BUND Landesverband Brandenburg

Internationaler Tag der Wälder: BUND Brandenburg fordert angesichts Klimakrise Kiefernforste schneller in Laubmischwälder umzuwandeln

21. März 2022 | Bäume, Klimawandel, Lebensräume, Wälder, Wildkatze

Die eigentlich in Brandenburg dominierenden Buchenwälder existieren nur noch auf kleinen Restflächen. Um die Vielfalt der Lebensräume sowie der Tier- und Pflanzenarten zu erhöhen, fordert der BUND schon seit vielen Jahren, Kiefernforste in Laubmischwälder umzuwandeln und die Forstflächen nachhaltig zu bewirtschaften. Mit der Klimakrise muss der Waldumbau forciert werden, denn die Nadelforste reagieren anfälliger auf Dürrephasen und Sturmereignisse als Laubwälder.

Die natürliche Vegetation in Brandenburg wäre eigentlich von Laubwäldern geprägt. Tatsächlich sind 70 Prozent der Wälder in Brandenburg Kiefernforste. Die Eiche ist zwar die zweithäufigste Baumart, existiert aber nur auf 6,7 Prozent der Fläche. Buchenwälder sind sogar nur noch auf drei Prozent der Waldflächen zu finden. Dass die artenreichen Mischwälder und vor allem die geschützten Hainsimsen- und Waldmeister-Buchenwälder durch die Forstwirtschaft bedroht sind, belegt seit Jahren der „Bericht zur Lage der Natur in Brandenburg“.

Die aufgeräumten Stangenforste bieten nur wenigen Pflanzen- und Tierarten eine Lebensgrundlage. Insbesondere großflächiger Holzeinschlag und die Entfernung von Tot- und Altholz beeinträchtigen die Lebensgemeinschaften im Wald. Viele Käfer und Pilze sind auf Totholz angewiesen. Auch der Wildkatze, die seit 2019 wieder in Brandenburg vorkommt, bieten die strukturarmen Forste keinen geeigneten Lebensraum. Sie braucht zum Beispiel Totholzansammlungen, umgestürzte Wurzelteller und Baumhöhlen, die nur in alten Bäumen entstehen.

„Eine behutsame Waldbewirtschaftung, in der auch alte und abgestorbene Bäume ihren Platz haben, kann viel für die Artenvielfalt bewirken. Der Umbau zu artenreicheren Mischwäldern sollte deshalb konsequent vorangetrieben werden. 10 Prozent der öffentlichen Wälder sollten gänzlich unbewirtschaftet bleiben, um Pflanzen und Tieren einen intakten Lebensraum zu bieten", erläutert Carsten Preuß, Vorstandsvorsitzender des BUND Brandenburg.

Die Klimakrise verschärft die Notwendigkeit, den Waldumbau voranzutreiben. Nach den Dürrejahren 2018 und 2019 sind deutlich mehr Kiefern stark geschädigt. Das macht sie anfällig für Sturmschäden. Mit der Klimakrise werden Dürreperioden und Sturmereignisse zunehmen.

„Die Landesregierung muss den Waldumbau jetzt beschleunigen, denn Laubmischwälder haben einen günstigeren Wasserhaushalt, der sie widerstandsfähiger gegen Dürre macht. 500.000 Hektar Kiefernwald besitzen das Potential, dass sie erfolgreich in Mischwälder umgewandelt werden können. Bei der aktuellen Waldumbaurate würde es allerdings mehr als 230 Jahre dauern, bis diese Fläche umgewandelt ist“, so Preuß weiter.

Dass die Landesregierung nun verstärkt auf Naturverjüngung setzen will, weil das für den Waldumbau effektiver ist als Pflanzungen, begrüßt der BUND Brandenburg. Entscheidend sei aber auch, die Jagd zu verstärken, denn 51 Prozent der jungen Bäume werden vom Wild verbissen. Das belegt die letzte Bundeswaldinventur. Damit ist Brandenburg trauriger Spitzenreiter. 

Mit dem Entwurf des neuen Jagdgesetzes geht die Landesregierung in die richtige Richtung. „Die Waldeigentümer müssen maßgeblichen Einfluss auf die Jagd bekommen. Deshalb werden wir uns dafür einsetzen, dass auch Eigentümer, die nur einen Hektar Wald besitzen, über Art und Intensität der Jagd auf ihren Flächen selbst entscheiden können. Parallel muss ein neues Waldgesetz auf den Weg gebracht werden, das darauf ausgerichtet ist, artenreiche Wälder zu entwickeln, die gegenüber dem Klimawandel widerstandsfähig sind. Das wird am besten gelingen mit Baumarten, die an den jeweiligen Standorten heimisch sind“, so Preuß.  

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