Heidemoor Hennersdorf

Foto: BUND

 

Projektgebiet im Landkreis Elbe-Elster

Größe: 2,2 ha

Lage und Schutzstatus

Das Projektgebiet befindet sich nordöstlich des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft zwischen den Orten Hennersdorf (nordwestlich des Kiesabbaugebietes) und Finsterwalde in der Gemeinde Doberlug-Kirchhain im Landkreis Elbe-Elster. Das Projektgebiet ist kein ausgewiesenes Schutzgebiet nach Naturschutzrecht. Durch seine besondere Naturausstattung ist das Gebiet aber besonders wertvoll und als § 32-Biotop BbgNatschG geschützt.

Kurzbeschreibung – Gebietscharakteristik

Das Heidemoor Hennersdorf liegt im Kirchhain-Finsterwalder Becken, das sich zwischen den Randhügeln und dem Lausitzer Grenzwall befindet. Geformt wurde die Altmoränenlandschaft während der Saale-Eiszeit.
Das Projektgebiet besteht aus flachwelligem Sand-Lehm-Gelände mit großen ebenen Becken und moorigen Niederungen. Auf den Sanderflächen im nördlichen Teil dominiert Kiefernwald, die Ebenen tragen großflächig Acker und in grundwassernahen Bereichen befindet sich Dauergrünland.
Aufgrund der Anlage eines Entwässerungsgrabens und einer klimatisch trockneren Periode zwischen 1991 und 2006 nahm die Überstauungshäufigkeit in der Fläche ab. Die Moorflora und –fauna leidet seither unter den tiefen Wasserständen. Initiiert durch die Naturschutzbehörde des Landkreises Elbe-Elster wurde seitdem versucht, durch provisorische Staue dem Austrocknen des Heidemoors entgegen zu wirken. Mittlerweile sind die Staubauwerke jedoch durchlässig geworden, so dass die Stauwirkung nur noch eingeschränkt vorhanden ist. Vermutlich aufgrund der seit 2010 gehäuft auftretenden Starkregenereignisse ist in Zusammenhang mit den bereits vorhandenen Staubauwerken ein Anstieg des Wasserstandes festzustellen.

Schützenswerte Lebensräume und Lebensgemeinschaften im Überblick

  • Moor-, Bruch- und Sumpfwälder
  • Flaches Grundwasseranstiegs-Versumpfungsmoor
  • Torfmoos-Seggen-Wollgras-Ried

Bedeutende Tier- und Pflanzenarten

  • Vögel: Baumpieper, Buchfink, Fitis, Mönchsgrasmücke, Pirol, Singdrossel, Zilpzalp
  • Reptilien: Waldeidechse, Zauneidechse
  • Amphibien: Wasserfrosch, Moorfrosch, Grasfrosch, Rotbauchunke
  • Pflanzen: Schmalblättriges Wollgras, Glocken-Heide, Sumpf-Labkraut, Grau-Segge, Blasen-Segge

Naturschutzziele

Mit den geplanten Staumaßnahmen sollen im Heidemoor Hennersdorf dauerhaft naturnahe Wasserstände gesichert werden. Der sommerliche Niedrigwasserspiegel soll angehoben und damit ein Austrocknen des Oberbodens im Bereich der Torfverbreitung verhindert werden. Kurzfristig sollen dadurch Austräge von Stickstoff, Phosphor und gelösten Kohlestoffverbindungen reduziert werden. Langfristig wird im zentralen Bereich des Moores wieder Torfwachstum möglich sein, wodurch ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet wird. Dies wird zusätzlich durch den Waldumbau unterstützt. Die trockneren Moor- und Torfbereiche sowie der Feuchtwald können sich nach einem Wasserspiegelanstieg zu einem Schnabelseggen-Moorbirken-Wald entwickeln. Moortypische Pflanzenarten, wie beispielsweise Rhynchospora alba und Drosera rotundifolia et intermedia, können sich wieder ansiedeln und ausbreiten. Damit nimmt auch die Artenvielfalt im Gebiet zu. Das Angebot an unterschiedlichen Lebensräumen vergrößert sich.
Durch diese Maßnahmen, welche dem Erhalt des Moores und der moortypischen Lebensraumtypen dienen, vergrößert sich besonders für Amphibien und Wasserinsekten der Lebensraum bzw. das Laichhabitat deutlich.
Das Landschaftsbild erfährt eine Veränderung, da sich die offene Moorfläche vergrößern und das Waldbild vielgestaltiger entwickeln wird. Der Baumbewuchs weicht zurück und eröffnet dem Betrachter die Möglichkeit ein Waldmoor zu bestaunen.

Umsetzung

  • Planung und ökologische Baubegleitung: Wasser & Moor - Planungen für aquatische Lebensräume (Stefan Reimann)
  • Umsetzung der Baumaßnahmen: M&N Tief- und Landschaftsbau GmbH
  • Finanzierung: über das Programm Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE) der EU und des Landes Brandenburg

Der Erfolg der Maßnahmen war schon sehr frühzeitig daran erkennbar, dass die neuen Sohlschwellen bereits wenige Tage nach Abschluss der Bauarbeiten überströmt wurden. Auch der positive Einfluss auf den Grundwasserspiegel konnte mittlerweile anhand der langjährigen Pegelmessungen der Märkischen Kies- und Kalksandsteinwerke GmbH belegt werden.

 

Das Moorschutzprojekt des BUND Landesverband Brandenburg e.V. wird gefördert durch



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