Botanische Safari im FFH-Gebiet Schönwalde

21. August 2021

Rückblick auf den Workshop

Menschen bei der Feldarbeit  (BUND Brandenburg)

Zunächst ging es im Anhänger über ein altes Rollfeld der ehemaligen Truppenübungsplätze der Roten Armee hinein in das große FFH-Gebiet Schönwalde. Bei einem warmen Kaffee, veganem Gebäck und bei schönstem Sonnenschein berichtete der erfahrene Naturschützer und Pflanzenkenner Stefan Weise, Vorständiger des "Natur Hennigsdorf e.V." von seiner wertvollen langjährigen Arbeit in den Feuchtwiesen. Auf der anschließenden Wanderung ins Gelände wurden den Teilnehmenden die vorkommenden und teilweise noch blühenden Pflanzen näher gebracht. Am Nachmittag wurde bei einem Pflegeeinsatz für die Artenvielfalt zugepackt.

Die Feuchtwiesen in Schönwalde, die ein halbnatürliches, durch den Menschen kultiviertes Biotop sind, beherbergen ca. 110 Pflanzenarten der Roten Liste wie Lungenenzian, Sumpfenzian, Breitblättriges Knabenkraut, Färberscharte, Sumpfschafgarbe, Heil-Betonie, Sibirischer Schwertlilie und viele mehr.

Warum es so wichtig ist, diese seltenen Arten zu schützen, wurde ebenfalls diskutiert. Die Pflanzen sind nicht nur wunderschön, faszinierend und leider vom Aussterben bedroht, sondern an ihnen hängen meist ganze Ökosysteme oder Symbiosen, von denen wiederum der Mensch abhängig ist. Beispielsweise ist die Raupe des Ameisenbläulings monophag an den Blüten des Lungenenzians, von wo aus sie sich im Austausch gegen süßen Pflanzensaft & Pheromone von speziellen Ameisen in deren Bau schleppen und dort bis zum Schlüpfen durchfüttern lässt. Bestäuberinsekten wie der Bläuling helfen dabei, unsere Lebensmittel ganz natürlich & unkompliziert zu kultivieren.


Damit die Kulturlandschaft in Schönwalde mit ihrer Artenvielfalt erhalten bleibt, benötigt der "Natur Hennigsdorf e.V." ein- oder zweimal im Jahr tatkräftiger Unterstützer*innen für Pflegeeinsätze. Draußen gemeinsam aktiv sein und dabei Natur erfahren: Kommen Sie gern auf uns zu.

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