Düngeregelung schützt wertvolle Trinkwasserressourcen! BUND Brandenburg lehnt Aufweichung entschieden ab

05. November 2025 | Wasser, Landwirtschaft

Anlässlich der heutigen Kundgebung des Landesbauernverbands zum Stopp der Ausweisung Roter Gebiete weist der BUND Brandenburg darauf hin, dass durch die Ausweisung der lebenswichtige Trinkwasserschutz in Brandenburg gewährleistet werden soll.

Foto von engin akyurt auf Unsplash

Carsten Preuß, Landesvorsitzender des BUND Brandenburg sagt dazu: „Bei der Ausweisung von sogenannten Roten Gebieten geht es um den Schutz von wertvollen Trinkwasserressourcen im Land. Hohe, gesundheitsgefährdende Nitratwerte müssen aufwendig bei der Aufbereitung entfernt werden - die Kosten dafür tragen wir alle! Die Forderung des Landesbauernverbandes die Ausweisung Roter Gebiete zu stoppen, stellt den Schutz von Trinkwasserressourcen in Frage und verschiebt die Last der steigenden Kosten einseitig auf die Brandenburger*innen.“

Über 90 Prozent des Brandenburger Trinkwassers wird aus Grundwasser gewonnen. Der Schutz des Trinkwassers ist auf EU-Ebene über die Nitrat-Richtlinie und die Wasserrahmenrichtlinie geregelt. Demnach gilt EU-weit ein Nitratgrenzwert von 50 mg pro Liter im Trinkwasser. Nitrat ist gesundheitsgefährdend und besonders gefährlich für Säuglinge. Es gelangt vor allem über Düngemittel aus der Landwirtschaft in das Grundwasser. Das Grundwasser in Deutschland weist im EU-Vergleich die zweithöchste Nitratbelastung auf. Deshalb hat die EU ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet, welches mit der neuen Düngegesetzgebung 2023 erfolgreich abgewendet werden konnte.

Thomas Volpers, stellvertretender Vorsitzender ergänzt: „Mit der Blockadehaltung des Landesbauernverbandes wird in Kauf genommen, dass das Verfahren gegen Deutschland wieder aufgenommen wird. Besonders perfide dabei ist, dass zuletzt vom Brandenburger Verband auch die Abschaffung der Stoffstrombilanz erfolgreich gefordert wurde. Mit der Bilanz sollten Nährstoffströme auf betrieblicher Ebene erfasst werden, also verursachergerecht. Die Bauern fordern Verursachergerechtigkeit, lehnen eine betriebliche Dokumentation aber ab. Das ist für mich kein konstruktiver Beitrag, um gemeinsam Trinkwasserressourcen im Land zu schützen. Auch das Argument, es brauche intensive Düngung, damit Getreide wächst, hält nicht stand. Der ökologische Landbau beweist seit Jahren, dass getreiderelevante Nährstoffgaben grundwasserschonend gestaltet werden können, ohne die Wirtschaftlichkeit der Ernten zu gefährden."

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb