Moorrenaturierung am Trämmerfließ

Quellnische östlich des Trämmersees

Wir werden im Winter 2017/18 mehrere Flächen rund um den Trämmersee in der Gemeinde Schorfheide im Landkreis Barnim wiedervernässen. Das Projektgebiet ist Teil des FFH-Gebietes "Schnelle Havel" und liegt im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Besonders die Quellnische des Trämmerfließes ist als großes Quellmoorkomplex von großer Bedeutung für den Moorschutz und kann durch die Wiedervernässung hoffentlich in Teilen reaktiviert werden. Das nützt auch dem Klimaschutz, da funktionierende Moore CO2 binden. Unterhalb des Trämmersees soll die Qualität des durch das Gebiet fließenden Trämmerfließes erhöht werden. So kann der Lebensraum von Bibern, Fischottern, dem Moorfrosch und seltenen Fischarten wie dem Steinbeißer verbessert und vergrößert werden.

Projektbeschreibung

Das Gebiet befindet sich im Landkreis Barnim innerhalb der Gemeinde Schorfheide und ist Bestandteil des FFH-Gebietes „Schnelle Havel“, des EU-Vogelschutzgebietes (SPA) „Obere Havelniederung“, des Biosphärenreservates „Schorfheide-Chorin“ und des Landschaftsschutzgebietes “Biosphärenreservat „Schorfheide-Chorin“. Das Vorhaben ist in zwei Projektgebiete unterteilt: Die Quellnische oberhalb des Trämmersees (PG 11) ist als größerer Quellmoorkomplex von besonderer Bedeutung für den Moorschutz. Durch Entwässerung ist dieser jedoch momentan stark beeinträchtigt. Daher soll innerhalb der Quellnische durch Rückbau des Grabensystems der natürliche Wasserhaushalt so weit als möglich wieder hergestellt werden. Ziel ist die Reaktivierung des Quellmoores in den Hangbereichen, sowie die Wiederherstellung des Verlandungsmoores im Senkenbereich. Das Trämmerfließ (PG 12) entspringt dem Trämmersee und mündet nach einer Fließlänge von ca. 4 km in das Faule Fließ / Döllnfließ. Es wurde zu DDR-Zeiten begradigt, vertieft und mit Faschinen befestigt und weist eine schlechte biologische Qualität auf. Die benachbarten Moorböden unterliegen durch die durchgeführten Gewässerausbaumaßnahmen teilweise einer moorschädigenden Entwässerung. Bewirtschaftungsziel des Trämmerfließes unterhalb des Trämmersees ist der „gute ökologische Zustand“. Dazu sollen unter anderem eine ruhige Strömung, ein mäandrierender Verlauf und eine breite amphibische Uferzone wiederhergestellt werden. Die Maßnahmen zur Umsetzung der WRRL sollen mit Moorschutzmaßnahmen kombiniert werden. Insbesondere ist eine Strukturverbesserung des Trämmerfließes durch Sohlaufhöhungen vorgesehen, so dass eine möglichst umfassende Wasserrückhaltung zur Wiedervernässung von Moorflächen erfolgt.

Ziel der Maßnahmen

Ziel des Vorhabens ist die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie sowie Maßnahmen des Moorschutzprogramms. Im Idealfall können in der Quellnische oberhalb des Trämmersees Teilbereiche des Moores als wachsende Quellmoore wieder reaktiviert werden. Des Weiteren soll die ökologische Durchgängigkeit am Auslauf des Trämmersees wieder hergestellt werden. Neben den positiven Wirkungen für den Moor-, Biotop- und Klimaschutz sind mit dem Vorhaben eine Reihe weiterer positiver Nebeneffekte auf den Naturhaushalt verbunden: Dabei handelt es sich um eine Vergleichmäßigung des Abflusses im Trämmerfließ sowie eine Stabilisierung der Grundwasserstände im Umfeld des Trämmersees.

Der BUND Brandenburg führt dieses mit Landes- und ELER-Mitteln geförderte Moorrenaturierungsprojekt als Projektträger durch.

Ansprechpartnerin: Michaela Kruse

Der Biber ist bereits an vielen Stellen im Gebiet aktiv. Er wird von den höheren Wasserständen im Trämmerfließ profitieren.


Gefördert durch ELER- und Landesmittel:

www.eler.brandenburg.de

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