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Liebe Freundinnen und Freunde der Erde,

seit dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine überschlagen sich die Ereignisse. Nichts rechtfertigt diesen Krieg und das Leid, das durch ihn ausgelöst wurde. Unser Mitgefühl gilt all jenen, die nun bangen müssen, deren Leben nun nicht mehr das gleiche ist – in der Ukraine, in Russland und in allen Gebieten, die noch in Mitleidenschaft gezogen werden.

In diesen Tagen wägen wir als Umweltverband sorgsam ab, mit welchen Themen wir an die Öffentlichkeit gehen, denn manche mögen angesichts des Krieges banal wirken. Zunehmend beeinflusst der Krieg jedoch die umweltpolitische Debatte in Deutschland. Die Stimmen, die eine Verlängerung der Kohle- und der Atomkraftnutzung fordern, werden nicht leiser.

Umso wichtiger ist es, dass der BUND Brandenburg sich in die Debatte einbringt. Zumal in Brandenburg gerade ein Klimaplan und eine Energiestrategie erarbeitet werden. Lest, wie sich der BUND Brandenburg an der Erstellung des Klimaplans beteiligt.

Weitere Themen in diesem Newsletter:

  • Novellierung des Jagdgesetzes
  • Zäune zur Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest
  • Denkmalgeschützte Kopfsteinpflasterstraßen in der Uckermark

Herzliche Grüße,
Euer Team vom BUND Brandenburg

 

Termine regional

  • 27.3.22, 14:00 - 16:00
    Führung: Bahnbrechende Natur (Berlin) [BUND Berlin]
  • 1.4.2022, ganztägig
    Seminar: Ökologisches Gärtnern auf dem Schulhof  (Berlin Hermsdorf) [BUND Brandenburg]
  • 7. 5.2022, 11:00 - 19:00
    Seminar: Amphibienwelten im Rhinluch (Naturschutzstation Rhinluch) [BUND Brandenburg]
  • 13. - 15.5.2022
    Familienwochenende Sumpf & Sand erleben (Neuzelle) [BUND Brandenburg]

Termine überregional

 

Klimaplan Brandenburg

Im März beteiligte sich der BUND Brandenburg an der Erarbeitung des brandenburgischen Klimaplans. Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLUK) hatte Verbände und Initiativen sowie Wissenschaft, Unternehmen und Gewerkschaften eingeladen, Ziele und Maßnahmen für den Klimaschutz zu diskutieren.

Im Vorfeld des Beteiligungsverfahrens hatte das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) einen Zwischenbericht zum Gutachten für den Klimaplan Brandenburg veröffentlicht. Das Gutachten beschreibt, wie die Klimaziele in den einzelnen Sektoren erreicht werden können.

Zur Vorbereitung auf den Beteilgungsprozess hatte sich der BUND Brandenburg mit Experten:innen aus den Bereichen Energie, Landwirtschaft und Kreislaufwirtschaft darüber ausgetauscht, wie Brandenburg seine Treibhausgasemissionen bis 2045 auf null reduzieren kann.

Der Klimaplan muss der Startschuss für effektiven Klimaschutz in Brandenburg sein. Er muss konkrete Maßnahmen enthalten und verbindliche Rahmenbedingungen setzen, um die Treibhausgasemissionen in Brandenburg schnell zu reduzieren. Der Klimaplan muss ein CO2-Budget für Brandenburg festlegen, d.h er muss die Menge CO2, die in Brandenburg noch ausgestoßen werden darf, begrenzen, damit die globale Erderwärmung 1,5 bzw. 2°C nicht übersteigt. Das CO2-Budget ist ein wichtiger Richtwert um zu überprüfen, ob die Klimaziele erreicht werden. Aktuell wird so viel CO2 ausgestoßen, dass das Restbudget bis 2023 aufgebraucht sein wird. Je länger es dauert, bis die Klimaziele erreicht sind, umso früher werden die klimatischen Verhältnisse in Brandenburg katastrophale Auswirkungen haben.

Neuregulierung der Jagd für Waldumbau notwendig

In Brandenburg müssen etwa 500.000 Hektar Kiefernforste zu klimaangepassten Mischwäldern umgebaut werden. Um das zu erreichen, will das Umweltministerium auch das Jagdgesetz ändern.

Am 4. März stellte das Ministerium den Gesetzentwurf im Jagdbeirat vor. In einer gemeinsamen Stellungnahme und einer Pressekonferenz hat der BUND Brandenburg mit NABU, Grüne Liga, Waldbauernverband, Ökologischer Jagdverein (ÖJV) und Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW) seine Position deutlich gemacht.

Der Gesetzentwurf sieht vor, für den Waldumbau verstärkt auf Naturverjüngung zu setzen. Das ist gut so! Allerdings ist der Wildbestand in unseren Wäldern viel zu hoch – seit dem zweiten Weltkrieg hat sich der Bestand vervierzehntfacht! Rund die Hälfte der jungen Bäume wird durch das Wild verbissen - das belegt die letzte Bundeswaldinventur. Die Jagd hat bisher also nicht dazu beigetragen, das Wild auf ein erträgliches Maß zu halten. Deshalb ist es richtig und wichtig, das Jagdrecht deutlich zu reformieren.

Wir begrüßen, dass die Regierung den Eigentümern kleiner Waldflächen die Möglichkeit einräumen will, den Wildbestand auf ihren Flächen im Rahmen des Jagdgesetzes selbst zu regulieren. Denn bisher kann nur derjenige auf seinen Flächen selbst jagen oder einen Jäger beauftragen, der mehr als 150 Hektar land- oder forstwirtschaftliche Fläche besitzt. Waldbesitzer, die eine natürliche Waldentwicklung etablieren wollen, hatten bisher also nur wenig Einfluss auf die Höhe des Wildbestandes. Das neue Gesetz will das nun ändern – allerdings nur für Eigentümer, die mehr als 10 Hektar besitzen. 93% der privaten Waldbesitzer besitzen noch weniger als 10 Hektar – sie würden von der neuen Regelung nicht profitieren.

>> Stellungnahme zum Entwurf des novellierten Landesjagdgesetz

>> Entwurf des neuen Jagdgesetzes

ASP-Zäune sind rechtswidrig

Im Februar hat der Landkreis Uckermark eine dritte Tierseuchenallgemeinverfügung erlassen, um einen dritten Zaun zur Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest zu errichten. Auf insgesamt 70 Kilometern Länge stehen nun die ASP-Zäune im Nationalpark Unteres Odertal. Die Verfügungen verstoßen gegen das Bundesnaturschutzgesetz und das Brandenburgische Naturschutzausführungsgesetz. Deshalb gehen wir nun juristisch gegen die Verordnungen vor.  

Der Landkreis Uckermark hätte prüfen müssen, ob die Errichtung der Zäune eventuell dauerhaft die Natura2000-Gebiete im Nationalpark beeinträchtigen wird. Dar Landkreis begründet die Unterlassung der sogenannten FFH-Verträglichkeitsprüfung bei allen drei Verordnungen mit „Gefahr im Verzug“. Dabei ist die Seuche bereits seit Mitte 2020 in Brandenburg präsent. Die erste Verordnung wurde ein Jahr später erlassen – es wäre also genügend Zeit gewesen, die Auswirkungen der Zäune auf die Schutzgebiete zu prüfen.

Der Zaun behindert die Tiere auf ihrer Wanderung zu ihren Winterlebensräumen und damit zu ihren Nahrungsgrundlagen. Es sind bereits viele Tiere am Zaun verendet, vor allem seit die jährliche Flutung der Polder begonnen hat. Die Tiere können dem Wasser nicht entkommen.

Wir begrüßen, dass das Ministerium für Gesundheit und Verbraucherschutz angekündigt hat, den ersten Zaun nach Westen zu verlegen, aber die Teilverlegung ist nur minimal und bringt wenig Verbesserung für die Wildtiere. Wir fordern, die Zäune sofort abzubauen und keine neuen zu errichten.

Historische Pflasterstraßen erhalten!

Die historischen Pflasterstraßen im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin sind durch die Ausbaupläne des Landkreises in Gefahr. Viele Pflasterstraßen sollen asphaltiert und verbreitert werden – also werden auch viele Straßenbäume fallen. Für die Straßen in Bruchhagen, Althüttendorf und Friedenfelde/Groß Kölpin laufen gerade die konkreten Planungen. Die Pflasterstraße in Friedenfelde wurde bereits letztes Jahr saniert. Dabei wurde das Erscheinungsbild erheblich verändert. Der BUND Kreisverband Uckermark fordert auf rechtlichem Wege nun die Beseitigung der Baumängel.

>> Weitere Infos beim BUND Kreisverband Uckermark.

Für den Verband in den Verband - Werbeverstärkung gesucht!
Jobs bei der BUNDconnect GmbH - aktiv Menschen für Natur und Umweltschutz begeistern

In kleinen Teams informierst du an der Haustür und an Infoständen in Fußgängerzonen Menschen über die Inhalte und Projekte vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland und überzeugst sie in einem persönlichen Gespräch BUND-Mitglied zu werden. Dich erwarten unter anderem

  • gute Vereinbarkeit mit weiteren Jobs oder anderen Auftraggeber*innen
  • eine sinnvolle Tätigkeit zum Schutz unserer Lebensgrundlagen
  • faire Bezahlung aus Einsatzzeitvergütung und erfolgsabhängigen Komponenten                                                                                                

Klingt gut? Dann fordere einfach den Personalfragebogen über das Kontaktformular auf der Webseite an. Diesen füllst du aus und schickst ihn mit aktuellem Lebenslauf und Portraitfoto per Email zurück. Das wars!  Wir freuen uns auf Deine Bewerbung und Verstärkung in unseren Teams.

Infos über den Job, was genau gesucht und geboten wird, findet Du hier

Klima- und konsumkritische Stadtführungen

Wir konsumieren täglich unzählige Güter. Hinter jedem davon verbirgt sich eine Geschichte. Doch meistens wissen wir nicht genau, woher die Dinge kommen, wie sie produziert wurden und welche Auswirkungen sie auf unser Klima haben. Als Konsument:innen haben wir großen Einfluss. Doch bei unserem riesigen Warenangebot kann man schnell den Überblick verlieren.

Die BUNDjugend Brandenburg bietet deshalb konsum- und klimakritische Stadtführungen an. Dabei schaut ihr hinter die Kulissen der Einkaufsmeilen und deckt globale Zusammenhänge auf. Ihr bekommt Tipps über sinnvolle Alternativen und für einen bewussten  klimafreundlichen Konsum.

Die nächste klimakritische Stadtführung ist am 26.3.22 in Eberswalde.

>> Anmeldung

"Capture the flag"-Wildniscamp

Die BUNDjugend will mit euch über einen längeren Zeitraum "Capture the Flag" in der Wildnis spielen. Dabei erlernt ihr Wildnisfertigkeiten wie ein unsichtbares Camp mit einem Schlafplatz zu bauen, sich zu tarnen oder zu verstecken, Wildpflanzen zu erkennen, sich mit Hilfe der Natur zu orientieren, rauchfreies Feuer zu machen, die Tier-Alarmsysteme im Wald zu verstehen und vieles mehr. Gemeinsam werden wir sehen, wie jede Person ihre Geschenke in die Gruppe einbringt.

11.04.2022 - 15.04.2022
Wildnisschule Waldschrat, Müncheberg
Für Jugendliche ab 16 Jahren

Sei dabei und melde dich hier an!

BUND-Jahrbuch "Ökologisch Bauen & Renovieren"

Bauen und Renovieren ist komplexer denn je: Nahezu jährlich veränderte Regulierungen und Förderprogramme sind ebenso schwer zu überblicken wie die wachsende Vielfalt an Baustoffen und technischen Umsetzungsmöglichkeiten. Egal, ob ein Neubau oder eine Sanierung ansteht. Und erst recht, wenn man sich nicht mit Mindeststandards zufriedengeben will, sondern ökologisch optimiert bauen und künftig möglichst energieautark wohnen will.

Hier hilft das BUND-Jahrbuch "Ökologisch Bauen & Renovieren" weiter, indem es Eigentümer:innen fit für die Gespräche mit Hausbank, Architekt:innen, Energieberater:innen und Handwerker:innen macht.

Eine Leseprobe könnt ihr hier herunterladen, das vollständige Jahrbuch gibt es im BUNDladen

 

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