Grünbrücken: Vorfahrt für wilde Tiere

Die Lebensräume unserer Wildtiere sind durch Autobahnen, Fernstraßen und Schienentrassen zerschnitten und vielerorts zu isolierten Inseln geworden, aus denen es kaum mehr ein Entrinnen gibt.

600.000 km Straßen durchziehen Deutschland. Rund 250.000 Rehe, Hirsche und Wildschweine sterben jedes Jahr auf Deutschlands Straßen, hinzu kommen unzählige überfahrene kleinere Wildtiere. Für den Wolf und andere hochgefährdete Arten stellt der Straßenverkehr schon heute die häufigste Todesursache dar. Neben dem direkten Verkehrstod kommt es durch die Zerschneidung von Lebensräumen zu Inzuchtproblemen und genetischer Verarmung. Und die Wiederausbreitung seltener Arten findet oft ein jähes Ende am Straßenrand.

Grünbrücke über die Autobahn; Foto: M. Strein

 

Grünbrücken (auch Wildbrücken genannt) verbinden von Straßen zerschnittene Lebensräume und mindern somit die Gefahr – auch für Autofahrer. Den Neubau von Straßen zu verhindern ist die beste Maßnahme, der Landschaftszerschneidung entgegenzuwirken. Wo das nicht mehr möglich ist, können sinnvoll geplante Grünbrücken Leben retten: Beispielsweise wurde die Grünbrücke über die A11 im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin im Zeitraum von 2005 bis 2008 rund 19.000 Mal von Wildtieren benutzt. Jedes Tier, das mit Hilfe einer Grünbrücke eine Straße ohne Lebensgefahr überwinden kann, stellt dabei auch gleichzeitig keine Gefahr für Autofahrer mehr dar.

Neben der Wildbrücke über die A 11 in der Uckermark gibt es bislang in Brandenburg noch eine Brücke über die A 13 bei Großräschen in der Lausitz und über die A 9 bei Niemegk im Fläming. Zwei weitere sind geplant: Eine Brücke soll über die A12 Berlin-Frankfurt (Oder) gebaut werden, eine weitere ist über die A11 geplant. Allerdings ist fraglich, ob die Landesregierung diese Pläne verwirklicht: Ursprünglich war auch eine weitere Grünbrücke über die A 9 bei Beelitz geplant. Für sie ist jedoch die Finanzierung gestrichen worden.



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