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BUND Landesverband Brandenburg

Bald 42.000 Legehennen in Zehlendorf? BUND Brandenburg und Bürgerinitiative Contra Eierfabrik Oranienburg bereiten sich auf öffentliche Auslegung der Genehmigungsunterlagen vor

08. Januar 2018 | Massentierhaltung

Aktive der Kampagne “Stoppt den Megastall!” starten in das neue Jahr mit der Verhinderung der Legehennenanlage für über 40.000 Tiere in Zehlendorf (Oranienburg). Nach Informationen der Bürgerinitiative wird die öffentliche Auslegung der Planungsunterlagen noch im Januar beginnen. Um eine große Anzahl an Bürgerinnen und Bürgern zu motivieren, Einwendungen gegen die Anlage zu erheben, organisieren Aktive vor Ort zusammen mit dem BUND Brandenburg “Einwendungswerkstätten”. Damit vermitteln sie das notwendige Know-How, um die Anlage im Genehmigungsverfahren vielleicht noch stoppen zu können.

Drei Termine vor Ort: Mit Bürgerbeteiligung gegen Riesenställe!

Um Aktive gegen Massentierhaltung konkrete Informationen zur geplanten Anlage und überzeugende Argumente an die Hand zu geben und bei der Formulierung von Einwendungen zu unterstützen, bietet die Bürgerinitiative zusammen mit dem BUND Brandenburg drei Termine für Einwendungswerkstätten an. Damit ergibt sich für den Widerstand gegen die Legehennenanlage eine voraussichtliche Terminkette:

    •    Mittwoch, den 17. Januar 2018: Bekanntmachung des Vorhabens im Amtsblatt Oranienburg

    •    Mittwoch, den 24. Januar 2018: Beginn der öffentlichen Auslegung / Einwendungsfrist

    •    Freitag, den 26. Januar 2018 um 18:00 Uhr in der Kirche Schmachtenhagen

    •    Samstag, den 27. Januar 2018 um 16:00 Uhr in der Kirche Zehlendorf

    •    Mittwoch, den 31. Januar 2018 um 19:00 Uhr in der Kirche Wensickendorf

    •    Weitere Termine in Oranienburg und Eden sind in Vorbereitung

    •    23. Februar 2018: Ende der öffentlichen Auslegung

    •    23. März 2018: Ende der Einwendungsfrist



Hintergrund: Ab einer bestimmten Anzahl von Tierplätzen werden Tierhaltungsanlagen nicht mehr von den örtlichen Behörden, sondern vom Landesumweltamt genehmigt. Denn der Gesetzgeber geht von vornherein davon aus, dass Riesenställe negative Auswirkungen für Mensch, Tier und Umwelt mit sich bringen. Ab 40.000 Tierplätzen müssen die Antragsunterlagen sogar öffentlich ausgelegt werden. Nicht nur unmittelbar betroffene Anwohnerinnen und Anwohner, sondern eine breite Öffentlichkeit hat dann das Recht, die Unterlagen einzusehen und Einwendungen gegen den Bau einer weiteren Massentierhaltungsanlage in der Region zu erheben.

Doch Achtung! Nur wer innerhalb einer vom Landesumweltamt bekanntgegebenen Frist Einwendungen auch tatsächlich schriftlich erhebt, wird zum darauf folgenden öffentlichen Erörterungstermin eingeladen und kann am Verfahren teilnehmen.

Bald 80.000 Legehennen nahe Oranienburg?

Um die spätere Erschließung des Grundstücks zu sichern, gab der niedersächsische Investor Josef Vortallen zusammen mit dem Betreiber des örtlich ansässigen “Oberhavel Bauernmarktes” Jan Hendrik Joest Im Mai 2016 Pläne für die Errichtung eines Legehennenanlagekompexes für 2 X 21.000 Tiere in der zu Oranienburg gehörenden Ortschaft Zehlendorf bekannt. Der Bau markiert den Beginn weiterer Planungen. Im Gespräch ist bereits eine weitere ähnliche Anlage im nahe gelegenen Wensickendorf. Demnach könnten bei Oranienburg demnächst Anlagen für über 80.000 Tiere stehen. Weitere Riesenställe könnten folgen.

Obwohl die Bürgerinitiative Contra Eierfabrik Oranienburg bereits eine breite Öffentlichkeit gegen die Anlage mobilisieren konnte, werden die Planungen nun konkret. Die Antragsunterlagen für die erste Anlage in Zehlendorf liegen mittlerweile vor und werden voraussichtlich noch im Januar öffentlich ausgelegt. Demnach versuchen die Betreiber die Eier aus der riesigen Freilandanlage sogar als “Bio”-Eier zu vermarkten. Doch allein wegen der Größe und der zu befürchtenden Emissionen könnte die Anlage selbst die anliegende Naturlandschaft beeinträchtigen.

Deshalb ist es wichtig, vor allem die vom Betreiber aus prognostizierten Umweltauswirkungen kritisch zu prüfen. Und auch in Hinblick auf den Tierschutz und Gesundheitsgefahren für Anwohnerinnen und Anwohner sollte man den Unterlagen genau durchleuchten. “Bio” oder nicht…. 42.000 Legehennen in einer Anlage sind schlicht und einfach Massentierhaltung.
 
 

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