-Labkraut, Grau-Segge, Blasen-Segge 

Naturschutzziele der Baumaßnahme 2013

Mit den geplanten Staumaßnahmen sollen im Heidemoor Hennersdorf dauerhaft naturnahe Wasserstände gesichert werden. Der sommerliche Niedrigwasserspiegel soll angehoben und damit ein Austrocknen des Oberbodens im Bereich der Torfverbreitung verhindert werden. Kurzfristig sollen dadurch Austräge von Stickstoff, Phosphor und gelösten Kohlestoffverbindungen reduziert werden. Langfristig wird im zentralen Bereich des Moores wieder Torfwachstum möglich sein, wodurch ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet wird. Dies wird zusätzlich durch den Waldumbau unterstützt. Die trockneren Moor- und Torfbereiche sowie der Feuchtwald können sich nach einem Wasserspiegelanstieg zu einem Schnabelseggen-Moorbirken-Wald entwickeln. Moortypische Pflanzenarten, wie beispielsweise Rhynchospora alba und Drosera rotundifolia et intermedia, können sich wieder ansiedeln und ausbreiten. Damit nimmt auch die Artenvielfalt im Gebiet zu. Das Angebot an unterschiedlichen Lebensräumen vergrößert sich. Durch diese Maßnahmen, welche dem Erhalt des Moores und der moortypischen Lebensraumtypen dienen, vergrößert sich besonders für Amphibien und Wasserinsekten der Lebensraum bzw. das Laichhabitat deutlich. Das Landschaftsbild erfährt eine Veränderung, da sich die offene Moorfläche vergrößern und das Waldbild vielgestaltiger entwickeln wird. Der Baumbewuchs weicht zurück und eröffnet dem Betrachter die Möglichkeit ein Waldmoor zu bestaunen.

Weitere Informationen zur Baumaßnahme.

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