Projektgruppe Brandenburgnetz 2020

Nicht Stillstand, schon gar nicht Rückbau, sondern Ausbau des Schienennetzes in Brandenburg und Berlin, fordert die Projektgruppe Brandenburgnetz 2020.
Für diesen Paradigmenwechsel zu Gunsten eines qualitativen und quantitativen Ausbaus gibt es gute Gründe:

• Mobilität sichern: Die Mobilität der Menschen, insbesondere die
Sicherstellung des Berufs- und Ausbildungsverkehrs sowie die Erreichbarkeit
der Kommunen auch in der Fläche des Landes, sind zentrale Aufgaben der
Daseinsvorsorge. Mehr als ein Viertel der sozialversicherungspflichtig
Beschäftigten pendelt täglich, davon 160.000 nach Berlin. Mobilität ist eine
Grundvoraussetzung für die Existenzsicherung. Und für den Verbleib gerade in
den ländlichen Gebieten.

• Wirtschaft entwickeln: Wirtschaftliche Betätigung erfordert gut erreichbare
Standorte und leistungsfähige Wege für den Transport der Waren und
Dienstleistungen. Dabei kommt dem Gütertransport auf der Schiene eine
wachsende Bedeutung zu. Diese Entwicklung entspricht auch den
verkehrspolitischen Zielen von Bund und Land.
Zugleich werden die touristischen Verkehre für Brandenburg immer wichtiger.
Für Tagesausflügler, die überwiegend aus Berlin kommen, Kurzurlauber,
Tagungs- und Kurgäste bietet das Land vielfältige Ziele, die ohne
Gleisanschluss deutlich an Attraktivität verlieren.

• Klima schützen: Der Schienenpersonennahverkehr (SPNV) ist ein
klimafreundlicher Verkehrsträger. Kein anderes Massentransportmittel kann
eine vergleichbar positive Energiebilanz nachweisen. Deshalb gibt unser
Umgang mit dem SPNV auch Auskunft darüber, wie Ernst wir es mit dem
Klimaschutz meinen.
Die Potenziale sind da: Das Schienennetz und die Menschen und die Güter. Die
Erfahrung zeigt, dass sehr viel mehr Menschen und Unternehmen die Bahn
nutzen, wenn Infrastruktur und Verkehrsangebot stimmen. Deshalb müssen die
Potenziale Maßstab für die Bahnplanung der Zukunft sein und nicht die
aktuellen Fahrgastzahlen.

Die Projektgruppe

Die Kürzung der Regionalisierungsmittel im Jahr 2006 und die Erarbeitung des
brandenburgischen Landesnahverkehrsplans für die Jahre 2008 bis 2012 hatten
wir, verkehrspolitisch engagierte Fahrgäste aus Brandenburg und Berlin, zum
Anlass genommen, uns als Projektgruppe mit der mittelfristigen Perspektive
für den Bahnverkehr in den Ländern Brandenburg und Berlin zu befassen.
Ausgangspunkt war die gemeinsame Überzeugung, dass über den
Geltungszeitraum des brandenburgischen Landesnahverkehrsplans hinaus ein
Konzept gebraucht wird, welche Schieneninfrastruktur in Brandenburg und
Berlin langfristig vorgehalten werden soll.
Die Ideen und Entwürfe unsere Projektgruppe haben wir in drei
Werkstattgesprächen mit Fachleuten aus Politik, Verwaltung,
Verkehrsunternehmen sowie Verkehrs- und Umweltverbänden
diskutiert, darunter Vertretern von DB Regio, PEG/ODEG, NEB, VBB, den
Regionalen Planungsgemeinschaften und den Industrie- und Handelskammern
(IHK). Mit diesem Prozess wollten die Initiatoren nicht in Konkurrenz zur
Erarbeitung des Landesnahverkehrsplans treten, sondern im Gegenteil diese
Arbeit inhaltlich begleiten und ergänzen.
Im Ergebnis dieses Prozesses ist die Projektgruppe zu der Überzeugung gelangt,
dass mit dem brandenburgischen Landesnahverkehrsplan Chance und Verpflichtung
gleichermaßen gegeben sind, die Weichen in eine Zukunft zu stellen, in der
der Bahnverkehr landesplanerisch, verkehrlich und umweltpolitisch an
Bedeutung gewinnen wird. Deshalb bedarf es einer
Mittelfristplanung, die wir mit dem Brandenburgnetz 2020 skizziert haben.
Dabei haben wir immer auch das Land Berlin betrachtet, denn nur eine
länderübergreifende Planung wird den vielfältigen Beziehungen beider Länder
gerecht.

Brandenburgnetz 2007

Brandenburgnetz 2020

Güternetz 2020

Hintergrundinfos

 



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