Der Biber in Brandenburg

Europäischer Biber; Foto: Per Harald Olsen/wikipedia.de

Der streng geschützte Biber ist ein wahres Multitalent - er passt sich Gegebenheiten schnell an, er gestaltet seinen Lebensraum aktiv und schafft damit gleichzeitig bessere Lebensbedingungen für viele andere gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Zudem erhöht er die Strukturvielfalt in Gewässern und renaturiert damit kostenlos Fließgewässer.

Durch den Bau von Biberdämmen hält er Wasser in der Landschaft. Biberansiedlungen verzögern den Wasserabfluss. Während in einem Gebiet ohne Biberdämme der Abfluss nur drei bis vier Stunden braucht, wird Wasser in aufgestauten Bereichen bis zu 19 Tage zurückgehalten. Dadurch versickert und verdunstet bereits im Oberlauf von Bächen mehr Wasser, Hochwasserspitzen werden gekappt - Biberschutz ist daher auch Hochwasserschutz!

In trockenen Jahren hingegen profitiert nicht nur die Natur, sondern auch die Landwirtschaft von seiner Wasserrückhaltung.

Leider lebt der Biber gerade an der Oder unter dem Generalverdacht, nur Probleme zu machen - ganz im Gegensatz übrigens zum Biber an der Elbe, wo das Zusammenleben von Mensch und Biber schon seit vielen Jahrhunderten ganz normal und weitgehend konfliktfrei ist. Über Schäden durch Biber wird, da es sich um eine spektakuläre Tierart handelt, gerne in den Medien berichtet. Tausende von Bäumen werden jährlich zum Beispiel für Straßen und Gewerbegebiete nahezu unbemerkt gefällt – beim Biber reicht bereits ein angenagter Uferbaum für ein Zeitungsfoto.

Dagegen stehen die ökonomischen und ökologischen Vorteile des Bibers. Der Königsweg heißt dabei: Rückzug. Nicht für den Biber, sondern für uns. Denn fast alle Konflikte treten innerhalb der ersten 20 Meter vom Ufer auf. Weiter entfernt sich der eher fußfaule Schwimmer nur ungern. Deshalb sollte hier jede Nutzung unterbleiben. Solche Wildnisstreifen entlang der Ufer sind der einfachste Weg zum Gewässerschutz und einem wirkungsvollen Biotopverbund. Geben wir dem Biber Gelegenheit, für uns zu arbeiten.

Übrigens: Biber haben ein striktes Reviersystem. Stirbt ein Biber, wird das Revier umgehend neu besetzt. Das bedeutet aber auch, dass sich - wenn alle Reviere belegt sind - der Bestand nicht weiter vergrößert. Der Biber reguliert seinen Bestand also selbst.

Der BUND Brandenburg setzt sich für einen umfassenden Schutz des Bibers, insbesondere des gefährdeten Elbebibers (Castor fiber albicus), im Land Brandenburg ein. Wie die Erfahrungen, beispielsweise in Bayern, zeigen, ist ein wirksames und handlungsfähiges Bibermanagement die Grundlage für ein Zusammenleben des Menschen mit dem Biber.

Auf seiner Landesdelegiertenversammlung 2011 hat der BUND Brandenburg eine Position zum Schutz des Bibers verabschiedet.




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