Bundesautobahn A 14 Magdeburg-Schwerin

Stau auf Autobahn; Foto: Th. Reinhardt/pixelio.de

Aus Sicht des Naturschutzes gehört die A 14 zu den problematischsten Projekten des Bundesverkehrswegeplans. Das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe wird auf ca. 50 km Länge zerschnitten, 19 FFH- sowie 3 Vogelschutzgebiete und 3 "Important Bird Areas" werden gefährdet. Dabei gibt es keine ausreichende Begründung für die Verlängerung der A 14 von Magdeburg bis Schwerin. Das prognostizierte Fahrauf-
kommen ließe sich mit einer zweistreifigen Bundesstraße ohne weiteres bewältigen. Die Nutzung und der Ausbau vorhandener Straßen sind um ein Vielfaches preiswerter, helfen der Region schneller und effektiver und vermindern darüber hinaus Beeinträchtigungen von Mensch und Natur.

Noch dazu verstoßen die bereits begonnenen Bauarbeiten im brandenburgischen Abschnitt gegen den Planfeststellungsbeschluss und somit besteht ein Rechtsbruch. Es wurde festgelegt, dass mindestens eine Vegetationsperiode vor Baufeldräumung eine Ausgleichsmaßnahme fertiggestellt werden soll. Eine Vegetationsperiode beginnt am 01. März und geht bis zum 01. Oktober jährlich, dies ist im Bundesnaturschutzgesetz so festgelegt. Durch eine Kontrolle Anfang März 2013 stellte der BUND fest, dass von über 30 Maßnahmen gerade mal zwei begonnen wurden und eine davon an der falschen Stelle. Trotzdem wurden bereits im Herbst 2012 großflächige Rodungen auf der Trasse zwischen Garlin und Groß Warnow vorgenommen. Die Baufeldräumung wurde also bereits durchgeführt ohne Fertigstellung der Ausgleichsmaßnahmen. Ein Grund für den Verstoß gegen das Planfeststellungsverfahrens ist die Finanzierung durch EU-Gelder die dadurch nicht gewährleistet werden kann, diese müssen nämlich bis Ende 2015 abgerechnet werden. Dazu muss aber der Abschnitt von Karstädt bis Groß Warnow in Betrieb genommen worden sein.

Der BUND Bundesverband hat das Projekt in das "Dusselige Dutzend" aufgenommen, in dem sinnlose Bauvorhaben im Bundesverkehrswegeplan angeprangert werden. mehr

 

Die Alternative: Durch den Ausbau der B 189 in Sachsen-Anhalt und Brandenburg und der B 5 in Brandenburg können die Erreichbarkeitsprobleme in der Altmark und der Prignitz gelöst werden, während die Natur geschont und die belasteten Orte durch Ortsumfahrungen wirksam vom Durchgangsverkehr entlastet werden. Die Ausbaulösung kostet nach den Berechnungen des BUND weniger als die Hälfte des Neubaus. Der BUND hat versucht, die Ausbau-Kosten möglichst genau zu ermitteln und kam auf rund 400 Millionen Euro für die rd. 118 km lange Ausbautrasse. Auch deren Finanzierung ist in Anbetracht knapper Baumittel und weggebrochener EU-Mittel „immer noch ein Kraftakt“, andererseits ist damit eine Einsparung von 660 Mio. € gegenüber dem Neubau der noch fehlenden Abschnitte der A 14 verbunden.

Wilfried Treutler, BUND-Kreisverband Prignitz, erläutert das Ausbaukonzept im Einzelnen: Ausgangspunkt sei die Überprüfung der offiziellen Verkehrsprognosen für die A14, die im Auftrag der Landesregierungen erstellt wurden, durch das vom BUND beauftragte Büro RegioConsult aus Marburg. Dieses habe nachgewiesen, dass die Prognosen inhaltlich und methodisch fehlerhaft und weit überhöht seien. An keiner Stelle sei der Neubau einer Autobahn gerechtfertigt. Durch einen 2+1-Ausbau der Bundesstraßen werden ausreichend Überholmöglichkeiten geschaffen. Und die Vorgaben der einschlägigen Richtlinien für die Erreichbarkeit der Oberzentren Magdeburg und Schwerin können eingehalten werden. Lärmschutzmaßnahmen für Anwohnerinnen und Anwohner müssen dort ergriffen werden, wo deren Häuser dicht an den ausgebauten Bundesstraßen stehen würden. Für die Orte Dolle, Buchholz, Ziegenhagen und Erxleben in Sachsen-Anhalt und für Premslin/Glövzin in Brandenburg werden 3spurige Ortsumfahrungen vorgesehen,  um diese Orte vom Durchgangs- und Lkw-Verkehr zu entlasten, erläutert Treutler.

Hier können Sie das Konzept des BUND zum Ausbau der Bundesstraßen als Alternative zur A14 herunterladen.

Rückfragen bitte an: Wilfried Treutler, Tel.: 03877/74699



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