Cottbus: Redebeitrag zu Angriffen & öffentlichen Räumen

07. Juli 2026

Nach den jüngsten Angriffen auf das Chekov (Jugendclub), die Zelle (Wohnprojekt) und das Grüne Wahlkreisbüro hat sich der BUND Brandenburg mit seinem Projekt RevierUPGRADE und einigen Aktiven an zwei Kundgebungen gegen rechte Gewalt beteiligt. Bereits zuvor gab es Anschläge auf die Synagoge und einen Pfarrer.

Öffentliche Räume - 

Gemeinsame Träume

Die Rede im Wortlaut:

Liebe Cottbuserinnen und Cottbuser,

mein Name ist Bastian Ascher und ich arbeite für den BUND über das Projekt RevierUPGRADE. Ein Projekt, welches den sozial-ökologischen Wandel vorantreiben möchte und öffentliche, sichere und klimagerechte Räume für Menschen fordert.

Wir stehen heute hier, weil wieder stumpfe Gewalt die Runde macht.

Weil das Chekov, die Zelle und nun das Lädchen angegriffen worden sind. Weil rechtsextreme Gewalt wieder versucht, Angst zu verbreiten und den öffentlichen Raum für sich zu beanspruchen. 

Ein Raum, der eigentlich uns allen gehört.

Und die Angriffe richten sich gegen uns alle. Gegen das Recht, verschieden zu sein. Gegen eine offene Gesellschaft. Gegen die Demokratie.

Als BUND, als zivilgesellschaftlicher Akteur in Cottbus, stehen wir heute bewusst hier.

Denn eine lebenswerte Stadt braucht eine lebendige Demokratie. Zukunft gelingt auch nicht dort, wo Hass den öffentlichen Raum bestimmt. Da kann man sich auch noch so oft dafür feiern, wie sehr Cottbus wirtschaftlich boomt. Es knallt wortwörtlich gerade an ganz anderen Ecken.

Wer heute behauptet, auf diese Angriffe gebe es vor allem eine Antwort: mehr Kameras und mehr Überwachung, der greift zu kurz.

Sicherheit entsteht dort, wo Menschen sich kennen. Wo Nachbarinnen und Nachbarn füreinander einstehen. Wo Vereine, Kulturzentren, Umweltinitiativen und soziale Projekte den öffentlichen Raum mit Leben füllen. Dort, wo man sich im Sommer gerne aufhält. Dort wo lebendige Wohlfühlorte entstehen.

Deshalb lautet eine weitere Antwort. Wir brauchen Investitionen in Menschen. 

  • In Jugendclubs.
  • In Stadtteilarbeit.
  • In Kultur.
  • In Bildung.
  • In demokratische Initiativen.

Der sozial-ökologische Wandel braucht genau das.

  • Er bedeutet Städte, in denen niemand wegen seiner Herkunft, seiner politischen Haltung oder seiner Lebensweise Angst haben muss.
  • Er bedeutet, dass Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit zusammengehören.
  • Und Er bedeutet, dass Demokratie nicht nur im Wahllokal stattfindet, sondern auf unseren Straßen, in unseren Parks und in unseren Nachbarschaften.

Darum stehen wir heute hier. Nicht nur gegen rechte Gewalt, sondern weil uns auch Räume genommen werden.

Wir stehen hier für eine Stadt, in der Menschen sich begegnen statt sich zu misstrauen.

  • Für eine Stadt, in der Vielfalt sichtbar ist.
  • Für eine Stadt mit lebendigen öffentlichen Räumen.
  • Für eine Stadt, in der Demokratie nicht dauerbewacht, sondern gelebt und geliebt wird.

Daher bleibt nur zu sagen: Die Straßen gehören der Demokratie und es ist an der Zeit, dass wir uns die Räume zurückholen!

 

 

 

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